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Endlich Erstklässler!

Thema des Tages Endlich Erstklässler!

Nach den Sommerferien hat ein neues Schuljahr begonnen – für die Erstklässler zum ersten Mal. Zwei dieser Schulanfänger sind Julia Stitz aus Göttingen und Joyce-Mia Kemke aus Mingerode. Sie haben in den ersten Wochen bereits viel gelernt – und sind bereits jetzt richtig stolze Schulkinder.

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Hat schon viele Buchstaben kennengelernt: Julia Stitz aus Göttingen (links). Rechts: Übt für den Scheren-Führerschein: Joyce-Mia Kemke aus Mingerode.

Quelle: Wenzel/Richter

Zwei Schulanfänger erzählen, was sie in den ersten Wochen gelernt haben.

Im Galopp über den Schulhof

Die Zahlen? „Die habe ich alle schon kennengelernt“, sagt Julia Stitz mit leuchtenden Augen. Sie ist seit einigen Wochen ein Schulkind und sehr stolz darauf. Seitdem hat Julia schon sehr viele Hausaufgaben gemacht und ganz viel gelernt, erklärt sie.
Ihre Klassenlehrerin heißt Frau Müller. Die ist sehr nett, hat lange schwarze Haare und eine Brille, erzählt Julia. Auf ihre Lehrerin freut sich das Mädchen jeden Morgen, wenn sie in die Schule geht. Beziehungsweise fährt, denn wegen des stark befahrenen Schulwegs bringt ihr Vater sie mit dem Auto in die Bonifatiusschule. Dort sitzt sie neben Phillip und Mia-Lotta, aber die Sitzordnung werde immer wieder neu gemischt. Wann das passiert? „Wenn wir quatschen“, lacht Julia verschmitzt.
Die Fächer gefallen ihr alle. Ob Deutsch, Mathe, Kunst oder Sport – Julia ist voller Eifer dabei. Doch am liebsten mag sie die großen Pausen: Wenn es klingelt, rennt Julia mit den anderen nach draußen und steuert das kleine Häuschen auf dem Schulhof an. „Da kann man sich Sachen holen“, verrät Julia, „wenn man seinen Namen in die Liste einträgt.“ Ihr liebstes Spielzeug ist das Pferdegeschirr. Damit geht‘s bis Pausenende im Trab oder Galopp über den Schulhof.
Danach ist nicht unbedingt stillsitzen angesagt. Im Unterricht werde viel gespielt. Vor allem beim Sport: Das alte Spiel „Fischer, Fischer, welche Fahne weht heute?“ steht bei Julia besonders hoch im Kurs. Der Fischer nennt eine Farbe und wer sie nicht an sich trägt, muss schnell weglaufen.
Julia isst in der Schule auch Mittag. Es macht ihr Spaß, mit den anderen zu essen, aber „bei Mama schmeckt‘s besser“, findet Julia. Nach dem Essen kann sie durch das Ganztagsangebot der Schule mit den anderen gleich weiter spielen – oder lernen. Das können sich die Grundschüler aussuchen. „Ich habe heute lesen genommen“, sagt Julia. Weil ihr Schule so viel Spaß macht.

Schulstart wie im Lehrbuch

Auf die Schule hat sich Joyce-Mia sehr gefreut. Ihre Schultüte nimmt sie jede Nacht mit ins Bett. Die drückt auch nicht beim Kuscheln, denn sie ist aus Stoff. Der Schulstart hat die Erwartungen der Sechsjährigen aus Mingerode sogar noch übertroffen.
„Schau mal, ich kann schon das O, I, U und das A. Jetzt sind wir beim E.“ Stolz zeigt das kleine Mädchen auf die einzelnen Buchstaben auf der Anlauttabelle und blättert durch das Schreiblernheft. In der Schule sitzt sie ganz vorne, neben Lukas, in der gelben Tischgruppe. Dort kann sie die Tafel und die Lehrerin besonders gut sehen. Die heißt Frau Fütterer und ist sehr nett, sagt Joyce-Mia.
Gerade arbeiten sie an ihrem Scheren-Führerschein. Dazu holt die Schulanfängerin ein Blatt aus der Schnipselmappe und verziert es mit kleinen, feinen Schnitten. Alles in Joyce-Mias Ranzen ist bunt: die Mappen, die Bücher, die Stifte und natürlich der Schulranzen. Der ist rot und ihn ziert ein farbenfrohes großes Herz.
Stillsitzen, melden, auf die Pausen warten – für Joyce-Mia ist das kein Problem. Wenn es zur großen Pause klingelt, stürmt sie mit ihren Freunden auf den Schulhof. Sie kennt fast alle ihrer Mitschüler aus dem Kindergarten und am liebsten spielen sie Pferd, Hund, Katze und manchmal auch Drache. Drache aber nur, wenn die Jungs mitspielen.
Das frühe Aufstehen macht dem Mädchen nichts aus. Sie kam schon immer früh aus den Federn. In einer kleinen Laufgruppe geht es morgens zur Schule, die nicht weit von ihrem Elternhaus entfernt ist. „Ich muss nur über die Straße, bis zur Verkehrsinsel, dann wieder über die Straße und dann um die Ecke“, erklärt das Mädchen. Über ihre Jacke trägt sie eine neongelbe Warnweste. Die hat der Verkehrspolizist verteilt, nachdem er mit den neuen Erstklässlern den Ort abgelaufen ist und sie auf Gefahren hingewiesen hat. Zur Sicherheit. Denn gut aufpassen müssen die Kinder nicht nur in der Schule. Sie lernen sehr schnell viel neues – und genauso hat sich das Joyce-Mia auch vorgestellt.

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