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Mit Wucht und Willen

Testspiel-Auftakt der BG Göttingen Mit Wucht und Willen

Licht und Schatten beim Testspiel-Auftakt des Basketball-Bundesligisten BG Göttingen in eigener Halle gegen zwei Pro-A-Teams - erst setzte es eine Pleite gegen Gotha, dann gab es einen Triumph über Hamburg.

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Gestatten, Jesse Sanders (links): Kämpfernatur vor dem Herrn, neuer Anführer des BG-Kollektivs und angehender Publikumsliebling.

Quelle: Swen Pförtner

Göttingen. Während es am Sonnabend vor 1045 Zuschauern eine ernüchternde 72:84-Niederlage gab, schossen die Veilchen am Sonntag die Hamburg Towers beim 95:56-Erfolg regelrecht ab. Von 1003 begeisterten Zuschauern angefeuert, überrollten die Göttinger die ihnen nicht ansatzweise gewachsenen Towers mit Hochgeschwindigkeitsbasketball und aggressiver Defensivarbeit. Dabei wussten vor allem die Neuzugänge zu überzeugen.

Einer sticht hervor: Jesse Sanders steht mit seinem Kampfgeist und Charisma, das ihn schnell zum Publikumsliebling machen könnte, sinnbildlich für die Spielweise der neuen BG. „Wild“ gehe es zu, wenn der Aufbauspieler die Geschicke der Göttinger leitet, so Trainer Johan Roijakkers. In der Tat drückt die BG besonders mit Sanders nach Defensivrebounds und Ballgewinnen gewaltig aufs Gaspedal.

Neben Sanders, nur selten als dessen Backup, läuft Leon Williams als Shooting Guard auf. „Wir harmonieren gut miteinander“, sagt Williams. Dass er nicht nur äußerlich dem ehemaligen deutschen Nationalspieler Jan Jagla ähnelt, beweist Scott Eatherton als reboundstarker „Big Man“ mit einem sicherem Wurfhändchen.

Athletischster Akteur im Kader ist zweifellos Melsahn Basabe. Gegen Hamburg malträtierte er den Korb allein mit vier brachialen Dunkings. Ein Anspiel pflückte er derart spektakulär aus der Luft, dass sich die Posterdruckereien der Region überlegen sollten, eine Kooperation mit der BG einzugehen. Dagegen wirkt das Spiel von Darius Carter fast unscheinbar, es ist aber nicht minder effektiv. Seinen Körper weiß das als Königstransfer deklarierte Kraftpaket unter den Körben gekonnt einzusetzen.

Am Sonnabend war es aber vielmehr Williams gewesen, der hier und da seinen Spielwitz aufblitzen ließ, während Sanders Vollgas-Basketball spielte. Allerdings hatte die Defense-Unordnung insbesondere zu Beginn regelrecht Angst gemacht.

Die Rollenverteilung bei der BG scheint noch nicht geklärt zu sein, worauf einige Missverständnisse hindeuteten. Ein Führungsspieler, der Verantwortung übernimmt, muss sich erst finden. Sanders hat das Potenzial dazu, wenngleich Roijakkers basisdemokratisch betont: „Unser Leader ist der freistehende Mann.“

Roijakkers lobt Team 
über den grünen Klee

Trotz Defense-Schwächen war BG-Trainer Johan Roijakkers bereits am Sonnabend einverstanden mit der Leistung seines Teams: „Das war genau der Basketball, den wir spielen wollen“, sagte er. „Wir hatten Leidenschaft und Tempo. Wir haben zwar mehr Fehler gemacht, aber es war wilder. Es hat mir Spaß gemacht, das anzusehen. Ich habe eine Mannschaft gesehen, die niemals aufgibt.“ Das sei ein Charakteristikum der aktuellen Mannschaft, betonte er am Sonntag: „Ich hatte noch nie ein Team, das in der Vorbereitung schon so hart gekämpft hat.“ Die Spieler begännen sich auf dem Feld zu finden. „Deshalb waren im Vergleich zur Partie gegen Gotha Fortschritte erkennbar."

