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Northeim hat die Wahl

Drei Fragen an die drei Landratskandidaten Northeim hat die Wahl

Im Nachbar-Landkreis Northeim wird, im Gegensatz zum Landkreis Göttingen, schon am Sonntag, 28. Februar, der Landrat gewählt. Die Wahl im Landkreis Göttingen findet am Sonntag, 11. September, statt. Die vorgezogene Wahl im Landkreis Northeim war notwendig geworden, weil Landrat Michael Wickmann zum 1. September des vorigen Jahres vorzeitig in den Ruhestand gegangen ist.

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Zwei der Kandidaten: In Northeim wird gewählt.

Quelle: CH

Northeim. Zur Wahl stehen, Ladies first, Astrid Klinkert-Kittel aus Nörten-Hardenberg für die SPD, Dr. Bernd von Garmissen (CDU) aus Dassel sowie der unabhängige Kandidat  Jörg Richert aus Salzderhelden. Ihre Stimmen können die 114 000 Wahlberechtigten der knapp 135 000 Einwohner des Landkreises Northeim zwischen 8 und 18 Uhr in den 209 Wahllokalen abgeben. Erhält keiner der drei Kandidaten im ersten Wahldurchgang die absolute Mehrheit, wird eine Stichwahl erforderlich. Diese findet dann am Sonntag, 13. März, statt. Frank Beckenbach hat die Kandidaten befragt.

In welchem Bereich sehen Sie den größten Handlungsbedarf im Landkreis Northeim – und was wollen Sie in ihrer   Amtszeit unbedingt umgestalten? Welche Rolle spielt
dabei das Südniedersachsenprogramm?

Astrid Klinkert-Kittel (SPD) : Als meine vorrangige Aufgabe sehe ich, die finanzielle Handlungsfähigkeit des Landkreises Northeim wieder herzustellen, um damit Gestaltungsspielräume zu schaffen. Daneben müssen wir zwingend die Attraktivität unseres Landkreises steigern. Hierzu gehört es, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter zu stärken. Eine zügige Umsetzung des geplanten Breitbandausbaus und die Erprobung neuer Mobilitätskonzepte mit Unterstützung  des Südniedersachsenprogramms komplettieren das Aufgabenportfolio.

Bernd von Garmissen (CDU) : Wir müssen unsere Potenziale – etwa die zentrale Lage, aber auch unsere touristischen und kulturellen Schätze – viel besser nutzen. Dazu sollten alle Kommunen im Landkreis Northeim gemeinsam Stärken bündeln und Schwächen angehen. Damit die Verwaltung den Bürgerinnen und Bürgern und auch den arbeitsplatzschaffenden Unternehmen bestmöglich zur Seite stehen kann, gilt es, die Abläufe immer wieder zu hinterfragen und zu verbessern. Zum Südniedersachsenprogramm: Bitte mehr Inhalt und weniger Hochglanzpapier und Verwaltungskosten.

Jörg Richert (unabhängig) : Aktuell bei der Flüchtlingskrise. Wenn mir das Land kurzfristig mitteilt, dass zu einem unsicheren Zeitpunkt Flüchtlinge ankommen, muss ich sofort die Unterbringung organisieren. Ausreiseverpflichtungen müssen konsequent durchgesetzt werden. Die Bleibeberechtigten müssen integriert werden. Deutsch lernen ist essentiell. Das muss gefördert, aber auch gefordert werden. Das Südniedersachsenprogramm spielt hierbei keine Rolle. Wir wollen es aber nutzen, um etwa den Breitbandausbau voran zu bringen.

Welche Maßnahmen sind zwingend notwendig,   um die Folgen des demographischen Wandels  im ländlich geprägten Landkreis Northeim  abzumildern?

