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Neubau am Bahnhof

Spatenstich Neubau am Bahnhof

Am Montag begannen die Bauarbeiten am Göttinger Güterbahnhof. Die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen (GWG) baut dort einen Bürokomplex mit einem Investitionsvolumen von rund zehn Millionen Euro.

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Spatenstich: (v.l.) Dagmar Freudenberg (AWO), Ursula Haufe (GWG), Michael Bonder (AWO), Ulrike Hofmann-Steinmetz (Goethe-Institut), Gerd Litfin, Helmi Behbehani, Sven Frenzel (Sycor), OB Rolf-Georg Köhler, Martin Renker (Sycor) und Bengt Wilken (Goldbeck).

Quelle: Mischke

Göttingen. Am Montag haben die Bauarbeiten am Göttinger Güterbahnhof. Die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen (GWG) baut dort einen Bürokomplex mit einem Investitionsvolumen von rund zehn Millionen Euro.

Rolf-Georg Köhler und Ursula Haufe

Rolf-Georg Köhler und Ursula Haufe.

Quelle: Christoph Mischke

Es soll ein Vorzeigeobjekt für die Stadt Göttingen werden: Zwei Bürogebäude in unmittelbarer Nähe zum Göttinger Bahnhof und der Universität Göttingen gelegen. „Das ist ein Bekenntnis für den Wirtschaftsstandort Göttingen“, sagte Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) am Montag anlässlich des symbolischen Spatenstichs, zu dem viele am Projekt beteiligten Personen und Pressevertreter geladen waren. Die Stadt Göttingen investiert am Güterbahnhof über die GWG rund zehn Millionen Euro. „Das ist gut investiertes Geld in einen attraktiven Standort“, betonte Köhler. Die Hauptmieter für die beiden Gebäude stehen bereits fest. In eines will das Goethe-Institut ziehen, der IT-Dienstleister Sycor hat ebenfalls einen langfristigen Vertrag als Hauptmieter für das zweite Gebäude unterzeichnet.

Auf rund 5000 Quadratmetern entsteht am Standort ‚Alter Güterbahnhof‘ein moderner Bürokomplex. Davon wird die Grundfläche der beiden vierstöckigen Gebäude rund 2000 Quadratmeter ausmachen. Der Rest werden Parkplätze und Grünflächen. Zudem sind Ladestationen für Elektrobikes vorgesehen. „Wir sind im Zeitplan“, sagte Matthias Meise vom Göttinger Architekturbüro Arch Concept, welches mit der Planung beauftragt wurde. Mit der Fertigstellung rechnet Meise im Sommer 2018.

Rolf-Georg Köhler und Ursula Haufe

Symbolischer Baubeginn im Quartier Güterbahnhof.

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Die Strategie, dass die GWG die Finanzierung der Infrastruktur für Firmen wie Sycor oder das Goethe-Institut übernimmt, ist auf kommunaler Ebene nicht unumstritten. „In Neubauten für das stark wachsende IT-Unternehmen Sycor und das Deutsche Kultur- und Bildungsmarkenzeichen Goethe-Institut zu investieren, könnte so aussehen wie verquere Haushaltsstrategie, ist es aber nicht“, betonte Köhler. Firmen wie Sycor investierten eher in Mitarbeiter als in Beton, so Köhler. Auch der Verbleib des Bildungsunternehmens Goethe-Institut sei nicht immer sicher gewesen. Aus diesem Grund habe die Investition in die Immobilie eine zentrale Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Göttingen. „Wir bieten den Unternehmen die Möglichkeit lokal verankert und global aktiv zu sein und weiterhin zu wachsen“, rechtfertigte Köhler das Vorhaben.

Weiteres Bürogebäude und Parkhaus im Gespräch

Weitere Projekte seien bereits im Gespräch. Zum Beispiel sei die Stadt mit den Stadtwerken im Gespräch über ein Parkhaus. Zudem kann sich der Oberbürgermeister vorstellen, dass ein weiteres Bürogebäude in einer ähnlichen Dimension mit einer Grundfläche von 2500 bis 3000 Quadratmetern am Güterbahnhof gebaut werden könnte, falls Bedarf dafür vorhanden wäre. „Es ist ein wichtiges Projekt für die Stadtentwicklung, weil hier ein modernes urbanes Quartier entsteht“, sagte Ursula Haufe, Geschäftsführerein der GWG. Die Grundlagen dafür wurden im Jahr 2011 durch den Ankauf des Grundstücks gelegt. „Wir sind gemeinsam mit der Stadt dabei, die Standortqualität zu entwickeln. Ich freue mich über die Unterstützung“, betonte Haufe.

