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„Redet mit uns, nicht über uns“

Aktionstag der regionalen Landwirte in der Göttinger City „Redet mit uns, nicht über uns“

Noch nie haben so  wenige Landwirte in Deutschland so viele Lebensmittel zu einem niedrigen Preis  produziert: Immer wieder aber gibt es Kritik an den Bauern. Themen wie Tierquälerei,  Pflanzenschutzmittel- oder Düngereinsatz haben das Image der Branche beschädigt.  Die Landwirte aus der Region haben davon die Nase voll. Am  Sonnabend stehen sie in Göttingen Bürgen Rede und Antwort. Hier sind einige von Ihnen.

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Göttingen. Die Bauern im Landkreis haben die Nase voll: „Wir haben das Diffamieren satt“, sagt Achim Hübner vom Landvolk. Deshalb organisieren die Landwirtschaftlichen Verbände  der Region am Sonnabend einen Aktionstag am Nabel in der Göttinger Fußgängerzone. Mehr als 100 Bauern stellen sich dort den Fragen der Bürger. „Redet mit uns,, nicht über uns“, lautet das Motto der Veranstaltung.

„Redet mit uns,, nicht über uns“, lautet das Motto der Veranstaltung. Hintergrund ist, dass in Berlin am Freitag  die grüne Woche, die weltgrößte Agrarmesse eröffnet wird. Seit einigen Jahren gibt es gegen diese Messe eine Großdemonstration, auch in diesem Jahr rufen unter anderem Tier- und Naturschutzverbände unter dem Titel „Wir haben es satt“ dazu auf. Jan Hampe vom Göttinger Maschinenring hat dafür wenig Verständnis. „Wir Landwirte stehen ständig am Pranger“, sagt er. Egal ob Tierhaltung, Düngerausbringung oder der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln: „Die gesamte Stimmungslage ist nicht gut“, so Hübner.

Ralf Bartens, 46 Jahre, Vollerwerbslandwirt. Bartens baut unter anderem Mais und andere nachwachsende Rohstoffe für die Biogasgewinnung an. Auf seinen landwirtschaftlichen Flächen wachsen unter anderem auch Zuckerrüben, Wintergerste oder Raps. Bartens steht also vor allem für diesen Bereich Rede und Antwort. Er informiert über die Themenfelder nachwachsende Rohstoffe, Biogas und Wärmenetze, Maisanbau, Nachhaltigkeit und Effizienz.

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Der Göttinger Aktionstag, der zeitgleich mit der Berliner Demonstration stattfinden soll,  steht unter dem Motto „Redet mit uns, nicht über uns“. Deshalb stehen mehr als 100 Landwirte aus der Region von 9.15 Uhr bis etwa 12.15 Uhr an der Weender Straße bereit – zu erkennen sind sie an Warnwesten, Schildern und Luftballons. Die Bauern, egal ob Ackerbauer oder Viehhalter – wollen mit den Bürgern ins Gespräch kommen, zeigen, wie wichtig ihre Arbeit ist. Wer also Fragen  zur Bullenmast oder zur Schweinehaltung hat, der kann dort gezielt einen Ansprechpartner finden oder auch Kritik loswerden.

„Wir möchten zeigen, dass wir einen guten Job machen und uns um Tier und Umwelt viele Gedanken machen“, sagt Hübner. „Wir wollen zeigen, dass wir das vernünftig machen, wer möchte, kann mit uns Besichtigungstermine vereinbaren.“ In der  Rosdorfer Biogasanlage beispielsweise gebe es jährlich 40 bis 50 Führungen.
Das Image der deutschen Landwirtschaft wird immer wieder durch Skandale beschädigt. Beispielsweise durch Berichte und schockierende Bilder über Tierquälerei in Massenställen. „Natürlich gibt es auch unter den Landwirten schwarze Schafe“, sagt Hübner, „aber es werden weniger“. 

Die Gesetze in Deutschland seien ausreichend, es müssten sich nur alle daran halten. Das gelte wohl für fast jede andere Branche auch. Und weiter: „Es ist keine Frage von Groß- oder Kleinbetrieb, ob ein Landwirt korrekt arbeitet.“
„Wir haben noch nie so viele Lebensmittel so günstig produziert wir heute“,  sagt Hampe. Im Landkreis Göttingen gibt es  derzeit noch knapp 700 Vollerwerbslandwirte. „In  den 60er Jahren waren es noch zehnmal so viele.“

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