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Wer will wie Kultur fördern?

Leser-Fragen an die Landtags-Kandidaten Wer will wie Kultur fördern?

Das Tageblatt hat in Kooperation mit dem Radiosender ffn in Göttingen einen Aktion gestartet. Leser können ihre Fragen an die Landtags-Kandidaten stellen. Die Kandidaten stehen Rede und Antwort. Im Tageblatt und im Radio.

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Das Deutsche Theater: Wie viel Kulturförderung wollen die Landtagskandidaten?

Quelle: Christoph Mischke

Göttingen, Duderstadt. Die Frage von Rafael an die an die Landtagskandidaten lautet: ,,Göttingen unterhält eine Anzahl von guten, aber auch teuren Kultureinrichtungen – auch für das Umland (z. B. DT, JT, Musa). Werden Sie dafür eintreten, dass das Land zukünftig mehr Zuschüsse für die Kulturarbeit der Stadt gibt?’’

Die Antworten der Kandidaten im Wahlkreis 17, Göttingen:

Ludwig Theuvsen und Harm Adam, (CDU, Wahlkreise 17 und 16):

Göttingens vielfältiges und hochwertiges Kulturangebot ist ein wichtiger Standortvorteil. Dieses Angebot kann sich die Stadt nur leisten, weil auch der Kreis und das Land erhebliche Summen beisteuern. Die Menschen, die im Landkreis wohnen, profitieren vom Kulturangebot im Oberzentrum Göttingen; daher ist die Beteiligung des Kreises eine Selbstverständlichkeit. Alle Landtagskandidaten der CDU im Raum Göttingen treten dafür ein, dass das Land noch stärker als bisher unser Kulturangebot unterstützt. Eine konkrete Verbesserung wäre bereits erreicht, wenn Personalkostensteigerungen automatisch zu einer entsprechenden Erhöhung des Landeszuschusses führen würden. Dies durchzusetzen, ist bislang leider nicht gelungen, würde unseren Kultureinrichtungen aber deutlich mehr Planungssicherheit geben und den städtischen Haushalt entlasten.

Gabriele Andretta (SPD):

Nachdem die schwarz-gelbe Vorgängerregierung die Zuschüsse für die kommunalen Theater und das GSO über einen Zeitraum von sieben Jahren eingefroren hatte, wurden die Landeszuschüsse für das DT und GSO unter Rot-Grün erstmals wieder erhöht. Als Göttinger Abgeordnete werde mich auch in Zukunft für eine weitere Erhöhung der Landeszuschüsse für das DT, das GSO und die Soziokultur sowie eine Förderung unserer freien Theater, des JT und der Kunst- und Musikszene einsetzen. Auf Initiative der Göttinger SPD heißt es dazu in unserem Regierungsprogramm: „… wird eine SPD-Landesregierung die Kulturförderung des Landes möglichst erweitern und dauerhaft erhöhen.”

Stefan Wenzel (Grüne):

„Die Kultureinrichtungen in Göttingen in Ihrer ganzen Bandbreite tragen zur Lebensqualität unserer Stadt bei, sie sind wichtige Bausteine einer offenen und demokratischen Gesellschaft. Rot/Grün hat die Kulturförderung des Landes in der vergangenen Wahlperiode um 18 Prozent erhöht. Wir werden uns auch zukünftig für eine Anhebung einsetzen.“

Eckhard Fascher (Die Linke):

Die Vielfalt der Göttinger Kultureinrichtungen ist wichtig für die Lebensqualität in der Stadt und ihren Umland. Die Verfügbarkeit von kulturellen Angeboten ist für viele Menschen ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung in welcher Stadt sie wohnen möchten. Das Land sollte daher zukünftig mehr Zuschüsse bereitstellen.

Christian Prachar (Die Partei):

Selbstredend, denn: „Die Bühne scheint mir der Treffpunkt von Kunst und Leben zu sein.“ (Oscar Wilde). Lediglich den unangemessenen Hype um Günter Grass werde ich unterbinden mittels unserer Forderung „Göttingen zur allergrünsten Stadt machen – Mehr Gras statt Grass!“

Felicitas Oldenburg (FDP)

Die Kulturförderung durch das Land Niedersachsen ist definitiv zu stärken. Göttingen sollte endlich ein Landesmuseum Ethnologie für die weltberühmten Sammlungen James Cook und Baron von Asch erhalten; die Förderung für Händelfestspiele, DT, Göttinger Symphonieorchester durch Zuschussverträge muss den gestiegenen Tarifen angepasst werden.“

Michael Goldmann (AfD),:

Ich trete für alles ein was Sinn macht. Aber viele Menschen wie ich arbeiten in 3 Schichten, am Wochenende, in Dauernachtschicht, Sonn.- und Feiertags. Ich und viele andere, haben gar nicht die Zeit und das Geld in Kultur zu machen. Daher kann ich zu dem Thema noch nichts sagen. Es wird sich zeigen, da es meiner Meinung nach ein Luxusproblem ist.

