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30 "gefährliche" Hunde

Hundesteuer 30 "gefährliche" Hunde

Von 35 Euro in Krebeck bis 120 Euro in Göttingen: In der Stadt werden Hundehalter deutlich kräftiger zur Kasse gebeten. Aber auch auf dem Land ist die Spanne groß, von Hardegsen (75 Euro) bis zum Flecken Bovenden (72 Euro).

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Quelle: Hinzmann/Archiv

Vor allem bei den sogenannten "gefährlichen Hunden" wird es teuer. Dafür kassieren die Adelebser und die Hardegser Verwaltung 800 Euro. Eichsfelder kommen billiger davon, beispielsweise in Wollershausen zahlen Halter solcher Hunde mit 120 Euro genauso viel wie ein Göttinger für seinen Rehpinscher.

Wer legt eigentlich die Tarife fest?

Die Hundesteuer ist eine kommunale Steuer. Die Hundesteuersatzung, in der auch die Höhe der jährlich erhobenen Steuer festgeschrieben ist, muss vom Gemeinderat oder Rat der Stadt beschlossen werden. Sie gilt als Instrument, die Zahl der Hunde zu begrenzen.

Muss ich auch für einen Blinden- oder Wachhund Steuern zahlen?

In der Hundesteuersatzung der Stadt Göttingen ist beispielsweise festgelegt, dass unter bestimmten Bedingungen die Hundesteuer reduziert werden kann. Das gilt beispielsweise für Wachhunde, die ein Haus bewachen, das mindestens 100 Meter vom nächsten Gebäude entfernt liegt. In der Bad Lauterberger Satzung beträgt der Abstand 200 Meter. Auch Hunde im Einsatz bei Wachdiensten oder Hunde, die als Sanitäts-, Schutz-, Fährten- oder Rettungshunde zum Einsatz kommen, können von der Steuer befreit werden. Gleiches gilt für Blindenführhunde. Die Details regelt die jeweilige Satzung der Kommune. Für Hunde, die aus dem Göttinger Tierheim übernommen werden, wird auf Antrag ein Jahr lang Steuerbefreiung gewährt.

Ein sogenannter "Kampfhund" im Tierheim Göttingen

Ein sogenannter "Kampfhund" im Tierheim Göttingen

Quelle: Archiv

Wer stellt fest, welches Tier als "gefährlicher Hund" eingestuft wird?

Seit 2011 gibt es in Niedersachsen keine Liste der "gefährlichen" Hunderassen mehr. Zuvor waren bestimmte Rassen wie Pitbull, Staffordshire und Co. als "gefährlich" eingestuft und mit Auflagen und hohen Steuern belegt. Ein bissiger Schäferhund beispielsweise war dadurch nicht erfasst. Das neue Gesetz sieht vor, dass Hunde, die der Behörde als auffällig aggressiv oder bissig gemeldet wurden, überprüft werden. "Wenn uns ein Vorfall gemeldet wird, geben wir dem Veterinäramt des Landkreises Bescheid", erklärt beispielsweise der Ordnungsamtsleiter der Gemeinde Gleichen, Rainer Barwing. Die Mitarbeiter überprüfen dann den Hund. In den Jahren 2009 bis 2016 verzeichnete das Veterinäramt des Landkreises Göttingen (für Göttingen und Osterode) jährlich etwa 30 Fälle, in denen das aggressive Verhalten eines Hundes untersucht wurde. Vorausgegangen waren Mitteilungen aus der Bevölkerung oder Anzeigen der Polizei.

Und wenn ein Hund als "gefährlich" eingestuft wird?

Der Hundehalter muss dann in den meisten Kommunen einen deutlich erhöhten Steuersatz zahlen. Zudem gilt für den Hund in der Regel sowohl ein Leinen- als auch ein Maulkorbzwang, sobald er sich außerhalb eines ausbruchsicheren Grundstücks befindet. Auch andere Auflagen können je nach Fall individuell von den Behörden verhängt werden, bis hin zum Entzug des Tieres.

Wie viele "gefährliche" Hunde gibt es?

