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Kreistage Göttingen und Osterode tagen im Februar 2016 erstmals zusammen Kreis Göttingen: Die Salzlager sind gefüllt

Winterdienste am Wochenende im ersten Einsatz Kreis Göttingen: Die Salzlager sind gefüllt

Jetzt ist der Winter doch da. Er durfte kommen, auch mit viel Schnee und Eis, sagen die Kommunen. Ihre Salzlager seien gefüllt, die Winterdiensttouren ihrer Mitarbeiter geplant.

Einsatz für den Winterdienst – hier zwischen Rosdorf und Settmarshausen.

Quelle: Mischke

Göttingen. Vor allem der Winterdienst der Autobahnmeisterei hatte vom Sonnabendnachmittag an gut zu tun. Durch den Schnee, der für Autofahrer als sichtbare Gefahr zu erkennen ist, gab es laut Autobahnpolizei überhaupt keine Unfälle. Dennoch wurden Verkehrsteilnehmer über den Rundfunk vor Schnee- und Eisglätte auf der Autobahn 7 zwischen Dreieck Drammetal und dem Salzgitterdreieck gewarnt. Eisregen wie in Norddeutschland gab es hier nicht, so dass die Straßendienste keine Probleme hatten. Und auch auf den Landes- und Kreisstraßen registrierte die Polizei entgegen falscher Rundfunkmeldungen in Südniedersachsen keine Unfälle. Einzig im Kreis Northeim erlitt ein Autofahrer nach einem Dreher auf der Kreisstraße einen minimalen Lackschaden.

Sowie am späteren Sonnabendnachmittag der erste Schnee fiel, konnten auch die Fahrer der Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) ausrücken, sagt GEB-Sprecherin Maja Heindorf. Rechtzeitig vor den Wintermonaten habe das Unternehmen 900 Tonnen Salz eingelagert. Erfahrungsgemäß müsse mehrmals im Winter nachbestellt werden. Dann werde laut Vertrag innerhalb von 48 Stunden geliefert, ergänzt Einsatzleiter Wolfgang Lindner. Das habe nur im Extremwinter 2009/10 nicht geklappt.

Flüssige Sole werde bei Bedarf direkt in der Saline Luisenhall getankt. Bei Glätte werde überwiegend Feuchtsalz aus Salz und Sole oder reine Sole gestreut. Schnee werde beiseitegeschoben, soweit es nötig und möglich ist. Auf Gehwegen seien die Anlieger in der Pflicht. Sie dürften aber kein Salz verwenden, nur abstumpfendes Material.

„Wenn der Winter zuschlägt, sind die GEB mit allen verfügbaren Mitarbeitern zur Stelle“, sagt Lindner, „aber gleichzeitig überall können wir natürlich nicht sein“. Darum seien alle Straßen in vier Winterdienstklassen eingeteilt – ja nach Verkehrsaufkommen und Lage. Wichtige Hauptverkehrsstraßen und Bus-Strecken werden danach vorrangig gefahren.
Neben den Bauhöfe der kleinen Gemeinden und Straßenmeistereien des Landes für Autobahnen und Landesstraßen ist auch der Landkreis Göttingen auf Wintereinsätze vorbereitet. Seine Straßenmeisterei habe 550 Tonnen Salz und 30

Tonnen Sole eingelagert, sagt Verwaltungssprecher Ulrich Lottmann. Bei Bedarfe liefere der Vertragspartner innerhalb von zwei Werktagen nach. Die zu räumenden Kreisstraßen mit einer Gesamtlänge von etwa 300 Kilometern seien in acht Bezirke unterteilt. Drei würden in Eigenregie befahren, fünf von Fremdfirmen.

Wie schwer kalkulierbar der jeweils nächste Winter und entsprechende Wintereinsatz ist, zeigen Vergleichsdaten von GEB-Mitarbeiter Lindner: 2009/10 habe es 77 Einsatztage gegeben, an denen 62400 Straßenkilometer abgefahren und 2166 Tonnen Salz beziehungsweise 583 Tonnen Sole ausgebracht wurden – Radwege nicht mit berücksichtigt. Zum Vergleich der vergangene Winter 2014/15: 27 Einsatztage, etwa 14360 Straßenkilometer, 264 Tonnen Salz und 316 Tonnen Sole.

Von Jürgen Gückel und Ulrich Schubert

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