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Rund 38 Millionen für neue Autobahnparkplätze

Parkplätze überbelastet Rund 38 Millionen für neue Autobahnparkplätze

Die Bundesregierung hat ein Defizit an Lkw-Parkplätzen an deutschen Autobahnen festgestellt. Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr plant vier Baumaßnahmen für insgesamt mehr als 38 Millionen Euro in der Region Göttingen.

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Bis zum Jahr 2025 soll sich der Lkw-Verkehr auf den deutschen Autobahnen verdoppeln.

Quelle: Archiv

Göttingen. Bis zum Jahr 2025 soll sich der Lkw-Verkehr auf den deutschen Autobahnen verdoppeln – zu diesem Ergebnis kamen die vom Bund erstellten Pläne zu Güterverkehr und Logistik aus den Jahren 2008 und 2010. Durch die „stetig wachsende Schwerverkehrsbelastung auf den Autobahnen“, wie die Landesbehörde mitteilte, fehle es bundesweit an 14000 Stellplätzen für Lastkraftwagen. Für die Behebung dieses Missstandes stellte der Bund unlängst ein Investitionspaket von rund 260 Millionen Euro zur Verfügung. Knapp 40 Millionen Euro fließen in den kommenden Jahren in den Aus- und Neubau von vier Autobahnparkplätzen in Südniedersachsen.

So soll die Tank- und Rastanlage Göttingen um- und ausgebaut werden sowie ein Neubau der Anschlussstelle Rosdorf erfolgen. Als weitere Neubauten sind unbewirtschaftete Parkanlagen mit WC (PWC) an der Autobahn 7 zwischen Lenglern

und Holtensen (Wasserbreite) sowie bei Atzenhausen (Langer Grund) und an der Autobahn 38 bei Elkershausen (Gieseberg) geplant.
Die Baumaßnahmen seien notwendig, da bereits heute viele der vorhandenen Stellflächen überbelegt sind, teilte die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mit.

Parkende und häufig unbeleuchtete Laster in den Ein- und Ausfahrten sowie in den Fahrgassen der Parkplätze sorgen vermehrt für Gefährdungen des Straßenverkehrs und Rangierunfälle. In dem Abschnitt vom Autobahndreieck Salzgitter bis an die hessisch-niedersächsische Landesgrenze würden nach Prognose des Bundes rund 400 Lkw-Stellplätze zusätzlich benötigt.

  • Wasserbreite: Auch der Neubau der PWC-Anlage an der Wasserbreite befinde sich noch „im Verfahren“, einen Termin für den Baubeginn gäbe es noch nicht. „Wir gehen von einem dreiviertel Jahr Bauzeit aus“, erklärte Lange. Der Parkplatz zwischen Lenglern und Holtensen soll nach Fertigstellung Platz für 75 Pkw, 156 Lkw und zwölf Busse bieten. Zusätzlich sollen Schwertransporte mit eine Länge von 100 Metern auf der Anlage Rast machen können. Als Standorte für die neue PWC-Anlage waren außerdem Gebiete zwischen Elliehausen und Groß Ellershausen sowie südlich der Tank- und Rastanlage Göttingen in Frage gekommen, die aufgrund vorhandener Verkehrswege, Freileitungen und dem Abstand zum Autobahndreieck Drammetal letztlich verworfen wurden. Die Kosten für den Neubau belaufen sich nach Angaben Langes auf „derzeit geschätzte“ 8,1 Millionen Euro.
  • Tank- und Rastanlage Göttingen: Das Planfestellungsverfahren für die Baumaßnahmen wurde am 26. August letzten Jahres eingeleitet. Wann die Arbeiten beginnen, dazu könne er derzeit keine Angaben machen, da die Planungen sich „im Verfahren“ befänden, sagte Heiko Lange, stellvertretender Geschäftsleiter der Landesbehörde. Ab Baubeginn würden die Bauarbeiten „etwa eineinviertel Jahre“ andauern. Für von der Behörde geschätzte 20,8 Millionen Euro sollen an der beidseitigen Parkplatzanlage 27 neue Pkw- und 66 weitere Lkw-Parkplätze entstehen, außerdem fünf zusätzlich Busparkstände. Somit käme die Anlage zukünftig auf zusammen 177 Pkw-, 154 Lkw- und zehn Busparkplätze.
  • Langer Grund: Ebenfalls ein Neubau einer PWC-Anlage an der Autobahn 7 ist im Landkreis Göttingen bei Atzenhausen vorgesehen. Die Landesbehörde sei „kurz davor“ das Planfeststellungsverfahren einzuleiten. „Es ist vorgesehen, dass wir es noch in diesem Jahr einleiten“, sagte der stellvertretende Geschäftsleiter. Der Neubau dauere gut ein halbes Jahr, meinte Lange. Parkstände für 34 Pkw, 42 Lkw, drei Busse und Schwertransporte mit 250 Länge sind für 5,3 Millionen Euro vorgesehen. Nach Inbetriebnahme des neuen Parkplatzes wird die fünf Kilometer südlicher liegende Rastanlage Hackelberg aufgegeben. „Der Rückbau dient damit gleichzeitig als Kompensationsmaßnahme für den Neubau“, teilte die Landesbehörde mit. Dadurch entstünden nicht 42 gänzlich neue, sondern nur 33 zusätzliche Lkw-Stellplätze.
  • Gieseberg: Der geplante Bau der unbewirtschafteten PWC-Anlage Gieseberg wird seit Ende 2015 beklagt. Wie lange sich die Klage noch hinziehe, „kann ich nicht einschätzen“, sagte Lange. Daher könne er auch zu einem möglichen Baubeginn „keine Angaben machen“. Der Planfestellungsbeschluss für die Anlage, die 32 Pkw-, 24 Lkw- und drei Bus-Parkplätze beinhaltet, erfolgte bereits im März 2015. Lange warnte unterdessen: „Das kann uns bei anderen Vorhaben auch noch erwarten.“ Bis zum Richterspruch liegt der 4,1 Millionen Euro teure Neubau bei Elkershausen an der Autobahn 38 vorerst auf Eis. Andere Standorte wie die Flächen bei Niedergandern und nördlich von Besenhausen, die ebenfalls geprüft wurden, kommen nicht in Frage da sie im Überschwemmungsgebiet beziehungsweise im Rohstoffsicherungsgebiet liegen.

Von Yannis Höppner

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