Die Zahl der offiziell "gefährlichen" Hund ist vergleichsweise gering. In der Stadt Göttingen beispielsweise sind insgesamt mehr als 4.200 Hunde angemeldet. "Als 'gefährlich' gelten zwei", so Pressesprecher Detlef Johannson. In der Samtgemeinde Dransfeld sind zum Beispiel sieben solcher Hunde gemeldet, in der Stadt Dransfeld gibt es keine. Im Flecken Bovenden sind 1.064 Hunde angemeldet, darunter ein als "gefährlich" besteuerter. In der Gemeinde Rosdorf ist keiner der 773 gemeldeten Hunde als "gefährlich" eingestuft, in Radolfshausen sind es fünf. Seit 2009 hat das Veterinäramt des Landkreises Göttingen insgesamt etwa 30 Hunde als "gefährlich" eingestuft.

Retriever auf einer Übungswiese unterhalb der Plesse bei Eddigehausen.

Retriever auf einer Übungswiese unterhalb der Plesse bei Eddigehausen.

Quelle: Heller/Archiv

Muss ich für jeden Hund einen Sachkundenachweis haben?

Ja. In Niedersachsen ist ein Sachkundenachweis für Ersthundehalter Pflicht. Jeder Hundehalter, der in den vergangenen zehn Jahre mindestens zwei Jahre lang einen Hund hatte, muss keinen Nachweis mehr erbringen. Prüfungen für den Nachweis nehmen anerkannte Prüfer, beispielsweise bestimmte Tierärzte oder Hundeschulen, ab. Hundehalter, die bereits bestimmte andere Prüfungen (beispielsweise Jagdhundeprüfungen) mit ihrem Vierbeiner absolviert haben, oder Tierpfleger müssen die Prüfung nicht ablegen. Der Nachweis muss beim Gassi gehen nicht mitgenommen werden, es reicht, wenn er zu Hause vorliegt.

Achtung: Anmeldpflicht und Chippflicht

Jeder Hund in Niedersachsen muss nicht nur bei der kommunalen Behörde (wegen der Steuer) angemeldet sein, sondern auch im "Zentralen Register".  Mit dem landesweiten Register soll der Hundehalter zügig ermittelt werden können - etwa bei einem Beißvorfall, wenn die Halterfrage vor Ort nicht anders geklärt werden kann. Die Registrierung ist im Internet unter www.hunderegister-nds.de oder telefonisch unter 0441 / 39010400 möglich und kostenpflichtig. Jeder Hund, der älter als sieben Monate ist, muss dort registriert sein. Das gleiche gilt für die Chippflicht. Die Chips werden von Tierärzten implantiert.

Muss ein Hund versichert sein?

Ja. Eine Haftpflichtversicherung ist vorgeschrieben.

Wer kontrolliert all diese Auflagen?

"Unser Fachdienst für Ordnungs- und Gewerbeangelegenheiten führt keine aktiven Kontrollen durch", sagt der Pressesprecher der Stadtverwaltung Göttingen, Detlef Johannson. Ebenso wie andere Kommunen, reagiere man bei Anlässen wie Beschwerden, Vorfällen oder Anzeigen. Das, so Johannson, "kommt rund 60- bis 80-mal im Jahr vor". In rund einem Drittel der Fälle führe das dazu, dass die Hundehalter verpflichtet werden, einen Sachkundenachweis vorzulegen, in der Regel also die entsprechenden Prüfungen abzulegen. Die Schnittstelle zwischen dem Veterinäramt und der Ordnungsverwaltung liegt beim Thema „Gefahrenhunde“. Deren Überprüfung läuft in der Verantwortung des Veterinäramtes.

Hundesteuer

Der erste Hund kostet in Krebeck 35 Euro, auch in Bodensee (40) und Wollershausen (42 Euro) kommen HUndehalter günstig davon. Ähnlich günstig wie im Eichsfeld ist die Samtgemeinde Radolfshausen, dort, in Seeburg und Seulingen, kostet der erste Hund 39 Euro. Außer in der Stadt Göttingen (120 Euro) ist beispielsweise auch Osterode  mit 96 Euro recht teuer. Viele Gemeinden besteuern den ersten Hund mit etwa 60 Euro pro Jahr.  Wer in Hardegsen drei "gefährliche" Hund ehält, muss 2400 Euro zahlen.

Hundesteuersatzungen

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