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Nachhilfe zum Schulanfang

Thema des Tages Nachhilfe zum Schulanfang

In rund zwei Wochen beginnt für die ABC-Schützen die Schule. Doch nicht nur für die Kinder startet damit einer neuer Lebensabschnitt. Auch die Eltern müssen sich umstellen. Aber wie bereitet man sein Kind auf die Einschulung vor? Die Beratungslehrerin und Pädagogin Rita Eggers aus Göttingen gibt Tipps.

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Sandra Schneider von Wiederholdt gibt Tipps zum passenden Schulranzen.

Quelle: Wenzel

Ordnung

„Kinder brauchen Unterstützung insofern, als dass die Eltern ihnen zutrauen, Dinge alleine zu schaffen“, sagt Eggers. Ihr Rat: Mit dem Kind gemeinsam die Schulsachen beschriften und das Kind selbst den Ranzen packen lassen. So weiß das Kind, was alles drin ist.
Zeitgefühl: Eggers empfiehlt, den Schulweg vor Beginn des Schuljahres einmal täglich mit dem Kind abzulaufen. Einerseits, damit die Schüler wissen, wie lange sie brauchen, andererseits, damit die Eltern wissen, wann sie ihr Kind losschicken müssen. „Jedes Kind hat ein anderes Tempo“, sagt Eggers. Auch ein „Probefrühstück“ schlägt sie vor. In der Schule reguliere sich das Zeitgefühl der Kinder vor allem über Pausen, Hunger und Bewegungsdrang.

Erwartungen

„Viele Kinder werden richtig gefeiert, da steigt die Euphorie und es gibt viele Vorschusslorbeeren“, sagt Eggers. Aber: „Die Kinder sind mit so viel konfrontiert, dass sie vor allem Sorge haben, ihre Eltern zu enttäuschen.“ Die Eltern sollten sich die Fragen stellen: Welche Erfahrungen habe ich in der Schulzeit gemacht? Wie geht es mir damit, dass mein Kind jetzt in die Schule geht? Dies sei hilfreich, um selbst erlebte Enttäuschungen nicht auf das Kind zu projizieren.

Schulweg

Im ersten Schritt sollten sich die Eltern verabreden, um in kleinen Gruppen mitzulaufen. Im zweiten Schritt können die Eltern zwar noch mitgehen, sollten sich aber etwa 100 Meter hinter den Schülern halten. Im letzten Schritt gehen die Kinder schließlich alleine zur Schule. Entscheidend sei hierbei vor allem die Mischung aus Zutrauen und Ernsthaftigkeit. Nach dem Motto „ihr seid jetzt Schulkinder, ich traue euch das zu“, sollten Eltern ihre Erstklässler dabei unterstützen, den Schulweg selbständig zu meistern. „Es ist verboten“: Diese Ansage sei der einfachste Weg, Kinder davon abzuhalten, zu Fremden ins Auto zu steigen, sagt Eggers. „Sie nehmen das erst einmal als Regel im Straßenverkehr hin.“ So vermeide man auch, ihnen unnötig Angst zu machen.

Tagesablauf

„Feste Strukturen sind für Kinder eine starke Orientierung und hält sie in ihrem neuen Lebensabschnitt“, erklärt die Pädagogin. Allerdings solle man individuell darauf schauen, wie es sich um das Kind verhält. Manche Kinder sind nach der Schule ausgepowert, andere wollen sofort die Hausaufgaben machen.

Feinmotorik

„Es lohnt sich, mal zu gucken, wie mein Kind den Stift hält“, sagt die Beratungslehrerin. Da ergotherapeutische Beratungen nicht selten sind, sei es wichtig, die Aufmerksamkeit auf die Motorik zu lenken. Dazu gehöre auch, Schwimmen zu gehen und im Matsch zu buddeln, sagt Eggers. Kinder sollten „mit allen Sinnen und Körperteilen die Welt erkunden.“

Loslassen

Das Loslassen sei als Herausforderung für die Eltern berechtigt, meint Eggers. Vieles habe mit Vertrauen zu tun. In jedem Fall solle man es für sein Kind „möglich machen, einen eigenen Weg zu gehen“, bekräftigt Eggers.

Manieren

Eltern hätten „eine unglaubliche Chance, wenn sie Werte und Normen eines guten Miteinanders vorleben“, findet Eggers. Entwicklungspsychologisch seien die Kinder in einem Alter, in dem das Vorbildsmodell noch sehr wirksam sei. Kinder wollen gerne nett und höflich sein, wenn sie merken, dass dies einen Wert hat und sich andere darüber freuen. In der Schule lernen die Kinder den liebevollen und respektvollen Umgang miteinander im Kleinen, damit die Welt im Großen später auch respektvoller wird, sagt die Lehrerin.

