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Bettenhaus am Klinikum: Baubeginn 2017?

Prognose der Ministerin Bettenhaus am Klinikum: Baubeginn 2017?

Es geht um viele Millionen Euro: Eines der größten Bauprojekte Südniedersachsens ist der Neubau des Bettenhauses und des Operationstraktes der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Am Mittwoch haben die Verantwortlichen in Hannover erneut getagt. Den erhofften endgültigen Startschuss gab es noch nicht.

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So soll das neue Bettenhaus der UMG aussehen.

Quelle: UMG

Göttingen. Dennoch: „Bei der Sitzung wurde inhaltliche Einigkeit und eine Zustimmung aller Beteiligten über den weiteren Fortgang des Genehmigungsverfahrens erzielt“, so der Finanzvorstand der UMG, Sebastian Freytag. „Als UMG gehen wir davon aus, dass wir alles, was wir dazu beitragen können, umgehend zu Beginn des kommenden Jahres zusammengestellt haben und dem MWK vorlegen werden.“

Nachdem die UMG zwei Deutsche Forschungszentren bereits fertig gebaut hat, sei nun „dringend“ die Krankenversorgung dran, sagt Freytag. „Die Entscheidung ist wirklich dringend“, sagt er. Denn fast alle Gebäude der UMG sind 40 Jahre alt und damit nicht mehr zeitgemäß für eine Klinik der Maximalversorgung. Das gilt auch für die Bettenhäuser rund um den zentralen Operationsbereich. Immense Energiekosten oder mangelnde Barrierefreiheit sind nur zwei Faktoren, die die Dringlichkeit eines Neubaus unterstreichen.

625 Betten auf acht Ebenen

Der Bau des neuen Bettenhaues und des OP-Gebäudes ist Bestandteil des so genannten Generalentwicklungsplans für die UMG. Bis etwa ins Jahr 2025 umfasst der Plan ein Bauvolumen von mehr als 800 Millionen Euro. Der erste Bauabschnitt beinhaltet zunächst den Bettenhausneubau (Bauabschnitt 1a) und dann den Operationstrakt (Abschnitt 1b). Das neue Bettenhaus soll eine Fläche von 53 000 Quadratmetern, verteilt auf acht Ebenen umfassen – mit einer Intensivstation, drei Ebenen für die Normalstationen der Kardiologie, Chirurgie und Neurologie, Platz für 625 Betten und einem Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach. Bereits 2014 hat das Land die so genannte Baubedarfsanmeldung für den Neubau genehmigt. Die Bauentwurfsplanung liegt dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur nun seit mehr als einem Jahr (MWK) vor.

Das für die Unikliniken zuständige Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur muss dafür dem Finanzausschuss des niedersächsischen Landtages (MWK) empfehlen, die für den Neubau notwendigen Gelder freizugeben. Wenn das beschlossen ist, kann der Bau beginnen. Die Mitarbeiter, Patienten und Verantwortlichen der UMG warten schon lange darauf. Die grundlegende Planung für das neue Bettenhaus (Bauabschnitt 1a) und den OP-Trakt (Bauabschnitt 1b) stammen aus dem Jahr 2012. „Wir haben einen gewissen zeitlichen Druck“, so Freytag. Jahrelang wurde an den Plänen gefeilt, nachgebessert, angepasst. Die Unterlagen umfassen 38 Ordner Akten. Im Laufe der Jahre ändern sich nicht nur Baurichtlinien, Normen, Energieverordnungen sondern auch die Ansprüche an Gebäude. Wenn die Gelder Anfang 2017 vom Finanzausschuss freigegeben werden, könnte die Ausschreibung der Aufträge möglicherweise im April beginnen - ein halbes Jahr lang läuft die Ausschreibungsfrist. Im Oktober könnten nach dieser Zeitplanung die Zuschläge erteilt werden, das Baugenehmigungsverfahren läuft parallel an. „Wir könnten dann mit ersten Bauvorbereitungen im November 2017 beginnen“, sagt Freytag. Der Vorstand rechnet mit einer Bauzeit von rund drei Jahren. „Der Rohbau wird schnell fertig werden, aber die aufwändige Gebäudetechnik beispielsweise braucht Zeit.“ Freytag hofft, dass der Klinikbetrieb durch den Bau nur wenig gestört wird. Der Neubau entsteht auf einem freien Gelände im Südwesten, dort wo der Ententeich war.

Eine weitere Hoffnung: Dass Bauabschnitt 1b, der neue OP-Bau, ein Jahr nach der Fertigstellung des Bettenhauses ebenfalls fertig ist. Freytag: „Die Bauabschnitte sind eng miteinander verbunden“. Der Rohbau des OP-Traktes soll möglichst stehen, bevor die ersten Patienten in das neue Bettenhaus nebenan ziehen. Die Planung für den OP-Neubau ist bereits an neue Bedürfnisse angepasst worden. Das Gebäude soll rund 20 000 Quadratmeter groß werden. Die Grundfläche des neuen Zentral-OPs ist noch nicht fest geplant. Diese Zahl entspreche den ersten Planungsüberlegungen, kann sich aber noch ändern. Da mehr Patienten in der UMG behandelt wurden als geplant, seien größere OP-Kapazitäten im Neubau vorgesehen. Erst wenn beide Bauten fertig sind, wird mit dem Abriss des alten Bettenhauses begonnen.

