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Ferienzeit = Lesezeit

Lesetipps für die Ferien Ferienzeit = Lesezeit

Die Ferien haben begonnen. Urlaub: Die Zeit, am Strand, im Garten oder auf dem Balkon ein Buch zu lesen. Wir haben Buchhändler aus der Region nach ihren Tipps gefragt. Hier Teil eins der Buchempfehlungen der Freunde des gedruckten Wortes - vom Comic bis zum Kinderbuch.

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Quelle: Karl-Josef Hildenbrand

Eckart Koh, Buchhandlung Calvör, Göttingen

Göttingen/Bad Grund.

„Die Goldgruber-Chroniken“ von Nicolas Mahler (Verlag: Reprodukt)

Nicolas Mahler, geboren 1969 in Wien, dort lebt er auch. Mahler ist Comiczeichner, Illustrator, Lyriker. Illustrationen fertigt er unter anderem für „Die Zeit“, Witze für NZZ am Sonntag, Titanic. Seine Comics erscheinen in der FAZ, Le Monde, La Repubblica.

Die Handlung: Frau Goldgruber ist eine Verwaltungsangestellte im Wiener Finanzamt, und Nicolas Mahler (der Autor selbst) muss sie davon überzeugen, dass das, was er macht, eher „Kunst“ ist als „Werbegrafik“. Anekdoten und Überhörtes aus dem Kunst- und Comicbetrieb - all dem entlockt Nicolas Mahler stets das Absurde und stellt es mit trockenem, distanziertem Humor dar. Ein unterhaltsamer Comic auf hohem Niveau, lustig und dennoch inhaltlich relevant. Wunderbar gezeichnet mit großartig reduziertem Strich. Das ist Kunst!!

„Boston“ von Upton Sinclair, Roman (Verlag: Manesse)

Der Autor: Upton Sinclair, US-Amerikaner, 1878-1968, lebte in Maryland, Kalifornien, Arizona und New Jersey. Sein großes Werk umfasst viele Literaturgattungen. Seit den 1920er-Jahren war und ist er sehr populär in den USA und Europa.

Der Roman spielt unter anderem in Boston in der Zeit der ­Roaring Twenties.

Partys, Jazz und Glamour gehen einher mit Korruption und brutaler Klassenjustiz. Im Mittelpunkt steht eine einflussreiche Ostküstenfamilie sowie das Schicksal der bekanntesten Justizopfer der amerikanischen Geschichte: Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti. Ein großes US-Epos, das Parallelen zur Gegenwart aufzeigt. Ein spannender, ergreifender Roman, in dem es um die moralische Glaubwürdigkeit offizieller Repräsentanten und Institutionen, um Menschenliebe und Bürgerpflicht, um Gerechtigkeit und den Mut zur Wahrheit geht. Ein faszinierendes Buch, neu übersetzt.

Christiane Goos; Buchhandlung Hertel, Göttingen

„Die Wolken waren groß und weiß und zogen da oben hin“ von Matthias Zschokke (Wallstein Verlag)

Matthias Zschokke, 1954 in Bern geboren, Schriftsteller und Filmemacher.

Schon der Titel - „Die Wolken waren groß und weiß und zogen da oben hin“ - lässt erahnen, worum es in den Büchern von Matthias Zschokke geht - um Alltägliches, nicht um klassische Helden oder Außergewöhnliches. Es lohnt sich, diesem Roman ohne viel Vorwissen zu begegnen und sich einfach überraschen zu lassen. Nur so viel sei verraten: Zschokke begleitet seinen gewohnheitsliebenden Romanhelden durch dessen Alltag, in dem auch ihm die unwägbaren Seiten des Lebens nicht erspart bleiben… Matthias Zschokke besitzt die besondere Fähigkeit, Alltägliches auf durchaus humorvolle Weise sichtbar zu machen und unscheinbare Kleinigkeiten in den Mittelpunkt zu rücken. Gerade deshalb ist es ein absolut lesenswertes und von mir sehr geschätztes Buch.

Reiner Grabe, Buchhandlung Eulenspiegel Göttingen

„Jenseits aller Grenzen. Auf den Spuren des großen Abenteurers Ibn Battuta durch die Welt des Isla“ (Verlag: DVA)

Erich Follath, 1949 geboren, ist promovierter Politikwissenschaftler und bekannter Sachbuchautor. Lange Jahre war er für das Magazin „ Der Spiegel“ als Diplomatischer Korrespondent und als Redakteur tätig, unterwegs war er vor allem im Nahen Osten, auf dem indischen Subkontinent und in Ostasien. Über die Geschichte dieser Regionen, über die Menschen und ihre Kulturen hat er zahlreiche Reportagen geschrieben. Eine faszinierende Reise durch die Geschichte und Gegenwart der islamischen Welt.

Ibn Battuta gilt als der Marco Polo des Orients und war einer der bedeutendsten Reisenden aller Zeiten: Der marokkanische Gelehrte bereiste im 14. Jahrhundert weite Teile der damals bekannten Welt, seine 30-jährige Odyssee führte ihn von Marokko über Mekka, Konstantinopel und die Krim bis nach Samarkand, Indien, Indonesien und China. Das einigende Band der von ihm bereisten Länder war der Islam, den Ibn Battuta in seinen Schriften als Religion des Fortschritts und der Toleranz anschaulich schilderte.

