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Kochen mit Blüten im Reinhäuser Garten

Thema des Tages Kochen mit Blüten im Reinhäuser Garten

Blüten auf dem Salat, Blüten im Aperitiv: Längst werden Blumen nicht mehr nur in die Vase gestellt, sondern auch im Glas und auf dem Teller  serviert. Welche besonders lecker sind, darum ging es in einem Kurs „Kochen mit Blüten“ der Volkshochschule Göttingen und des Regionalen Umweltbildbildungszentrums.

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Quelle: Christina Hinzmann

Blütenpesto

Reinhausen. Zwei Hände voll frischen bunten Blüten, 25 Gramm Pinienkerne, Saft von einer Zitrone, 30 Gramm Parmesan und neutrales Öl (Raps, Distel, Sonnenblume) im Mörser vermischen. Passt perfekt zu Pasta, Salatdressing, als Dip mit Sauerrahm vermischt oder zum Würzen von Grillfleisch.

Eine Quiche mit Lilien, Mousse mit Lavendel oder Frischkäsebällchen mit bunten Blüten: Das, was Claudia Herbst ihren zwölf Kursteilnehmerinnen zeigt, ist nicht nur wunderschön anzusehen, es schmeckt auch wunderbar. Vor dem Genuss steht aber zunächst das Sammeln – und die Warenkunde. Der Garten des Regionalen Umwelt-Bildungszentrums (Ruz) in Reinhausen beherbergt ein überbordende Blütenpracht. „Mein Lieblingsaroma, das Veilchen, ist leider bereits verblüht“, sagt Herbst. Schließlich ist ja Sommer.

Blütenzucker

Eine Handvoll Blütenblätter, das weiße Ende sorgfältig abgeschnitten mit  200 Ggamm  Zucker kurz in der Küchenmaschjne pürieren. Die Zuckermischung dünn auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und im Ofen bei 40 Grad trocknen. Den Zucker mit einem Kochlöffel zerstoßen. Geeignet sind beispielsweise Ringelblume, Tagetes; Rose, und Malve.

Lavendel, Calendula, Rosen, Stockrosen, Malven, Lilien und noch ein paar Hornveilchen können die Frauen frisch vom Beet direkt probieren. Zudem wachsen dort jede Menge Kräuter. „Die Blüten der Kräuter sind essbar, sie haben oftmals einen noch feineren Geschmack als die Blätter“, sagt Herbst und lässt ihre Schülerinnen die Blüten des Muskateller-Salbei kosten. Süß auf der Zunge, blumig im Geschmack und doch mit dem typischen Salbeiaroma kommt dieses Pflanze daher. Herbst erklärt, welche Blumen wie schmecken und welche man – wie beispielsweise Hortensien – lieber nicht essen sollte.  Dazu zählen auch Rittersporn, Eisenhut, Oleander oder Maiglöckchen. „Oh, den Rittersporn habe ich gerade probiert“, sagt eine Teilnehmerin lachend.

Bunte Kartoffelcreme

500 Gramm festkochende Kartoffeln, weich kochen und pressen. 1 Zwiebel, fein hacken und alles mit 250 Gramm Schmand, 135 Gramm  Creme fraiche, 4 Esslöffeln klein geschnittene Blüten und Kräuterblüten (Rose, Duftgeranie, Kornblume, Schnittlauch, Oregano), 2TL Kräutersalz und einer Prise Pfeffer vermischen. Dazu Baguette reichen.

„Wo bekomme ich denn die essbaren Blumen her?“, fragt eine Teilnehmerin. „Wenn ich einfach im Supermarkt eine Rose kaufe, dann kann ich die doch nicht essen, oder?“ „Nein“, erklärt Herbst. Blüten, die zum Kochen und Essen verwendet werden, sollten nicht künstlich gedüngt, gespritzt oder chemisch behandelt worden sein. „Am besten im eigenen Garten ernten“, sagt sie. Wer keinen Garten hat, kann manche Sorte, wie die beliebte Kapuzinerkresse, auch im Obst- und Gemüse-Handel bekommen. „Oder einfach Freunde, die einen Garten haben, danach fragen“, so Herbst. Auch für den Balkonkasten gibt es spezielle Saat-Mischungen, die essbare Blumen sprießen lassen.

Kandierte Blüten

Blütenblätter mit leicht verquirltem Eiweiß bestreichen. Blätter dabei nicht zu nass machen. Jedes Blütenblatt sorgfältig mit Zucker bestreuen. Blüten auf Backpapier bei 50 Grad im Ofen trocknen lassen bis sie fest sind.

Schließlich geht es vom Garten in die Küche des Ruz, wo Herbst verschiedene Rezepte und die passenden Zutaten bereit hält. Schnell verteilen sich die Frauen auf die Posten, schnippeln Zwiebeln, kneten Teig für Sonnenblumen-Kekse, zupfen Salat, rühren Frischkäse. In der Luft liegt ein Duft aus Blüten, Zwiebeln und Kartoffeln.