Die Antworten der Kandidaten im Wahlkreis 16, Göttingen/Hann.Münden:

Gerd Hujahn (SPD):

Ja!

Joachim Bons (Linke):

Kulturelle Einrichtungen, wie das JT, die Musa, das DT oder auch Projekte der freien Kulturarbeit, sind für mich wichtig für das gesellschaftliche Klima und die Lebensqualität der Menschen in Stadt und Umland. Ich trete ein für eine ausgewogenen Finanzierung in der Breite und Vielfalt der kulturellen Einrichtungen und vor allem auch dafür, dass Bürger an dieser Kultur teilnehmen können. Darum setze ich mich für eine Sozialkarte für die Kultureinrichtungen ein, die Menschen mit geringem Einkommen den Zugang ermöglicht.

Karsten Beuermann (Freie Wähler):

Die Stadt Göttingen ist nicht isoliert zu betrachten - jeder Kommune kommt eine tragende Rolle zu. Sie sind gefordert, Kunst und Kultur vor Ort für die Bürger zu fördern. Kulturelle Identität ist schließlich auch die Voraussetzung dafür, dass Bürger aktiv und kritisch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Eine wesentliche Voraussetzung ist hierfür eine florierende Kultur- und Kreativwirtschaft und dies auch im ländlichen Bereich. Neben der Förderung bedarf es dabei unterstützender Maßnahmen im Bereich der Kompetenzentwicklung, Kapitalbeschaffung und Erschließung neuer Märkte. Wir wollen mehr Transparenz in der landesweiten Kulturförderung erreichen. Die Fülle der Förderinstrumente ist unüberschaubar.

Reiner Plümer (AfD):

Eine angemessene Förderung von Kultureinrichtungen seitens des Landes halte ich im gesamten Landkreis für sinnvoll und vertretbar. Dabei ist mir eine ideologiefreie und ausgewogene Förderung wichtig.

Antworten der Kandidaten im Wahlkreis 15, Duderstadt:

Thomas Ehbrecht (CDU):

Das Kulturangebot in einer Stadt wie Göttingen ist von großer Bedeutung – gerade bei dem Standort unserer Kreisstadt - mit seinem ländlichen Umfeld. Alle Stadt- u. Kreisbewohner können von den exzellenten Angeboten den Nutzen des vielfältigen Kulturprogramms erhalten. Der Kreis beteiligt sich und genauso gibt das Land entsprechende Mittel. Diese Landesmittel müssen auch in Zukunft – nur gleich mit dem Faktor eines Kostensteigerungsindex, wie bei den Lohn- und Lohnnebenkosten - versehen werden. Damit bekommen wir ganz einfach Planungs-Etatsicherheit für unsere Kultureinrichtungen.

Doris Glahn (SPD):

Kultur bereichert die Gesellschaft und steigert die Lebensqualität und Attraktivität einer Region oder eines Ortes.

Daher werde ich mich für höhere Zuschüsse in Stadt und Landkreis einsetzen, und zwar sowohl für die bestehenden professionellen Einrichtungen, als auch für private Initiativen, Vereine und/oder Gruppen, die mit Theater, Kunstausstellungen, Konzerten u.v.m., vielfach ehrenamtlich, für kulturelle Vielfalt in den ländlichen Regionen sorgen.

Marie Kollenrott (Grüne):

Kultur ist ein hohes Gut für eine lebendige und weltoffene Stadt wie Göttingen, ihr kommt nicht zuletzt auch ein Bildungsauftrag zu. Aus meiner Sicht sollten alle der drei aufgeführten Kultureinrichtungen unbedingt erhalten bleiben und langfristige Planungssicherheit genießen. Zudem ist auch die Subkultur förderungswürdig. Was täten wir in einer Stadt ohne Live-Musik-Events, geteilte Poesie, Ausstellungen etc. Die großen Kultureinrichtungen und die Subkulturevents dürfen keinesfalls gegeneinander ausgespielt werden. Deshalb werde ich mich dafür einsetzen, dass die Kulturlandschaft bei der Fördermittelverteilung nicht leer ausgeht.

