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Noch 150 Umzüge und ein Wappen

Thema des Tages Noch 150 Umzüge und ein Wappen

Rund 1600 Mitarbeiter an vier Standorten hat die neue Kreisverwaltung. Am 1. November ist es offiziell, der Landkreis Osterode ist dann Geschichte, die Fusion der Landkreise Göttingen und Osterode vollzogen. Die meiste Arbeit ist getan. Mehr als 400 Mitarbeiter sind bereits umgezogen, 150 weitere folgen.

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Sprecher des Landkreises Ulrich Lottmann sitzt auf gepackten Kartons.

Quelle: Wenzel

Göttingen. In den Fluren des Göttinger Kreishauses stapeln sich die Umzugskartons. In den Büros wird gestrichen, verputzt und renoviert. Zuständig für Koordination der rund 550 Umzüge ist Tanja Waßmann vom Gebäudemanagement. Umziehen, das heißt künftig für manche Beamte, von Osterode nach Göttingen pendeln – oder umgekehrt. Die beiden Kreisverwaltungen sind neu aufgeteilt, einige Ämter, wie die Kämmerei, sind nach Osterode verlegt worden, einige nach Göttingen. „Wichtig ist, das alle bürgernahen Dienstleistungen an allen Standorten erhalten bleiben“, sagt Pressesprecher Ulrich Lottmann. Pässe oder Autokennzeichen sind also auch künftig am gewohnten Schalter zu haben.

3000 Kubikmeter Akten

Umziehen, das heißt auch, innerhalb Göttingens umzuziehen. „Wir haben im Gothaer-Gebäude an der Geismar Landstraße drei Büroetagen mit 60 Räumen gemietet, dort ziehen Kollegen vom Sozial- und Jugendamt ein“, so Waßmann. Außerdem sind in zwei Häusern an der Bürgerstraße, zwei weiteren am Walkemühlenweg und in einem an der Arnoldischule Beamte untergebracht. „110 Kollegen ziehen in die Nebengebäude, 112 in Büros nach Osterode um“, sagt Waßmann.

Insgesamt werden 3000 Kubikmeter Kartons voller Akten von einem Büro ins neue geschafft. „Das entspricht der Größe von fünf bis sechs Einfamilienhäusern“, so Waßmann.  Im April 2015 haben die Vorbereitungen begonnen, im November soll die Fusion der beiden Verwaltungen abgeschlossen sein. Das erste Amt bezog im Mai neue Räume – das waren die Mitarbeiter, die ins Gothaer-Gebäude zogen. Die Letzten werden voraussichtlich die Beschäftigten des Umweltamtes und des Katastrophenschutzes sein.

Kreis Gö: Zwei Buchstaben, drei Zahlen

Im neuen Landkreis dürfen künftig Autokennzeichen mit vier Ortskürzeln verwendet werden; nämlich GÖ, HMÜ, DUD und OHA. Niemand muss also durch die Fusion sein Autokennzeichen wechseln. Nach Angaben der Kreisverwaltung bleibt es zudem auch dabei, dass diejenigen, die im Landkreis ihr Fahrzeug anmelden, grundsätzlich zwei Buchstaben und drei Zahlen erhalten.

„Grundsätzlich heißt in diesem Fall, es gibt seltene Ausnahmen“, so Andrea Riedel-Elsner von der Kreisverwaltung. Andere Kombinationen wie ein Buchstabe und vier Zahlen oder zwei Buchstaben und zwei Zahlen werden in der Regel von der Zulassungsstelle der Stadt vergeben. Am 1. Oktober waren 7953 Fahrzeuge mit HMÜ und 6249 mit DUD-Kennzeichen unterwegs. Insgesamt sind im Landkreis Göttingen 114 962 im Landkreis Osterode 68 631 Fahrzeuge angemeldet. Alle Kreiseinwohner haben künftig die Wahlmöglichkeit zwischen GÖ, OHA, HMÜ und DUD. bib

Die neue Kreisverwaltung hat dann rund 1500 Stellen, das sind mehr als zuvor.  „Das hat aber nichts mit der Fusion zu tun“, erklärt Lottmann. Denn die neuen Mitarbeiter sind vor allem für Flüchtlinge und im Jobcenter eingesetzt. „Aufgaben, die wir erfüllen müssen“, so der Sprecher. Das mit der Fusion vereinbarte Ziel, vier Prozent Personal einzusparen, werde erfüllt.

