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Von Bauarbeiten und Büchertagen

Thema des Tages Von Bauarbeiten und Büchertagen

Hoch hinaus geht es beim dritten Büchertag am 28. Mai im Göttinger Albani-Viertel mit dem Thema „Himmel, Sterne und Planeten“. Doch wie kommt man überhaupt darauf, einen Büchertag auszurichten und welche Probleme kann es dabei geben? Nils König ist einer der Mitveranstalter des Büchertags und bereits von Anfang an dabei.

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Büchertag im Göttinger Albaniviertel

Quelle: r

Göttingen. Die Idee zum Tag kam aber nicht von ihm, sondern von Heike Fischer, wie König berichtet. Sie wohnte damals, 2009, im Viertel und betreibt das Geschäft „natürlich schön“ noch immer dort. Anlass für den Büchertag war der Jahrestag der Bücherverbrennung im Viertel, berichtet König weiter. Bis zu diesem Zeitpunkt erinnerte nur eine Tafel an das Ereignis, was den späteren Veranstaltern des Büchertags zu wenig war. Die Idee kam auf, über das Thema zu informieren. „Wir wollten das negative Thema ins Positive wenden,“ erklärt König weiter. Für den ersten Büchertag im Jahr 2010 wurde also das Thema „Bücherverbrennung“ gewählt. „Alles im fröhlichen Rahmen natürlich“, ergänzt er. Das Thema blieb aber nicht ohne Kritik und wurde mit Sorge im voraus aufgenommen. Man hatte rechte Proteste vermutet, doch die blieben aus.

„Als wir in den Instituten gefragt haben, ob sie mitmachen möchten, waren sie sofort dabei.“

„Das hatte uns zum Weitermachen motiviert,“ sagt König, „aber Baumaßnahmen der Stadt Göttingen haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“. Eigentlich war der nächste Büchertag für 2012 angesetzt, also zwei Jahre später. Letzten Endes war es aber erst 2013 möglich, den nächsten Büchertag auszurichten. Jetzt wurde sich auf die Geschichte des Viertels konzentriert. Historiker unterstützten den Tag, und Fotos aus Archiven wurden ausgestellt. Dazu gab es Führungen durch das Viertel.

Anmeldung

Die Anmeldung zum Bücherflohmarkt am 28. Mai ist noch immer möglich: Bisher sind 60 der 100 zur Verfügung stehenden Tische vergeben. Die Anmeldung ist bei der Buchhandlung Baghira unter Telefon 05 51 / 4 32 25, E-Mail  ak-va@t-online.de, oder im Literarischen Zentrum unter Telefon 05 51 / 4 95 68 23, E-Mail  info@lit-zentrum-goe.de, möglich. Ein Büchertisch mit Sitzbank wird gestellt.

In diesem Jahr steht die wissenschaftliche Geschichte Göttingens im Fokus. „Wir haben lange über ein Thema nachgedacht,“ gibt König zu. Schließlich wurde es „Himmel, Sterne und Planeten“. „Als wir in den Instituten gefragt haben, ob sie mitmachen möchten, waren sie sofort dabei“.
Auch dieser Büchertag sollte bereits im vergangenen Jahr gefeiert werden, aber wieder standen Baumaßnahmen im Weg. „Jetzt haben wir einen passenden drei Jahres Rhythmus,“ kommentiert König die erneute Verschiebung amüsiert.
Eine der Veranstaltungen zu empfehlen, fällt Nils König nicht leicht. Er selbst moderiere den ganzen Tag auf der Bühne, erklärt er. „Ich weiß noch nicht, ob ich es schaffe, eine der Veranstaltungen zu besuchen,“ gibt er zu. Aber auf der Bühne seien auch einige schöne Auftritte zu sehen. Wenn er aber könnte, würde er zuerst in die Ausstellungen gehen und am liebsten durch eines der Sonnenteleskope gucken.

Von Darline Kerl

Geänderte Verkehrsführung

Straßensperrungen und geänderte Verkehrsführungen am 28. Mai: Am Büchertag ist die Wendenstraße komplett für den Straßenverkehr gesperrt. Auch eine Zufahrt aus der Mauerstraße oder Roten Straße ist nicht möglich, wie die Veranstalter mitteilen. Die Obere Karspüle ist in Höhe der Albanikirche vollständig gesperrt. Vom Albanikirchhof kann nicht in die Obere Karspüle eingebogen werden. In den Straßen Albanikirchhof und Lange Geismarstraße ist aus Richtung Stadthalle die Durchfahrt verboten und nur für Anlieger frei. Außerdem sind die Parkplätze auf beiden Seiten des Albanikirchhofs gesperrt. Spätestens um 7 Uhr müssen sie freigemacht sein, auch von Anwohnern. Zudem können Albanikirchhof und Lange Geismarstraße von der Stadthalle in Richtung Kurze Geismarstraße auch von Anwohnern im Schritttempo befahren werden.

