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Ein tiefer Blick in die Wissenschaften

Nacht des Wissens Ein tiefer Blick in die Wissenschaften

Rund 320 Programmpunkte an fünf Veranstaltungsorten in Göttingen gibt es am Sonnabend zu entdecken. Die dritte Nacht des Wissens bietet von 17 bis 24 Uhr viel zu viele Mitmachaktionen, Experimente, Führungen und Vorträge, um alle in sieben Stunden erleben zu können. Hier ein paar ausgewählte Tipps von Mitgliedern der Tageblatt-Redaktion.

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Reise in die Welt der Medizin

Göttingen. Besucher der Veranstaltungen der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) können während der „Nacht des Wissens“ in die Welt der Medizin eintauchen. Im Klinikum (Robert-Koch-Straße 40), aber auch im Lehr- und Simulationszentrum (Von-Siebold-Straße 3), in den Psychiatrischen Kliniken (Von-Siebold-Straße 3) und im Institut für Ethik und Geschichte der Medizin (Humboldtallee 36) laden Vorträge, Mitmachaktionen und Vorführungen ein, den menschlichen Körper, Krankheiten, Diagnosen und Heilungsprozesse näher kennenzulernen. Professoren, Wissenschaftler, Ärzte und Mitarbeiter der UMG informieren allgemeinverständlich über neueste Forschungsstände. Von Vorträgen, unter anderem zu den Themen „Krebs“, „Stress und Angst“ oder „Wie entstehen chronische Schmerzen?“ bis hin zu Mitmachaktionen (unter anderem: „Endoskopie zum Ausprobieren“ oder „Die Welt der Sinne: Experimente zum Sehen, Hören, Riechen und Fühlen“) steht ein umfangreiches Veranstaltungsangebot auf dem Plan. Sehenswert ist auch das begehbare Modell des Darms, das in der Osthalle des Klinikums zu finden ist. Tipp: Wer einen Vortrag besuchen, aber nicht stehen möchte, sollte frühzeitig im Hörsaal sein.

 Maren Iben

Sternengucker am Max-Planck-Institut

Die Sterne über uns sind immer wieder faszinierend, das Universum mit seinen unendlichen Weiten bietet so viel Stoff für Träume und Science-Fiction-Geschichten. Mit ihren Teleskopen und Animationen bringen die Forscher und Studenten am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung Besucher ganz nah an und tief in die Sternwelt. Der Weg dorthin, kann allerdings weit sein, wenn die Warteschlange unendlich erscheint. Mein besonderer Tipp für alle Besucher der NdW: generell früh hingehen und bei terminierten Veranstaltungen zeitig anstellen.

 Ulrich Schubert

Steifes Leichtgewicht: Carbon

Extrem leicht und dabei fest und steif ist Carbon, ein mit Kohlenstofffasern verstärkter Kunststoff. Über die Einsatzmöglichkeiten und Leistungen des Werkstoffs spricht Prof. Marc Siebert um 21.15 Uhr im Auditorium der Privaten Hochschule Göttingen (PFH), Weender Landstraße 3-7. „Im Sportbereich, etwa bei den Rahmen von Rennrädern, ist Carbon nicht mehr wegzudenken“, berichtet der Professor. Er ist Inhaber eines Unternehmens im nordhessischen Edermünde, das solche Rahmen herstellt. Im Airbuswerk in Stade bei Hamburg, wo die PFH einen Außenstandort hat, wird der Werkstoff im Flugzeugbau eingesetzt. Aufwind könnte Carbon durch die Elektromobilität bekommen, sagt Siebert. Der Kunststoff ist aufgrund seiner geringen Dichte um ein vielfaches leichter als Stahl, dabei deutlich steifer und einfach in Form zu bringen. Ein Nachteil: Carbon bricht leicht. Schäden sind nicht sofort zu erkennen.

 Michael Caspar

Schleimpilze und Erdbeben

Können Schleimpilze denken? Und wenn ja – was kommt dabei heraus? Wer es wissen will, schickt den Pilz durchs Labyrinth und testet, wie intelligent er sich dabei anstellt. Das Experiment bietet das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung zwischen 17 und 24 Uhr an. Das Institut auf dem Nordcampus (Justus-von-Liebigweg 3) beteiligt sich wieder mit einem umfangreichen Programm an der Nacht des Wissens. Unter anderem gibt es ein Modell der Raumsonde Solar Orbiter, die der Sonne 2018 näher kommen will als jede Weltraummission zuvor. Wenn das Programm im MPI nur annähernd so gut gestaltet ist wie 2015, wird man in dieser Nacht nicht viel weiter kommen – es gibt einfach jede Menge zu sehen. Aber sicher ist noch ein Besuch in der Nachbarschaft drin. Im Geowissenschaftlichen Zentrum (Goldschmidtstraße 3/5) bleiben Besucher auf dem Boden der Tatsachen. Dort dürfen sie sich wieder im Erdbebensimulator bei Stärke fünf auf der Richterskala durchrütteln lassen – sehr beeindruckend.