„Der Standort ‚Alter Güterbahnhof‘ war noch vor einigen Jahren wenig ansehnlich. „Die Gegend war als Schmuddelecke verschrien“, sagte Göttingens stellvertretende Bürgermeisterin und Sozialdemokratin Helmi Behbehani. Jetzt habe sich das Bild in diesem Quartier bereits deutlich gewandelt. Die Idee sei gewesen, zunächst Logistik anzusiedeln, was mit dem Güterverkehrszentrum gut gelungen sei. Anschließend sollten Dienstleister angesiedelt werden, was ebenfalls gelungen sei. „Ich finde es wichtig, dass wir in Gebäude investieren“, so Behbehani. Dies sei eine politische Grundsatzfrage und im Interesse der Wirtschaftsförderung vernünftig. Deshalb müsse sichergestellt sein, dass sich die Investitionen am Ende auch rechnen.

„Mit der GWG haben wir einen Partner gefunden, um unser Platzproblem zu lösen“, freute sich Sycor-Geschäftsführer Marko Weinrich. Mit dem Standort „Alter Güterbahnhof“ wolle Sycor nicht nur den Stammsitz am Bahnhof entlasten, sondern auch die weiteren Göttinger Standorte zusammenführen. Sycor will den Einzug im zweiten Quartal 2018 abschließen.

Auch das Goethe-Institut will dann aus den alten Räumen in das fertiggestellte Gebäude einziehen. „Seit über 40 Jahren sind wir im Fridtjof Nansen-Haus an der Merkelstraße eingemietet“, erläuterte Ulrike Hofmann-Steinmetz, Leiterin des Göttinger Goethe Instituts. Dieses Gebäude sei allerdings mittlerweile ein Sanierungsfall und entspreche nicht mehr den Anforderungen. „Wir haben deshalb das Gespräch mit der Stadt gesucht, schließlich ist es nicht auf ewig gesetzt, dass das Goethe-Institut einen Sitz in Göttingen haben muss. Eigentümerin Fridtjof-Nansen-Haus ist die Stadt Göttingen. Alternative Ideen ließen sich nicht umsetzen. Das Goethe-Institut wollte zum Beispiel die ehemalige Voigt-Schule an der Bürgerstraße nicht kaufen und zum neuen Standort-Sitz umbauen. Mit dem Standort am Güterbahnhof zeigt sich Hoffmann unterdessen sehr zufrieden. „Wir haben einen langfristigen Mietvertrag für diesen attraktiven und zentralen Standort unterzeichnet. Auch unser Gästehaus ist gleich um die Ecke“, so Hofmann-Steinmetz.

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) rechnet bereits mit neuen Räume am Güterbahnhof. „Wir haben uns beworben, weil die Räumlichkeiten am alten Standort an der Hospitalstraße nicht mehr den Anforderungen entsprechen. Wir hoffen nun, dass wir am Güterbahnhof einziehen dürfen“, sagte Dagmar Freudenberg, Vorsitzende der Awo-Kreisverband Göttingen, der mit 30 Mitarbeitern am Güterbahnhof einziehen würde.

Goethe-Institut

Bereits im Februar 2015 hatte Ulrike Hofmann-Steinmetz, Leiterin des Göttinger Goethe-Instituts bemängelt, dass der jetzige Standort im Fridtjof-Nansen-Haus nicht mehr den Ansprüchen genüge und die Villa, die sich im Besitz der Stadt befindet, „stark renovierungsbedürftig“ sei. Das Goethe-Institut plant nun den Umzug an den Güterbahnhof. Dort werde das Institut rund die Hälfte der Flächen anmieten, die für Verwaltung und Unterrichtsräume genutzt werden sollen. Schon jetzt nutzt das Sprach-Institut für die Unterbringung seiner Schüler, Gästezimmer im neu gebauten, nahe gelegenen Bartholomäusbogen. Der Neubau am Güterbahnhof sei ein klares Zeichen dafür, wie wichtig das Goethe-Institut für die Stadt Göttingen sei, sagte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler bereits im Mai 2016. Unterdessen bereitet die Stadtverwaltung Göttingen den Verkauf des Fridtjof-Nansen-Hauses vor. bm

Sycor

Der Neubau, in den der IT-Dienstleister Sycor am Güterbahnhof einziehen wird 5,3 Millionen Euro kosten. Das Gebäude soll passgenau für den IT-Dienstleiter Sycor erstellt werden. Die Geschäfte von Sycor florieren. 2016 wuchs die Firma um 100 Mitarbeiter. Mit 550 Mitarbeitern war die Sycor Gruppe am Jahresanfang gestartet, zum 31.12.2016 waren es weltweit 650 Beschäftigte. Davon sind ungefähr 450 Mitarbeiter in der Stadt Göttingen beschäftigt. Kurz nach der Unterzeichnung des Mietvertrages mit der GWG wurde allerdings bekannt, dass die Firma Sycor, die aktuell immer noch zur Ottobock Gruppe gehört, verkauft werden soll. Der Verkauf von Sycor stelle für das langfristige Mietverhältnis mit der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen (GWG)kein Hindernis im Gegenteil. „Wer kauft schon ein Unternehmen, was nicht weiter wächst“, sagte Geschäftsführer Marko Weinrich. bm

Von Bernard Marks

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