Die Aufgaben sind verteilt

Kündigungen, so Lottmann, habe es nicht gegeben. Für rund 100 Mitarbeiter, die nicht einfach den Arbeits-Standort wechseln konnten, seien meistens Lösungen gefunden worden.
Noch rund 150 Umzüge müssen Waßmann und ihre Kollegen stemmen. Und auch in den anderen Bereichen gibt es noch allerlei zu erledigen, bis alles weitgehend synchronisiert ist. „Zurzeit laufen Telefon und Emails zum Teil noch unter zwei Nummern oder Adressen“, sagt Lottmann. Aber: „Die Aufgaben sind verteilt, es ist alles besprochen.“

Der neue Landkreis wird auch ein neues Wappen bekommen. Das erstellt der Göttinger Hans-Otto Arnold. Wie es aussehen wird, ist noch geheim. Lottmann: „Den Entwurf muss der Kreistag beschließen.“ bib

Fusion mit langem Atem: Müll wird vorerst weiter getrennt

Unterschiedliche Abholsysteme und Tonnen, andere Gebühren – auch nach der Fusion der Landkreise Göttingen und Osterode wird die Müllabfuhr im Westen und Osten des neuen Kreises „getrennt gefahren“. „Vorerst und auf unbestimmte Zeit“, sagt Günther Helberg, Chef für den Bereich Abfallwirtschaft in der Kreisverwaltung.

Gebühren werden unterschiedlich kalkuliert

Der schlichte Grund: Die bisherigen Abfallsysteme in den beiden Altkreisen seien so unterschiedlich, dass sie nicht ohne großen Aufwand zusammengeführt werden können. Im Kreis Göttingen werden zum Beispiel Bioabfall und Altpapier in separaten Mülltonnen am Grundstück abgeholt, der Grünabfall wird dann in eigenen Anlagen kompostiert. Im Landkreis Osterode gibt es hingegen keine Biotonne. Küchenabfälle landen dort mit klassischem Restmüll in einem Behälter. Baum- und Strauchschnitt wird im Altkreis Göttingen zweimal jährlich am Straßenrand abgefahren – die Osteroder müssen ihn zu festgelegten Terminen an 132 Sammelstellen anliefern. Auch die Gebühren werden unterschiedlich kalkuliert.

Müllabfuhren bleiben vorerst getrennt

Wann die beiden Systeme zusammengeführt werden, sei zurzeit nicht absehbar, hatte Helberg kürzlich im Umweltausschuss des Kreistages erklärt: „Für die Region Hannover hat es zehn Jahre gedauert.“ Die komplexe Abfallwirtschaft „soll langsam harmonisiert werden“, bestätigte am Mittwoch die Sprecherin der Göttinger Kreisverwaltung Andrea Riedel-Elsner. „Aber so lange wie die Region Hannover werden wir sicher nicht brauchen“, hatte Kreisrätin Christel Wemheuer (Grüne) im Ausschuss betont. Bis dahin heißt getrennt wirklich getrennt – auch im vereinten Landkreis und auf den Mülldeponien: Bewohner des bisherigen Landkreises Göttingen dürfen zum Beispiel Gartenabfälle und Bauschutt nur auf den Deponien in Breitenberg und Dransfeld anliefern, Osteröder nur auf der Zentraldeponie in Hattorf. Für Gartenbesitzer aus Bilshausen bedeutet das mit etwa 18 Kilometern eine doppelt so lange Fahrstrecke, obwohl die Deponie in Hattorf gleich nebenan liegt.

Das liegt vor allem an der vorgeschriebenen Gebührenkalkulation. Alle Ausgaben für Abfuhr, Personal, Deponien und Weiterverwertung müssen durch (Gebühren-)Einnahmen gedeckt werden. Würden Bewohner aus dem Altkreis Göttingen Grünschnitt und Bauschutt in Hattorf anliefern, müssten die Alt-Osteroder die Leistung bezahlen. Das gleiche gilt übrigens auch für die getrennten Müllabfuhren der Stadt und des bisherigen Landkreises Göttingen. us  

Film über den neuen Landkreis

Ein neuer Landkreis braucht einen neuen Imagefilm: Der wird derzeit im Auftrag der Kreisverwaltung produziert. „Der Film soll unter anderem auf unserer Internetseite  zu sehen sein“, sagt Andrea Riedel-Elsner von der Verwaltung des Landkreises Göttingen. Die Dreharbeiten im Freien sind kürzlich abgeschlossen worden. „Wir sind jetzt dabei, den Film zu schneiden“, sagt Tobias Langer von der Agentur DeLuxe-Media in Göttingen.

Langer hat bei dem Film Regie geführt, Kameramann war Lars Zacharias. Die letzten Filmaufnahmen machte das Team auf einem Göttinger Spielplatz. Die Szenen sollen als Rahmenhandlung für den Imagefilm dienen. „Das Material geht jetzt in die Postproduktion, Ende des Jahres soll er fertig sein“, so Langer. Wie Riedel-Elsner mitteilt, soll er voraussichtlich im Februar der Öffentlichkeit vorgestellt werden. bib

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