Bernd von Garmissen (CDU) : Damit die Menschen bleiben, zurückkehren oder auch neu zu uns kommen, benötigen sie vor allem berufliche Perspektiven (siehe Frage 1) und ein attraktives Angebot für Familie (Kinderbetreuung, Schule, Bildung) und Freizeit (Mobilität, Sport, Jugendarbeit, Kulturangebote). Wir müssen unbedingt unsere Stadt- und Ortskerne erhalten und attraktiver machen; die aktuelle Kernstadtsanierung in Hardegsen ist dazu ein tolles Beispiel. Und wir sollten aufhören, ständig unsere Chancen schlechtzureden.

Jörg Richert (unabhängig) : Die Wirtschaft dabei unterstützen, Arbeitsplätze zu schaffen und zu halten durch eine dienstleistungsorientierte Verwaltung, die Maßnahmen (beispielsweise in Genehmigungsverfahren) immer auch unter dem Aspekt der Wirtschaftsfreundlichkeit prüft. Soziale Einrichtungen und Schulen müssen erhalten bleiben. An der Bildung darf nicht gespart werden!

Astrid Klinkert-Kittel (SPD) : Menschen brauchen Perspektiven im ländlichen Raum. Das bedeutet besonders die Verbesserung der Mobilitätsangebote, die Erhaltung beziehungsweise Schaffung von Arbeitsplätzen, die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung und die Optimierung von Infrastruktureinrichtungen (z. B. schnelles Internet). Eine vielfältige Kulturlandschaft gehört heutzutage zu einem attraktiven Wohn- und Lebensumfeld ebenfalls mit dazu. Auch hier besteht die Möglichkeit der Förderung von Projekten über das Südniedersachsenprogramm.

Aus der Sicht des Landkreises Göttingen natürlich   besonders interessant, wie stehen Sie zu einem  Zusammenschluss der Landkreise Northeim  und Göttingen?

Jörg Richert (unabhängig) : Einen Zusammenschluss lehne ich ab. Der Landkreis ist in der Lage eigenständig zu bleiben. Wichtig ist mir in dem Zusammenhang, dass unser Haushalt ohne neuen Schulden auskommt. Außerdem hat die Kreisverwaltung in den vergangenen Monaten gezeigt, dass wir leistungsstark im Team sind.

Astrid Klinkert-Kittel (SPD) : Ich bin fest davon überzeugt, dass kurzfristig ein Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit mit den Städten/Gemeinden und den benachbarten Landkreisen der richtige Weg für den Landkreis Northeim ist. Für mich wäre bei Fusionsüberlegungen immer entscheidend, dass die Vorteile für die Bürger unbedingt überwiegen. Da der Landkreis Göttingen in den nächsten Jahren die Fusion mit Osterode auch praktisch umsetzen muss, stellt sich zum jetzigen Zeitpunkt die Frage einer weiteren Fusion nicht.

Bernd von Garmissen (CDU) : Eine echte Kreisfusion sehe ich gegenwärtig kritisch. Die Diskussionen darüber haben dem Ansehen des Landkreises Northeim nach außen geschadet und nach innen die notwendige Aufbruchsstimmung gefährdet. Der Landkreis Göttingen muss erst einmal die Fusion mit Osterode bewältigen und ihr zum Erfolg verhelfen. In der vertieften interkommunalen Zusammenarbeit unserer Landkreise sehe ich allerdings sehr große Potenziale. Eine bedeutende politische Herausforderung, bei der alle Landkreise in Südniedersachsen gefordert sind. 

Geboren 1967 in Osnabrück
Fachabitur in Osnabrück
Verheiratet, zwei Kinder
Dipl.-Verwaltungswirt/
Studium Rechtswissenschaften
Leitender Kreisverwaltungs-
direktor

Quelle:

Geboren 1966 in Wittmund
Abitur in Herchen/Sieg
In fester Partnerschaft
Landwirtschaftliche Ausbildung/ Studium und Promotion Rechtswissenschaften
Rechtsanwalt/Landwirt

Quelle:

Geboren 1963 in Kassel
Abitur in Kassel
Verheiratet, zwei Kinder
Diplom-Verwaltungsfachwirtin/ Diplom-Betriebswirtin
Bürgermeisterin Flecken
Nörten-Hardenberg

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