„Das Publikum 
ist unglaublich“

Leon Williams

Leon Williams

Quelle:

In der niederländischen Liga hat Leon Williams regelmäßig vor der mickrigen Kulisse von lediglich 200 Zuschauern gespielt. Bei seinen ersten beiden Heimauftritten für die BG war es die fünffache Anzahl an Fans, die den Niederländer anfeuerten. Jeweils gut 1000 Zuschauer kamen in die Sparkassen-Arena – zu Testspielen wohlgemerkt. „Das ist unglaublich und absolut nicht normal für mich. Wirklich nett zu sehen“, betonte Williams nach dem Sieg gegen Hamburg. Das Publikum machte der Guard auch prompt als Faktor aus, warum am Sonntag gegen die Towers bei den Veilchen schon so vieles rund lief. „Die Fans haben einen großen Unterschied gemacht. Ihr Jubel hat uns mit Energie gespeist“, sagte Williams und fügte an: „Und ich glaube, den Zuschauern hat es auch ziemlich gut gefallen.“

Umfrage: Neue Trikots „ganz ohne Schnörkel“

Knalliges Lila und ein bisschen Weiß: Ihre neuen Trikots haben die Veilchen bei ihren Spielen in der Sparkassen-Arena präsentiert. Im Gegensatz zur Vorsaison gibt es keine lila-weißen Farbverläufe, sondern klare Kanten.
„Die Trikots sehen gut aus, ganz ohne Schnörkel“, sagt Markus, 45 Jahre, der mit seinem Sohn Linus in die Sparkassen-Arena gekommen ist. Das sieht Calvin Meier anders: Der Elfjährige trägt das Trikot der Saison 2015/16 mit der Aufschrift „Godbold“ auf dem Rücken – und er wird es auch in dieser Saison nicht ablegen: „Mir gefallen einfach die Farbverläufe. Das neue Trikot finde ich nicht so schön wie das alte.“ Entsprechend werde der BG-Fan sich die neue Variante aller Voraussicht nach „nicht kaufen“.
Allein das rote Logo der Sparkasse und das vielfarbige der Basketball-Bundesliga stechen aus dem Lila des neuen Jerseys heraus. A propos Logo: Jenes der BG fehlte in den Vorbereitungsspielen. „Es kommt noch – und wird zum ersten Saisonspiel auf jeden Fall auf dem Trikot sein“, erklärt Hallensprecher Nils Leunig.
Völlig überzeugt vom neuen Dress ist Tanja Annor. „Ich mag alles, wo viel Lila zu sehen ist. Und das kräftige Lila finde ich deutlich besser als das etwas verblasste im letzten Jahr.“
Ihr Wort hat Wert, schließlich komme sie vor allem wegen „Optik und Atmosphäre“ zu BG-Spielen. Wer rein optisch betrachtet ihr Favorit unter den Neuzugängen ist? Darius Carter sei Annor zufolge ganz vorn mit dabei.

Neues Parkett durchgefallen

Göttingen. Rundumsaniert, in Veilchen-Lila bemalt, dreifach lackiert und noch keinem Training unterzogen – doch bereits nach dem Warmmachen für das Testspiel der BG Göttingen gegen Gotha sah das Parkett in der Sparkassen-Arena am Sonnabend wie gerupft aus. Was war passiert?
Die oberste Schicht der Lackierung stand vor allem unter den Körben in Fetzen ab und ähnelte einer altersschwachen Folie, die mühelos abzuziehen ist. Warum die oberste der drei Lackschichten unter Belastung nicht kleben blieb, vermochten auch Vertreter des Arena-Betreibers Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF) nicht zu sagen, die den Lack aufgebracht hatte.
„Wir müssen aufpassen, dass es dadurch nicht zu stumpf wird“, warnte BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen bereits zur Halbzeit und hatte dabei eine möglicherweise erhöhte Verletzungsgefahr im Sinn. Die obere Schicht müsse nach seiner Einschätzung wohl abgezogen werden, „aber wie das funktionieren soll, ist mir ein Rätsel“, sagte er. „Ich bin aber auch kein Experte.“ Grundsätzlich sei er der GoeSF natürlich dankbar, dass sie das Parkett saniert hat: „Das war eine super Aktion.“ Tatsache ist aber auch, dass das Parkett bis zum Saison-Heimauftakt gegen den FC Bayern am 3. Oktober neu lackiert werden muss. „Aber bis dahin ist ja noch viel Zeit“, unterstrich Meinertshagen. Die Partie gegen die Hamburg Towers sollte „definitiv stattfinden“.war

Von Rupert Fabig und Eduard Warda

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