Während es rund um den Herd turbulent zugeht, übt sich Marijana Hildebrandt in Geduld. Sie bestreicht einzelne filigrane Blütenblätter mit Eiweiß und Puderzucker - was eher an Basteln als an Kochen erinnert. Die später dann kandierten Hornveilchen sehen einfach zuckersüß aus. „Meine Tochter backt schon besser als ich, jetzt kann ich sie mal beeindrucken“, sagt sie lächelnd. Stolz auf ihre Quiche mit Lilien-Blüten ist auch Moni Heine. Und am Ende genießt die fröhlich Gruppe all ihre duftigen Köstlichkeiten gemeinsam.

Der nächste Kurs:

Kochen mit regionalen Bioprodukten kochen  und über dem offenen Feuer. Darum geht e sim nächsten Kochkurs des Ruz Reinhausen.  Von Kräutersuppe über Wild bis hin zum Nachtisch sollen zubereitet und am Lagerfeuer verzehr werden.Das Seminar unter Leitung von Catherina Rust findet am Freitag, 9. September, von 16 bis 20 Uhr im Freien statt. Anmeldungen im Waldpädagogikzentrum Göttingen – Ruz Reinhausen, Telefon 05592-906219/20.

Weitere Rezepte

Lavendelblütenmousse mit  Sommerbeeren und Minze

Vier Blatt Gelantine einweichen und in einemn halben Liter Sahne (auf 70 Grad erwärmt) auflösen. 80 Gramm Zucker zugeben, 4 bis 5 Blütendolden Lavendel und  einige Rosenblüten darin ziehen lassen. Heiße Masse in Gefäße füllen und erkalten lassen. Sommerbeeren und  Minzblätter kurz aufkochen.

Frischkäsebällchen im Blütenmantel

Frischkäse mit klein gehackten Kräutern mischen und vorsichtig mit Salz abschmecken. Mit zwei Teelöffeln Kugeln formen und in klein geschnittenen Blüten wenden. In Papierförmchen oder - noch schöner – eine Stockrosenblüte setzen.

Taglilien-Quiche mit Ringelblumen

Boden: 250g Gramm Mehl, 50 Milliliter Wasser, 1 Telöffel Salz, 110g Gramm Margarine und 1 Ei zu einem Teig verkneten und  eine halbe Stunde kalt stellen. Ringelblumenblüten, Sonnenblumenkerne, 3 Eiern, 150 Milliliter Sahne, Salz, Pfeffer und 150 Gramm geriebener Käse verrühren und auf den Teig geben. Mit Taglilien und kleine Tomaten belegen. Backem.

Gefüllte Möhrenkekse mit Sonnenblumencreme

115 Gramm zerlassene Butter mit 125 Gramm braunem Rohrzucker und 150 Gramm Zucker vermischen. 1 Ei und 1 Eigelb dazugeben. 50 Gramm geraspelte Möhren, 200 Gramm Mehl, 60 Gramm kernige Haferflocken, 1 Hand voll Sonnenblumenblütenblätter, 1 Teelöffel Backpulver, 1 Prise Salz, 2 Teelöffel  Zimt, 1 Teelöffel gemahlener Ingwer und einen Viertel Teelöffel frische Muskatnuss vermischen. Anschließend die Zucker-Ei-Mischung unterheben. Teig 15 Minuten kalt stellen und dann mit einem Löffel auf die Bleche geben. 10 min backen. Sonnenblumenglasur: 225 Gramm Frischkäse (Doppelrahmstufe), 125 Gramm  Puderzucker, 2 Esslöffel Milch, 1 Teelöffel gemahlene Vanille, und Blütenblätter vermischen bis die Masse glatt ist. Am Ende die Blüten einarbeiten. Nach dem Abkühlen die eine Hälfte mit der Sonnenblumencreme bestreichen und mit den anderen Keksen zusammensetzen.

Blütensirup

Gleiche Teile Wasser und Zucker zum Kochen bringen bis der Zucker sich gelöst hat. Dann über die Blüten gießen und mindestens 30 Minuten, gerne auch länger, ziehen lassen. Blüten absieben und den Sirup heiß abfüllen.

Essbare Blüten

Essbare Blüten: Astern,
Begonie,
Chrysantheme,
Dahlie, Duftgeranie, Duftveilchen,
Edelkastanie,
Flieder, Fuchsie, Funkie, Gänseblümchen,
Geißblatt, Goldmelisse, Gewürztagetes, Glockenblume,
Hibiskus, Holunder, Hornveilchen,
Indianernessel,
Jelängerjelieber, Jasmin,
Kamille, Kapuzinerkresse, Kissenprimel, Klee, Königskerze , Kornblume, Kürbisblüte,
Laucharten, Lavendel, Levkoje, Lilien, Linde, Löwenmäulchen, Löwenzahn,
Mädesüß, Magnolie, Malve, Mohnblume,
Nachtkerze, Nachtviole, Nelke,
Obstblüten, Ochsenzunge, Orangenblüte,
Petunie, Pfingstrose, Phlox,
Ringelblume, Robinie, Rose,
Schlüsselblume, Sonnenblume, Stiefmütterchen, Stockrose, Süßdolde,
Taglilie, Taubnessel, Zitronenblüte,
Zucchiniblüte.

Giftige Blüten:

Akelei,
Eisenhut,
Goldregen,
Kartoffel,
Maiglöckchen,
Orleander,
Tomate,

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