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Knautschen nicht erwünscht

Thema des Tages Knautschen nicht erwünscht

Retriever gelten als freundliche Familienhunde. Eigentlich sind sie aber Spezialisten für die Jagd. Sie schwimmen und apportieren nämlich gerne. Wenn gerade keine frisch geschossene Ente zu suchen ist, zeigen die Tiere auch am Dummy, was sie können – und bringen ihn zurück zum Herrchen.

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Quelle: Heller

Eddigehausen. Sechs Hunde, schwarz, gelb, rot, langes Fell, kurzes Fell, der eine quirlig, der andere gemütlich. Sie alle sind Retriever oder Labradore. „Retriever ist die Rasse, auch Labradore zählen dazu“, erklärt Michael Corsmann von der Bezirksgruppe Göttingen des Deutschen Retriever Clubs. Sechs Hundeführer treffen sich heute auf einer Wiese bei Eddigehausen zum Training. Das, was die Hunde dort trainieren, wird auch in speziellen Wettbewerben für Retriever, sogenannten Dummywettbewerben oder Working-Tests gefordert. Darauf bereiten sich die Teams heute vor.

Die Hunde warten artig aber freudig gespannt darauf, endlich auf die Wiese zu dürfen. Dort steht heute eine eher leichte Übung an, das Markieren. Meike Corsmann stapft durch das hohe Gras ans Ende der Wiese, in der Hand hält sie mehrere Stoff-Säckchen, einige sind mit Fell ummantelt, einige in Entenform. Das sind die Dummys. Nachdem sie einen lauten rollenden Warnlaut ausgestoßen hat um die Aufmerksamkeit von Hund und Mensch zu erhalten, wirft sie einen Dummy im hohen Bogen über die Wiese.

Er landet im hohen Gras. Hund, Herrchen und Werfer müssen sich merken, wo der Dummy liegen bleiben. Manch einer wurde im Gelände niemals wieder gefunden. „Der Hund soll das Bild abspeichern“, erklärt Björn Müller. Die Rolle des Werfers übernimmt im Wettkampf der Richter.

Retriver Club

Der Deutsche Retriever-Club, Bezirksgruppe Göttingen, kümmert sich beispielsweise um „die Bündelung von Interessenten“ und die regelmäßige Veranstaltung von Trainingskursen wie dem Dummytraining. Informationen erteilen die Vorsitzende Anne Gereke (anne@drc-goettingen.de, Telefon 0176-21201453) und ihr Stellvertreter Heiko Bosse (heiko@drc-goettingen.de). bib

Rüde Lano ist „steady“, also bereit. Auf einen Hinweis von Nina Bittner stürmt der goldene Retriever mit wehenden Ohren voran, genau in die Richtung, wo der Dummy landete. Allerdings braucht er einige Runden, um ihn zu finden. Dann bringt er ihn brav zu seiner Besitzerin zurück. Ein Leckerli ist die Belohnung. „In dem hohen Gras sind die Dummys schwerer zu finden, außerdem riecht es hier bereits nach den anderen Dummys“, sagt Bittner. Auch Corsmanns Rüde Bobbel dreht erst ein paar Extra-Runden. „Im Wettkampf gibt das natürlich Punktabzug.“

Was zunächst einmal nach einer merkwürdigen Übung klingt, hat einen Sinn: „Retriever wurden in England bei der Jagd als Spezialisten für das Apportieren von  Niederwild eingesetzt“, sagt Corsmann. In der jagdfreien Zeit trainierten die Hundeführer dieses Talent ihrer Hunde dann mit Dummies. „In Deutschland gibt es diese Wettbewerbe seit Anfang der 90er Jahre“, so Corsmann.

Workingtest

Der Göttinger Retriever-Club organisiert vom 15. bis 16. Oktober einen Workingtest. An den Start gehen können Anfänger, Veteranen und Fortgeschrittene. Auch eine Schnupper- und eine offene Klasse werden angeboten. „Wir veranstalten den Wettbewerb am Harzrand, in der Region Göttingen haben wir kein geeignetes Gelände gefunden“, sagt Michael Corsmann vom Verein. Die Teilnehmerzahl sei begrenzt. Maximal 80 Teilnehmer können pro Tag an den Start gehen. Die Anmeldung ist vom 19.August bis 17. September online möglich. Der Workingtest wird nach den Wettbewerbsbedingungen des Deutschen Retriever-Clubs ausgetragen. bib

Neben dem Markieren (Hund und Herrchen sehen, wo der Dummy landet) gibt es noch die Variante zwei, das Suchen (weder Hund noch Herrchen wissen, wo der Dummy liegt).  Und die Variante drei, das Einweisen (Hund weiß nichts, Hundeführer schon, er dirigiert den Hund mit Zeichen zum Dummy). BeiDummyprüfungen sind die Übungen genau vorgegeben, beim Working-Tests frei gestaltbar.

Weil Retriever ausgesprochen gerne schwimmen, wird auch gerne am Wasser trainiert. „Wir haben hier in der Region aber nur wenige geeignete Trainings-Möglichkeiten“, sagt Corsmann.

Also bringt Raven, die schwarze Hündin von Stephanie Sennekamp, brav und vorsichtig die Stoffente aus dem hohen Gras zurück. „Nicht knautschen“, sagt sie zu ihrem Hund. Wenn die Hunde das Wild zum Jäger bringen, dürfen sie nicht darauf herumkauen. „Das gibt Hämatoome“, sagt Corsmann, der auch Jäger ist. Denn drei Dinge dürfen Retriever im Wettbewerb nicht: „Nicht quietschen, nicht knautschen und nicht tauschen“.

Von Britta Bielefeld

Golden, Flat Coated Curly oder Labrador

Göttingen. Golden Retriever zählen zu den beliebtesten Hunden in Deutschland. Kein Wunder, er hat das starkes Bedürfnis, seinem Herrchen Freude zu bereiten (im Fachjargon: „will to please“). Er ist laut Deutschem Retriever-Club (DRC) temperamentvoll und trotzdem anpassungsfähig. Golden Retrievers haben langes, glattes oder leicht gewelltes goldfarbenes Fell. Sechs Retrieverrassen sind laut DRC verbreitet. Neben dem Golden Retriever ist in Deutschland auch der Labrador-Retriever verbreitet. Flat-Coated Retriever seien seltener zu sehen. In den USA seien zudem Chesapeake-Bay- und Nova-Scotia-Duck-Tolling-Retriever oder der lockige Curly-Coated Retriever zu finden.

Bei den Golden Retriever unterscheidet man die Arbeitslinie und die Showlinie. Die Tiere der Arbeitslinie sind temperamentvoller, athletischer und schlanker als die Hunde der Showlinie. Die Fellfarbe ist meist gold bis dunkelgold.

Der Labrador-Retriever ist vor allem ein Arbeitshund: Dieser temperamentvolle Retriever könne laut DRC auch unter schwierigen Bedingungen Niederwild auffinden und apportieren. Das kurze Fell mit dichter Unterwolle hat die Farben schwarz, gelb oder tiefbraun. bib

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