Das hat der Büchertag zu bieten

Das Programm des Büchertags 2016 teilt sich in die drei Hauptbereiche Lesungen, Bühne und Wissenschaft. Hinzu kommen Flohmärkte. Das Thema in diesem Jahr ist „Himmel, Sterne und Planeten“ und spiegelt sich in den vielen Programmpunkten wieder. 16 Lesungen, drei Ausstellungen, sechs Vorträge, zwölf Beiträge und zwei Filme umfasst das Veranstaltungsprogramm. Hier eine Auswahl:

  • Insgesamt wird es zwei Flohmärkte geben. Zunächst den großen Bücherflohmarkt. Von 11 bis 17 Uhr haben Besucher auf den Straßen und Plätzen des Albani-Viertels die Möglichkeit, gebrauchte Bücher zu kaufen oder zu tauschen.
  • Für Kinder gibt es außerdem einen Kinderbuchflohmarkt. Dieser dauert von 11 bis 15 Uhr. Kinder können dann auf dem Schulhof der Albanischule zusammen mit ihren Eltern, Bücher kaufen oder verkaufen. Zusätzlich informiert der SPD-Ortsverein Göttingen-Ost über die Bücherverbrennung im Jahr 1933.
  • An einem Büchertag dürfen Lesungen nicht fehlen. Passend zum Thema wird unter anderem ab 12 Uhr aus „Was macht Herr Mond am Montag?“  von der Autorin des Buches Barbara Merten im Gesundheitszentrum, Lange Geismarstraße 82, gelesen. Ab 13 Uhr liest Monika Jüttner aus „Peterchens Mondfahrt“ bei der Göttinger Tafel, Mauerstraße 16-17. Der Klassiker „Per Anhalter durch die Galaxis“ wird ab 14.30 Uhr von Charlotte Lammers bei Velo-Voss, Lange Geismarstraße 73, vorgelesen. Eine der letzten Lesungen des Tages ist um 15 Uhr im Smoking Bull, Rote Straße 39. Cornelie Hildebrandt liest aus „Die Vermessung der Welt“. Die Abschlusslesung hält der Autor und Literaturwissenschaftler Tilmann Lahme in der Albanikirche. Er wird aus seinem Buch „Die Manns-Geschichte einer Familie“ lesen. Beginn ist hier um 19 Uhr.
  • Außer den Lesungen sind es auf einer Bühne in der Oberen Karspüle Auftritte von verschiedenen Künstlern geplant. Unter anderem stellt hier um 13.30 Uhr die Gruppe „Art la danse“ das Märchen Sterntaler getanzt dar. Um 15.45 Uhr tragen schließlich Sabine Maris und Tom Dyba unter dem Titel „Fun glokn un shtern“ Jiddische Lieder und Klezmer-Klänge den Zuschauern des Büchertags vor.
  • Durch Kooperationen mit dem Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, dem Institut für Astrophysik der Universität Göttingen und dem Förderkreis Planetarium Göttingen können im Max-Planck-Gymnasium verschiedene Angebote besucht werden. Unter anderem ist es möglich, in den Klassenräumen ein 1:1-Modell der Philae-Sonde und ein etwa zwei Meter großes Modell der Sonne zu sehen. Außerdem sollen verschiedene Filme das Thema Weltraumforschung näherbringen. Außerhalb des Gebäudes können Besucher mit einem Sonnenteleskop die Sonne beobachten und PET-Flaschenraketen steigen lassen.
  • Auch die Vorträge werden von Wissenschaftlern der kooperierenden Institute gehalten. Unter anderem wird von der Landung der Sonde Rosetta/Philae auf einem Kometen berichtet. Außerdem sind die Suche nach einer zweiten Erde und dunkle Materie Thema.

„Ich lese vor, weil...“

Am Büchertag im Albani-Viertel sind es nicht die Autoren der Bücher, die sie vorlesen, sondern ehrenamtliche Helfer. Warum lesen sie vor?

Johann Hasselgruber

Quelle: r

Johann Hasselgruber gehört schon von Beginn an zum Organisationsteam des Büchertags. Außerdem ist er Koordinator an der Luther-Schule Göttingen, auch Minimax genannt. Bereits an den vergangenen beiden Büchertagen hat er vorgelesen und auch in diesem Jahr ist er wieder dabei. Hasselgruber liest vor, „weil es mir Freude macht, ein interessantes und vielleicht nicht so bekanntes Thema in der Öffentlichkeit zu präsentieren.“ Hasselgruber wird aus „Ich war der 1. Mensch im Weltall“ von Jurij Gagarin um 14 Uhr bei den Grünen, Wendenstraße 5, lesen.
Als ehemalige Buchhändlerin, Deutschlehrerin und Beauftragte für Leseförderung in Niedersachsen wurde Charlotte Lammers ihr Leben lang von Büchern und Texten begleitet. Am Büchertag wird sie unter anderem um 14.30 Uhr aus Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“ bei Velo-Voss, Lange Geismarstraße 73, lesen. Lammers möchte als Vorleser „die Freude an der Literatur wecken und verstärken“. „Leselust trifft auf Hörerlust – das ist es was mich begeistert,“ erklärt sie weiter.

Cornelie Hildebrandt

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Cornelie Hildebrandt liest unter anderem ab 15 Uhr aus Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“ im Smoking Bull, Rote Straße 39. Eigentlich ist sie Projektleiterin der Schülerlesetage Göttingen und organisiert immer wieder Autorenlesungen für Schüler. Außerdem ist sie gemeinsam mit der Autorin Barbara Merten im Erzähltheatern tätig. Das Vorlesen begleitet sie also sowohl im Beruf als auch im Alltag. Sie selbst liebt es vorzulesen, wie sie sagt. Es macht ihr Freude „Texte zum Leben zu erwecken und ihnen so meine ganz persönliche Interpretation zu geben,“ erklärt sie ihre Gründe fürs Vorlesen.

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