700 Jahre nach Ibn Battuta hat sich Erich Follath auf seine Spuren begeben. Erst wird der historische Reisebericht zitiert (vollständig erhältlich in der Edition Erdmann) - dieser ist schon spannend genug -, dann berichtet der Autor jeweils über den heutigen Zustand und das heutige Zusammenleben in den von Battuta damals besuchten Ländern. Er begegnet einer fundamental veränderten islamischen Welt: Für „Jenseits aller Grenzen“ hat er innerhalb eines Jahres die 12 wichtigsten von Ibn Battuta im 14. Jahrhundert besuchten Stationen wieder aufgesucht und dessen Eindrücke mit seinen eigenen Reiseerlebnissen der letzten Jahrzehnte als Journalist in diesen Ländern vereint.

Sein Buch ist eine Spurensuche nach einer der geheimnisvollsten Persönlichkeiten des Mittelalters, eine Nachforschung, die alte Stätten und aktuelle Brandherde der Politik erklärt und dem Leser faszinierende Einblicke in Geschichte und Gegenwart der islamischen Welt eröffnet. Die Bewertung: Für jeden zu empfehlen, der gerne Reiseberichte liest und zugleich Interesse an der aktuellen Situation hat.

Ina Mühlhause, Buchhandlung Dörpmund Bad Grund

„Die Toten von Silbernaal“ , Helmut Exner (Verlag: EPV Verlagsgesellschaft Duderstadt)

Helmut Exner, 1953 in Lautenthal im Harz geboren, lebt heute in Duderstadt.

Silbernaal, eine alte Grubensiedlung im Harz: Dort arbeiteten Menschen im Erzbergbau.

Vor siebzig Jahren wurde hier schon einmal für einen vergrabenen Schatz gemordet, das Verbrechen konnte nie aufgeklärt werden. Dann wiederholt es sich. Ich habe alle zwölf Harzkrimis von Helmut Exner gelesen. „Die Toten von Silbernaal“ gefällt mir am besten, weil es in der Nähe meines Heimatortes spielt und ich Silbernaal aus meiner Jugendzeit kenne. „Die Toten von Silbernaal“ ist zugleich der humorvollste und auch spannendste Band der Harzkrimis.

Ursula Barking, Buchladen Rosdorf

„Bitte nicht öffnen“ von Charlotte Habersack (Verlag Carlsen)

Die Autorin Charlotte Habersack begann mit sieben Jahren, an der Schreibmaschine ihrer Mutter ihr erstes Buch zu schreiben. Später studierte sie Germanistik. Heute schreibt sie Drehbücher und Romane für Kinder. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren zwei Kindern und ihren drei Hühnern in München.

Die Geschichte spielt in der Kleinstadt Boring, in der Nemo ein Päckchen mit dem Hinweis ‚nicht öffnen‘ erhält. Klare Sache - er öffnet das Paket und heraus springt ein verfressener Yeti. Während draußen die Stadt im Schnee versinkt - und das mitten im Sommer -, kommt Nemo ins Schwitzen, denn wie versteckt man einen Yeti? Eine witzige, einfallsreiche und turbulente Geschichte um Abenteuer und Freundschaft für Mädchen und vor allem auch für Jungs ab 9 Jahren.

Susanne Kinne, Buchwichtel Buchhandlung Moller, Bad Lauterberg

„Herzrasen kann man nicht mähen“ von Johannes Hinrich von Borstel (Verlag Ullstein)

Johannes Hinrich von Borstel ist einer der besten Science-Slammer Deutschlands. Er kann Herzerkrankungen ertanzen und im Rhythmus der coolsten Hits die perfekte Reanimation präsentieren. Hauptberuflich studiert er Medizin und hat sich auf das Herz spezialisiert.

Vergessen Sie also alles, was sie bisher über trockene Sachbücher über das Thema „Herzerkrankungen“ wussten - mit diesem witzigen, charmantem und gleichzeitig fachlich hoch seriösem Buch macht es einfach große Freude, sich mit dem heiklen Thema „Herz“ auseinanderzusetzen. An vielen Stellen bricht man vor Lachen in Tränen aus und damit hat das Buch bereits sein Ziel erreicht: Lachen ist die beste Medizin! Das Buch „Herzrasen kann man nicht mähen“ macht einfach gute Laune und vermittelt gleichzeitig auf charmante und unterhaltsame Art und Weise viel Wissenswertes zum Thema Herzerkrankungen und deren Vorbeugung.

Nike Steen (acht Jahre) Tochter von Ralf Steen, Buchhandlung Hertel, Göttingen

„Kotzmotz der Zauberer“ von Brigitte Werner (Verlag: Freies Geistesleben)

Die Autorin wurde 1948 geboren und ist ehemalige Grundschullehrerin. Sie lebt in Herne. Das Buch ist mein Lieblingsbuch. Es ist eine lustige Geschichte über einen sehr schlecht gelaunten Zauberer und einen kleinen Hasen voller witziger Wörter - zum Beispiel. „Sauschwartenschweinerei“ oder „Libellenflügelperlmutt“.

Meine Tochter Nike (8 Jahre alt und Leseratte) hat mitbekommen, was wir da machen, und wollte unbedingt auch ihr Lieblingsbuch rezensieren. Ich habe ihr aber gesagt, dass keineswegs sicher ist, ob Sie auch ihre Besprechung mitveröffentlichen. Bitte entscheiden Sie auch hier.

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