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Mit FS-30 gegen glatte Straßen

So arbeitet der Winterdienst Mit FS-30 gegen glatte Straßen

Für die Räumung von Straßen ist der Eigentümer oder der so genannte Straßenbaulastträger verantwortlich. Für Kreisstraßen ist das der Landkreis, für die Bundes- und Landesstraßen Landesbaubehörde und für kommunale Straßen die Gemeinde. So gehts:

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Wolfgang Lindner (li.) und Fahrer Frank Dicks erklären, wie ein Räumfahrzeug funktioniert.

Quelle: Wenzel

Göttingen. Göttingen. Mit 320 PS und 18 Tonnen Leergewicht rollt das Räumfahrzeug der Göttinger Entsorgungsbetriebe über die Straßen der Stadt. Morgens um 3.55  Uhr geht es los. 19 Fahrzeuge stehen – ausgerüstet mit Schneepflug, Tank und Salzbehälter in den Startlöchern.

Der Räum- und Straßenreinigungstupp der Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) ist bereit für den Schnee. Das heißt nicht, dass die Mitarbeiter von Einsatzleiter Wolfgang Linder derzeit nichts zu tun haben. Wenn sie wetterbedingt nicht mit Schnee und Eis kämpfen, reinigen sie unter anderem die Straßen. Die Fahrzeuge, die im Sommer ebenfalls zu anderen Arbeiten genutzt werden, sind auf Winterbetrieb umgerüstet. Das ist daran zu erkennen, dass die meisten von ihnen jetzt an der Front einen Pflug tragen.

19 Räumfahrzeuge stehen in der Halle an der Rudolf-Wissel-Straße parat. „Das kleine Fahrzeug  hier, mit der Bürste vorne dran, ist für den Einsatz auf Radwegen ideal“, sagt Linder. Vom kleinen Radwege-Räumer bis hin zum 26-Tonner reicht die Flotte der GEB. „Das größte Fahrzeug kommt auf den Haupt-Einfallsstraßen zum Einsatz, die kleineren, wendigen, eher in den Ortteilen mit engen Straßen - wie in Geismar.  
Gegen glatte Straßen geht das GEB-Team mit „FS-30“ vor. „FS-30 heißt, dass es sich um eine Feuchtsalzlösung handelt“, erklärt Lindner. „70 Prozent sind Trockensalz, 30 Sole aus der Saline Luisenhall.“ Das auf der Fahrbahn haftende Feuchtsalz wird auf dem Fahrzeug gemischt, die Sole fließt durch einen Schlauch in einen Schacht, in dem es auf das Salz trifft. Die Mischung wird dann über den Streuteller dosiert gestreut. „Je schneller der Teller dreht, desto breiter wird gestreut.“

Die Streubreite können die Fahrer wie Frank Dicks im Cockpit steuern, ebenso die Menge an Salz. „In Göttingen dürfen maximal 20 Gramm Salz pro einem Quadratmeter Fahrbahnfläche ausgebracht werden“, erklärt Linder. Das ist nach einem Antrag der Grünen per Ratsbeschluss aus dem Jahr 2012 geregelt worden. Anders auf den Straßen im Landkreis. „Eine Mengenbegrenzung bei der Nutzung von Streusalz gibt es nicht“, erklärt Verwaltungssprecher Ullrich Lottmann. Auch auf den Kreisstraßen kommt FS 30 zum Einsatz.

Straßen im Landkreis Göttingen

  • Wer? Kreisverwaltung Göttingen
  • Wo? Kreisstraßenmeistereien Göttingen (Sitz in Groß Schneen) und Osterode
  • Wieviel Salz? In Groß Schneen 500 Tonnen Salz, auf der Entsorgungsanlage Breitenberg 60 und in Osterode 300 Tonnen
  • Wie weit? Rund 190 Kilometer Kreisstraßen in Eigenleistung, rund 240 in Fremdleistung
  • Wie viele Mitarbeiter? 14
  • Wie viele Fahrzeuge? Sechs  eigene LKW und Unimog,  fünf Fremdfahrzeuge
  • Wann? Bei Bedarf ab 2.30 Uhr, ansonsten nach Wetterlage
  • Welche Reihenfolge? Für jedes Fahrzeug gibt es einen Streckenplan der die Route vorgibt