Dietmar Ehbrecht (Freie Wähler)

Grundsätzlich obliegt den Kommunen die Förderung der Kultur vor Ort. Unterstützend für deren Verantwortung muss das Land Fördermittel für die Städte und Regionen bereitstellen. Dazu benötigen wir mehr Transparenz in der landesweiten Kulturförderung. Dann werden auch für Göttingen und das Umland Fördermittel verfügbar sein.

Stine Rummel-Strebelow (Die Linke), Wahlkreis 15:

Unsere Kultureinrichtungen leisten besonders im pädagogischen Bereich sehr gute Arbeit. Hier kann viel Unterstützung vom Land gefordert werden. Für meine Partei und mich wäre die Akquise dieser Förderung ein wichtiges politisches Mittel.

Antworten der Kandidaten im Wahlkreis 12, Osterode

Almuth Macksensen (Grüne)

Wir hoffen hier am Harz, aufgrund der Fusion der Landkreise, künftig stärker vom kulturellen Angebot in Göttingen profitieren zu können. Das lässt sich voraussichtlich nicht ohne Erhöhung der Zuschüsse erreichen. Ich werde dafür eintreten, dass die Kultur hier in der Region ankommen kann. Wir Grünen setzen uns für ein breites Kulturangebot ein, auch um den ländlichen Raum zu stärken. Dazu gehört für uns auch ein Ausbau der Anbindung an Göttingen mit klimaverträglichen öffentlichen Verkehrsmitteln.

Heiko Denk (FDP):

Es ist das Ziel, dass sich Kunst und Kultur weiterhin frei entwickeln können. Es gibt eine kulturelle Vielfalt, die weiterhin ausgebaut werden muss. Im Mittelpunkt liberaler Kulturpolitik stehen Gestaltungsfreiheit und Eigenverantwortung. Behördliche Regulierungseingriffe lehnt die FDP ab. Wir möchten Kultureinrichtungen motivieren, verstärkt durch Eigeninitiative Drittmittel einzuwerben. Der Anreiz für die Kultureinrichtungen soll darauf beruhen, dass sie umso mehr öffentliche Gelder bekommen je mehr Drittmittel sie selbst einwerben.

Südniedersachsenprogramm und Inklusion:

Jannik Bönsch stellte diese Frage an Gabriele Andretta (SPD) und Ludwig Theuvsen (CDU), beide Wahlkreis 17, Göttingen: “Wie wollen sie darauf reagieren, dass es in der letzten Zeit viel Kritik an der Umsetzung der Inklusion an den Schulen gegeben hat?

Von diesen beiden Kandidaten wollte Joshua Steyer folgendes wissen: “Das Südniedersachsenprogramm hat schon viel bewirkt, über 100 Mio. € sind in die Wirtschaft der Region und andere Projekte geflossen. Soll das Programm Ihrer Meinung nach weitergeführt werden?”

Antworten Gabriele Andretta (SPD):

1: Das Programm ist für Göttingen ein voller Erfolg. Beispielhaft weise ich auf die Einrichtung des Gesundheitscampus auf dem alten Satorius-Gelände hin, bei dem die Wirtschaft, die Hochschulen und das Uniklinikum für eine Verbesserung der Ausbildung von Pflegepersonal zusammenarbeiten oder auf die Förderung von Start-up-Zentren mit dem Fokus „Life Science“ (SNIC). Ich werde mich für die Fortsetzung des Programms einsetzen, denn es gibt noch viele spannende Projektideen. Die von der CDU geplante Zerschlagung der neu geschaffenen Förderstrukturen würde für Göttingen und unsere Region einen unvorstellbaren Rückschritt darstellen. Es wäre ein Rückschritt in Zeiten des Stillstands aus der schwarz-gelben Ära.

2. Deutschland hat die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet, die für das Land Verpflichtung ist. Die CDU-Idee, die Inklusion auszusetzen, geht in die völlig falsche Richtung. Wir sehen aber die Probleme, vor allem auch die personellen Engpässe. Wir wissen, dass es den Wunsch aus den Schulen nach pädagogischen Fachkräften gibt, die bei der Inklusion unterstützen. Mit 650 Inklusionskräften und 150 Stellen für Sprachförderung kommen wir diesem Wunsch nach. Das Ziel der nächsten Zeit wird es sein, multiprofessionelle Teams an den Schulen aufzubauen, in denen Lehrkräfte, Eltern und anderes Fachpersonal wie beispielsweise Schulpsychologen, Assistenzpersonal und Therapeuten zusammenarbeiten. Damit zukünftig ausreichend Sonderpädagogen zur Verfügung stehen, haben wir die Studienplatzkapazitäten für Sonderpädagogik wieder aufgestockt. Göttingen ist zurecht stolz auf sein erfolgreiches Inklusionskonzept. Dieses werde ich weiter unterstützen.