 Eida Koheil

Im Feuertornado der Physik

Nicht nur für Fans von Dr. Sheldon Cooper und seinen Kollegen aus der Serie „The Big Bang Theorie“ ist ein Ausflug in diese Wissenschaft ein echtes Erlebnis. Zwar ist Prof. Dr. Arnulf Quadt (kleines Foto) tatsächlich ein naher wissenschaftlicher Verwandter Coopers (Experimentalphysiker auf der Jagd nach dem Higgs-Boson). Seine Show „zauberhafte Physik“ ist allerdings für jeden verständlich. Feuertornados und Instand-Cappuccino, kleine Explosionen und schwebende Bücher: Was das alles mit Physik zu tun hat und welche Phänomene dahinter stecken, sind Teile seiner Vorlesung und nur einige der Experimente, die er und seine Kollegen der Fakultät präsentieren. „Zauberhafte Physik“ ist von 19 bis 20 und von 23 bis 24 Uhr im Hörsaal 1 der Fakultät für Physik, Friedrich-Hund-Platz 1, zu sehen.

Britta Bielefeld

Die unverwüstliche Datensicherung

Zwei Workshops entführen bis zu 5000 Jahre in die Vergangenheit – und machen altes Schreiben und „Datensichern“ erfahrbar. Mitarbeiter des Seminars für Altorientalistik laden zur Entdeckung der „genialsten Erfindung der Menschheit“ ein – der Keilschrift. In feuchten Ton werden schmalkeilige Abdrücke eingestempelt. Besucher können so ihre eigenen Tontafeln beschreiben – gebrannt sind diese Botschaften Jahrtausende haltbar. Mitarbeiter des Sonderforschungsbereichs 1136: „Bildung und Religion“ lassen ihre Gäste unter anderem auf Wachstäfelchen, Papyrus oder Scherben schreiben – und wollen damit zeigen, wie römische Schulkinder ihre Hausaufgaben machten und wie es sich mit Feder oder Griffel schrieb. Beide Workshops finden von 17 bis 24 Uhr im Kulturwissenschaftlichen Zentrum, Heinrich-Düker-Weg 14, statt: Keilschrift-Stempeln im Foyer, Wachstafel- und Papyrusschreiben in Raum 0.601.

Sven Grünewald

Auf dem Lichtpfad das DLR kennenlernen

Der Traum vom Fliegen wurde wahr mit dem ersten Gleiter von Otto Lilienthal. Im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist ein Nachbau des Fluggerätes zu besichtigen – und gleich nebenan ein besonders ausgestattetes Flugzeug: In der Do 728 wird beispielsweise untersucht, wie die Kabinenluft verbessert werden kann. In dem Forschungsinstitut, wo seit 1907 Luftfahrtforschung betrieben wird, führt das Programm zur Nacht des Wissens sogar in den Weltraum, der in einer speziellen Vakuumkammer simuliert wird. Wer sich fürs DLR entschließt, sollte mindestens auf dem „Lichtpfad durch die Wiege der Luftfahrtforschung“ spazieren, besser kann man gar nicht erfahren, was mit den einzigartigen Anlagen zur Luft- und Raumfahrtforschung auf dem Gelände an der Bunsenstraße erforscht wird.  

Angela Brünjes

Programmänderungen

Für die Nacht des Wissens hat die Universität Göttingen noch einige kurzfristige Änderungen mitgeteilt. So findet der Vortrag „Sehen und Verstehen – molekulare Einsichten durch das Elektronenmikroskop“ von Prof. Holger Stark im Auditorium des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung von 19 bis 19.45 Uhr statt (nicht um 18 Uhr). Außerdem teilt Ben Bühring, Programm-Koordinator der Universität für die Nacht des Wissens, mit, dass der Vortrag „EcoBus: Intelligentes Mobilitätssystem für Land und Stadt“, im Auditorium des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung einen neuen Referenten hat. Von 21 bis 21.45 spricht Dr. Andreas Sorge über das Thema. Auf der Bühne im Zentralen Hörsaalgebäude, Platz der Göttinger Sieben 5,  zeigt das Deutsche Theater Göttingen von 22 bis 22.30 Uhr einen Ausschnitt aus „Indien“, einer Tragikomödie von Josef Hader und Alfred Dorfer. Geplant war ein anderes Stück. Die Ausstellung „Kunst und Physik“ in der Fakultät für Physik fällt wegen einer Erkrankung des Künstlers aus.  bib

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