Straßen in der Stadt Göttingen

  • Wer? Göttinger Entsorgungsbetriebe
  • Wo? Rudolf-Wissel-Straße 5
  • Wieviel Salz?  Rund 900 Tonnen, Sole kann regelmäßig in der Saline Luisenhall nachgetankt werden.
  • Wie weit? Knapp 1000 Straßen auf einer Streckenlänge von 700 Kilometern
  • Wie viele Mitarbeiter?  40. 22  davon arbeiten manuell im Bereich von Bushaltestellen und Fußgängerüberwegen, zwei sind am Bahnhof im Einsatz, die anderen in Räumfahrzeuge unterwegs.
  • Wie viele Fahrzeuge? 19
  • Wann? Frühschicht ab 3.55,  Spätschicht bis 21.40 Uhr. Bei extremen Witterungsverhältnissen auch länger.
  • Welche Reihenfolge? Drei Winterdienstklassen, höchste Priorität haben Straßen mit ÖPNV, starkem Verkehr, zu Krankenhäusern, Feuerwehren und Polizei, Fußgängerzonen, Anfahrtswege zu den Parkhäusern. Mittlere Priorität haben Straßen, die über einer Höhe von 200 Metern liegen.

Straßen in der Stadt Hann. Münden

  • Wer? Kommunale Dienste (KDM) Hann. Münden
  • Wo? KDM-Betriebsgelände „Vor der Bahn“
  • Wieviel Salz? I150 Tonnen Feuchtsalz und ein Spezialmittel um beispielsweise die historische Werrabrücke Buntsandstein-schonend zu streuen.
  • Wie weit? k.A.
  • Wie viele Mitarbeiter? 36
  • Wie viele Fahrzeuge? Acht
  • Wann? Drei-Schicht-Betrieb, 24 Stunden an sieben Tagen der Woche
  • Welche Reihenfolge? Ab 4.30 Uhr, Buslinien haben oberste Priorität, ebenso die Steigungsstrecke zum Krankenhaus Hann. Münden

Autobahnen,  Landes- und Bundesstraßen

  • Wer? Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau, Geschäftsbereich Gandersheim
  • Wo? Drei Autobahnmeistereien in Göttingen, Hildesheim und Seesen sowie vier Straßenmeistereien in Einbeck, Göttingen, Northeim und Uslar. Die Winterdienstfahrzeuge für den Bereich Göttingen sind in Göttingen und Hedemünden stationiert
  • Wieviel Salz?  7200 Tonnen Streusalz, davon 1500 Tonnen für den Bereich Göttingen und 900 für den Bereich Northeim
  • Wie weit? Rund 180 Kilometer Autobahn und 1050 Kilometer Bundes- und Landesstraßen
  • Wie viele Mitarbeiter?  Autobahnmeisterei: 30, Straßenmeisterei Göttingen 20, Straßenmeisterei Northeim 18
  • Wie viele Fahrzeuge? 46, davon 14 externe Unternehmerfahrzeuge im Einsatz
  • Wann? Für die Autobahn rund um die Uhr, bei den Straßenmeistereien von 3 bis 22 Uhr. Bei Bedarf auch länger
  • Welche Reihenfolge? Die Meistereien haben Räum- und Streupläne. Kriterien sind die Verkehrsbelastung, Busverkehr, Steigungs- und Gefällstrecken

Straßen in der Stadt Duderstadt

  • Wer? Stadt Duderstadt
  • Wo? Fahrzeuge in Duderstadt und in Fuhrbach
  • Wieviel Salz? Etwa 150 Tonnen. Das entspricht  65 Prozent des Jahresverbrauch aus dem langjährigen Mittel
  • Wie weit? Etwa  132 Kilometer Straße
  • Wie viele Mitarbeiter?  34 arbeiten aufgeteilt in zwei Schichten
  • Wie viele Fahrzeuge? Drei Großfahrzeuge und sechs Kleinfahrzeuge
  • Wann? Rufbereitschaft bei Bedarf, Montag bis Freitag ab 4.30 Uhr, Wochenende ab 6 Uhr
  • Welche Reihenfolge? Pläne sind für jeden Ortsteil sind auf den Fahrzeugen vorhanden,  gestreut und geräumt wird in drei Kategorien (sehr wichtig, normale Bedeutung, untergeordnete Bedeutung) in etwa zu je gleichen Anteilen
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