Können

Erstklässler sollten vor allem „in der Lage sein, sich alleine in eine fremde Gruppe hineinzutrauen“, sagt Eggers. Des Weiteren sollte das Kind zuhören und Ungewissheiten aushalten können. „Sie müssen nicht lesen, zählen und ihren Namen schreiben können – das lernen sie sowieso noch“, betont die Grundschullehrerin. Das Wichtigste sei, dass das Kind in die Schule möchte.

Von Yannick Höppner

Optimal ausgerüstet

Ranzen, Schultüte, Ausstattung – worauf ist zu achten? Was liegt im Trend? Der richtige Schulranzen sollte gut am Rücken sitzen, sagt Gisela Grosse. Die ehemalige Geschäftsführerin des Schreibwarenfachgeschäftes Wiederholdt empfiehlt, den ausgewählten Ranzen vor dem Kauf mit ein paar Büchern zu füllen. „Wenn die Kinder dann gehen, sieht man, wie sich der Rücken verhält“, sagt Grosse. Vor allem sei darauf zu achten, dass die Kinder kein Hohlkreuz bilden.

Bei Mädchen beliebt seien nach wie vor Glitzer, die Farbe Pink und Pferdemotive. Die Jungen seien etwas zurückhaltender, berichtet Grosse. Polizei-, Fußball- und Piratenmotive seien dieses Jahr die Verkaufsschlager.
An der Optik des Schulranzens orientiert sich häufig die Schultüte. Diese werden „zu 50 Prozent gekauft und zu 50 Prozent gebastelt“, sagt Grosse, die nach wie vor in dem Schreibwarengeschäft an der Prinzenstraße tätig ist. Beim Inhalt gingen die Meinungen heutzutage zwar auseinander, aber sie finde „nach wie vor, dass ein paar Süßigkeiten hinein gehören“. Ansonsten könne man die Schultüten mit Äpfeln, Birnen oder praktischen Dingen wie Radiergummis und Stifte befüllen.

Letztgenannte gehören zur Grundausstattung eines Grundschulkindes und sollten mit Bleistiften, Tuschkasten, Pinseln, farbigen Schnellheftern und Wachsmalstiften ergänzt werden. Filzstifte seien hingegen „out“, erzählt Grosse.
Wer von der Schule eine Checkliste für die benötigten Materialien erhalten hat, kann diese bei einem Schreibwarenfachgeschäft abgeben. Dort wird das entsprechende Schulpaket abholbereit zusammengestellt. yah

Schulweg trainieren

Zum anstehenden Schulbeginn hat die Polizeiinspektion Göttingen vor allem für  Eltern ein paar Tipps parat. „Übung macht den Meister“, sagt Polizeihauptkommissar Jörg Arnecke und rät, mit dem Kind den Schulweg zu trainieren.
Das Ablaufen des Schulweges trage unmittelbar zur Sicherheit der Kinder bei, sagt Arnecke. Dabei sei der kürzeste nicht immer der sicherste Weg. Um sich während des Ganges zur Schule im Straßenverkehr zurechtzufinden, sollten vor allem das Überqueren von Straßen an sicheren Stellen wie Zebrastreifen und Ampeln oder der „Drei-Schulter-Blick“ geübt werden. Zur Überprüfung des Erprobten biete es sich an, einmal die Rollen zu tauschen, rät Arnecke: Das Kind bringt das Elternteil zur Schule, auf diese Weise können noch offene Frage beantwortet werden.

Dabei sollten Eltern ihren Kindern stets ein gutes Vorbild sein. Das gilt beim Verhalten im Straßenverkehr wie auch bei der Kleidung. „Helle Kleidung und Reflektoren können bei Dunkelheit das Leben Ihrer Kinder retten“, appelliert der Verkehrssicherheitsberater der Polizei an die Eltern. Eile hingegen erhöhe das Unfallrisiko, weil es falsches Verhalten im Straßenverkehr provoziere.

Des Weiteren solle das Kind nur in Ausnahmefällen mit dem Auto in die Schule gebracht werden, denn das fördere die Selbstständigkeit. Wird das Kind dennoch zur Schule gebracht, sollten Eltern darauf achten, nicht direkt vor der Schule zu halten, um keine Gefahrenstellen zu verursachen, sagt der Polizeihauptkommissar. „Kinder nehmen Entfernungen und Geschwindigkeiten anders wahr“, sagt er und ergänzt: „Autofahrer sollten daher stets auf die Spontaneität von Erstklässlern vorbereitet sein.“ yah

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