Einigung erzielt

Vier Fragen an Niedersachsens Wissenschafts-Ministerin Gabriele Heinen-Kljajić (Grüne):

Gabriele Heinen-Kljajićfoto

Gabriele Heinen-Kljajićfoto

Quelle: dpa

Seit September 2015 liegt die dritte Stufe der Gesamtplanung in Ihrem Ministerium vor. Eine Entscheidung gibt es noch nicht. Ist dieser Zeitraum üblich? Was ist in diesem Zeitraum konkret geschehen?

Nachdem das Ministerium die Bauanmeldung des Bauabschnitts 1 a der Generalentwicklungsplanung der UMG im Oktober 2014 genehmigt hatte, hat die UMG die weiteren Planungen ausgearbeitet. Diese erforderlichen Unterlagen wurden meinem Haus im September 2015 vorgelegt und dann – wie es gängiges Verfahren ist – von der fachlich zuständigen Behörde des Landes, der Oberfinanzdirektion, geprüft. Auf der Grundlage der Überprüfung durch die Oberfinanzdirektion wurden dann die Planungen der UMG überarbeitet und weitere Unterlagen vorgelegt.

Ministerpräsident Stephan Weil kündigte den ersten Spatenstich für 2016 an. Wann fällt die endgültige Entscheidung?

Heute konnten auf einer Sitzung, an der neben dem Wissenschaftsministerium, die UMG, die Oberfinanzdirektion und der Landesrechnungshof teilnahmen, wesentliche Probleme erläutert und eine Einigung erzielt werden. Danach kann die UMG den Planungsprozess für dieses wichtige Bauvorhaben weiter vorantreiben. Nach den Bestimmungen der Landeshaushaltsordnung wird sich dann im neuen Jahr noch der Ausschuss für Haushalt und Finanzen des Landtages mit dem Vorhaben beschäftigen. Nach dessen Zustimmung können die Planungen und Mittel für die Realisierung schließlich von meinem Ministerium freigegeben werden.

Über welche Summe wird entschieden?

Es ist nicht auszuschließen, dass der Betrag über der derzeit im Haushalt veranschlagten Summe von 138 Millionen Euro liegen wird. Auch das ist durchaus ein normaler Vorgang, da nach unserer Haushaltspraxis in Niedersachsen Bauvorhaben zu einem sehr frühen Zeitpunkt in den Haushalt aufgenommen werden und die genannten Summen noch mit entsprechenden Ungenauigkeiten behaftet sind.

Wann ist dann mit dem Baubeginn zu rechnen?

Ich gehe nach der heute erzielten Einigung davon aus, dass mit einem Baubeginn noch im Jahr 2017 zu rechnen ist. Wann genau dies sein wird, hängt von der weiteren Planung der UMG ab. Die Landesregierung unternimmt gerade erhebliche Anstrengungen, um die bauliche Situation der beiden niedersächsischen Hochschulkliniken in Hannover und in Göttingen deutlich zu verbessern. Wir erwarten, dass dies zu einer Beschleunigung der Planung und Umsetzung der weiteren Baustufen zur Sanierung und Modernisierung der baulichen Infrastruktur führt. So gewährleisten wir weiterhin wettbewerbsfähige Bedingungen in der Krankenversorgung sowie in Forschung und Lehre, damit die UMG ihre erfolgreiche Arbeit fortführen kann.

Ein Haus fürs Herz

Nachdem im vergangenen Jahr das neue Forschungsgebäude für das Institute for Biostructural Imaging of Neurodegeneration und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen fertiggestellt wurden, ist nun auch das zweite Deutsche Forschungszentrum, das für Herz- Kreislauferkrankungen (DZHK) fast fertig. Die Bauarbeiten am Gebäude und im Außengelände sind abgeschlossen, es laufen die Innenausbauarbeiten. Sie sollen Ende Januar fertig sein. Ab Februar können die Wissenschaftler einziehen. Das bunte Gebäude zwischen Robert-Koch-Straße und UMG bietet auf zwei Geschossen mit einer Nutzfläche von 1650 Quadratmetern Platz für 44 Labore, 17 Büroräume und einen Konferenzraum. Die Baukosten in Höhe von rund 11,3 Millionen Euro trägt die UMG. Dort werden Forschungsaktivitäten der Uni, der UMG, der drei Max-Planck-Institute und des Deutschen Primatenzentrums zusammengeführt. Der wissenschaftliche Schwerpunkt des DZHK ist die Herzinsuffizienz.

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