Antworten Ludwig Theuvsen (CDU):

Das Südniedersachsenprogramm ist vor allem eine PR-Coup der rot-grünen Landesregierung. Es ist kaum Geld nach Südniedersachsen geflossen, das nicht auch ohne dieses Programm den Weg nach Südniedersachsen gefunden hätte. Gut ist allerdings, dass jetzt besser als in der Vergangenheit alle wichtigen Akteure in der Region an einem Strang ziehen. Daran sollten wir in Zukunft unbedingt anknüpfen. Wenn dann das Südniedersachsenprogramm endlich wirklich mit Geld unterlegt wird, kann daraus sogar noch eine echte Erfolgs-Story werden.

2. Inklusion ist ein gesellschaftlich enorm wichtiges Ziel. Wie Inklusion an unseren Schulen durch Rot-Grün umgesetzt wurde, ist allerdings schlicht eine Katastrophe, die zu Lasten des Wohls der Kinder geht, die den Elternwillen nicht ausreichend respektiert und die die Lehrer im Schulalltag überfordert. Die CDU steht ohne Wenn und Aber zur Inklusion. Damit sie zukünftig gelingen kann, werden wir nach der Wahl drei Dinge tun: 1.) Die Schulen personell so ausstatten, dass sie die Inklusion mit Erfolg auch tatsächlich umsetzen können. 2.) Sorgfältig analysieren, wo Inklusion bereits gelingt und wo sie zu scheitern droht. Die guten Beispiele sollen dann als Vorbild für alle Regionen des Landes dienen. 3.) Keine weiteren Schließungen von Förderschulen, weil es Kinder gibt, die dort entsprechend ihres individuellen Förderbedarfs zielgenauer gefördert werden können. Letztlich soll der Elternwille dafür entscheidend sein, an welcher Schule ein Kind mit Förderbedarf angemeldet wird.

Frage zur IGS in Duderstadt:

Ulrich van Almsick von der Elterninitiative der IGS Duderstadt, stellt diese Frage an die Kandidaten der SPD: “Nach den Herbstferien gibt es eine Elternumfrage an den Grundschulen im Landkreis. Wie wollen Sie das Versprechen von Herrn Landrat B. Reuter umsetzen, bei entsprechendem Elternvotum, die IGS in Duderstadt bereits zum Schuljahr 2018/19 neu zu gründen und in Trägerschaft des Landkreises mit einem 5. Jahrgang weiter zu führen?”

Doris Glahn (SPD), Wahlkreis Duderstadt:

Mit der Elternbefragung wird es verlässliche Zahlen geben, wie viele Eltern eine IGS in Duderstadt als Schulform für ihr Kind wünschen. Eine Befragung durchzuführen, war ein wichtiges Anliegen der Elterninitiative IGS. Ich halte dieses für den richtigen Weg, denn nur durch die Beteiligung der Eltern kommen wir zu aussagefähigen Ergebnissen. Wenn die Ergebnisse vorliegen, und sollte es ein Votum für eine IGS mit ausreichenden Schülerzahlen geben, werde ich mich auch auf Landesebene für die zügige Umsetzung des Elternwillens in 2018 einsetzen.

Gabriele Andretta (SPD), Wahlkreis Göttingen:

Die SPD in Niedersachsen tritt schon immer konsequent für die Einrichtung von Integrierten Gesamtschulen ein. Deshalb haben wir auch nach der Regierungsübernahme sehr rasch das Errichtungsverbot für Gesamtschulen aufgehoben und geregelt, dass Schulträger berechtigt sind, Gesamtschulen einzurichten, wenn die Entwicklung der Zahl der Schüler dies rechtfertigt. Damit wäre generell auch der Weg frei für eine IGS in Duderstadt. Ich habe diese Änderungen im Schulgesetz damals entschieden mit unterstützt. Allerdings liegt bei der Errichtung einer IGS in Duderstadt die Entscheidung weder beim Land noch bei mir. Es ist allein die Sache des Schulträgers, also des Landkreises Göttingen. Der Kreistag muss die Einrichtung beschließen.

Gerd Hujahn (SPD), Wahlkreis Göttingen/Hann.Münden:

Ich bin für den Erhalt und die Einführung von Integrierten Gesamtschulen. Wenn sich darüber hinaus die Eltern dafür aussprechen, würde ich für die Schaffung einer solchen Schule kämpfen.

Die Antworten im Interview mit Radio-Moderator Jan Fragel:

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Von Britta Bielefeld

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