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Brustvergrößerung auf Platz eins

Thema des Tages: Schönheitschirurgie Brustvergrößerung auf Platz eins

Gutes Aussehen steht heute mehr als je zuvor für Erfolg – im privaten wie im beruflichen Leben. Immer mehr Südniedersachsen legen sich für ein optimiertes Äußeres unters Messer. Auf Platz eins der Eingriffe: „Brustoperationen“, sagt Hafiez Said, Leitender Arzt der plastischen Chirurgie.

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Dr. Said mit Mitarbeitern im OP.

Quelle: Peter Heller

Göttingen. Er arbeitet im Agaplesion Krankenhaus Neu Bethlehem und sagt: „Das Körperbewusstsein spielt eine immer größere Rolle“. Und: „Heute gehen die Menschen viel offener damit um, als noch vor 15 Jahren.“ Said arbeitet seit mehr als 15 Jahren in diesem Fachbereich, zunächst am Weender Krankenhaus, jetzt in Neu Bethlehem. „Wer gut aussieht hat es leichter im Leben“, sagt er, dieser Gedanke sei es, der seine Patienten zu ihm führe. Heute kämen die Kunden mit der ganzen Familie, der Gang ins Sprechzimmer sei nichts mehr, was im Verborgenen geschehe. Das habe sich geändert. „Der Umgang damit ist heute viel offener“.

Und: Die Zahl der Eingriffe steige stetig von Jahr zu Jahr. Die Wünsche der Kunden hingegen sind stabil: Vor allem Brust (bei Frauen) und Gesicht (bei Frauen und Männern werden chirurgisch verschönert oder verjüngt. „Heute kommen auch etwa 20 Prozent Männer zu uns“, sagt Said. Ein konfessionelles Krankenhaus, dass zu den führenden Schönheitschirurgie-Anbietern zwischen Kassel und Hannover zählt? „Ja, wir hören schon manchmal Kritik. Aber wir stehen zu unserer Arbeit und Said ist ein erfahrener Arzt“, sagt Klinik-Geschäftsführer Christian von Gierke, der auf die gute Zusammenarbeit mit den niedergelassen Kollegen in den Praxen der Region verweist.

„Wenn die Kunden nicht zu uns kommen, gehen sie woanders hin“, sagt er. Und manche von denen, die ein vermeintliches Schnäppchen in Polen oder Tschechien wählten, sitzen dann später doch vor dem Schreibtisch von Said. „Erst vor ein paar Tagen hatte ich eine Patientin mit zwei völlig asymmetrischen Brüsten hier – frisch operiert im Ausland“, erzählt der 50-Jährige. Eine Brustvergrößerung für 2500 Euro? Allein die Implantate, die in Neu Bethlehem verwendet werden, kosten soviel. Verpfuschte Brüste, offene Wunden, mangelhafte Implantate und andere Komplikationen sehe er regelmäßig, die Korrektur-Operation müssten die Patienten nicht nur zahlen, sie bedeute auch einen weiteren Eingriff und eine weitere Vollnarkose. Said: „Am Ende wird es teurer.“

Während bei den Frauen die Brustvergrößerung an erster Stelle steht, sind es bei den Männern Eingriffe im Gesicht: „Nasenkorrekturen, Lidstraffung, Facelift“, sagt der Chirurg. Auch die Verkleinerung von männlichen Brüsten und Fettabsaugungen werden gebucht. Fettabsaugen steht bei Frauen – nach dem Gesicht – auf Platz drei. „Wir benutzen ausschließlich die wasserstrahlassistierte Methode“, so Said. Die Methode sei weitaus schonender als die früher benutzte „traumatische“ Methode, bei der die Fettzellen zerstört worden seien. Deshalb können die auf moderne Art abgesaugten Zellen auch an anderer Stelle, beispielsweise in der Brust, wieder zum Aufbau eingesetzt werden.

Wer allerdings denkt, Fettabsaugen sei eine schnelle Methode abzunehmen, der wird enttäuscht. „Die Liposuktion dient nicht der Gewichtsreduktion“, sagt der Mediziner. Bis zu zwei Liter Fettzellen können maximal abgesaugt werden, das entspricht etwa einem Gewicht von zwei Kilo. „Die Methode ist für partielle Polster am Bauch oder Beinen- wie den Reiterhosen - geeignet“.

Rund 300 Brustoperationen, die Hälfte davon allein im ästhetischen Bereich, werden in Neu Bethlehem ausgeführt. Im Regal in Saids Sprechzimmer liegen sie, die Kissen aus Silikon. 250, 300 Gramm sind einige der Anschauungsstücke schwer, es gibt natürlich auch größere. „Wir haben bis zu 500 Gramm am Lager“, sagt der Chirurg, das größte Implantat, dass er in Göttingen eingesetzt hat, wog 600 – pro Seite. „Die waren für eine stark übergewichtige Patientin“.

"Wer gut aussieht, hat es leichter im Leben". Dr. Hafiez Said, Leitender Arzt der Abteilung plastische Chirurgie im Agaplesion Krankenhaus neu Bethlehem.

Said ist nämlich der Ansicht, dass das Implantat zum Körper passen muss. Überzogene Vorstellungen bedient er nicht, dann sagt der Arzt nein. Wenn Patienten mit einem Eingriff seelische Probleme beheben wollen, lehnt Said ebenfalls ab. „Ich bin ein konservativer Chirurg, so etwas mache ich nicht“, sagt er.

Foto: DPA

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„Meine Brüste sahen nicht mehr schön aus“ – Aus diesem Grund hat sich eine 32-jährige Mutter aus Göttingen im vergangenen Mai die Brüste vergrößern lassen. 370 Gramm schwere Silikon-Implantate ließ sie sich unter die Brustmuskeln einsetzen. „Ich fand große Brüste schon immer schön und hatte seit meiner Jugend den Wunsch, mir die Brüste vergrößern zu lassen“, erzählt die junge Mutter.

Als sie 18 war und angefangen hat zu arbeiten, begann sie Geld für eine Brustvergrößerung zu sparen. Nach ihrer Schwangerschaft und der anschließenden Stillzeit fühlte sie sich nicht mehr wohl mit ihren Brüsten. Eigentlich hatte sie immer B-Körbchen. Doch durch die Gewichtszunahme, die anschließende Gewichtsabnahme und Stillzeit verkleinerten sich ihre Brüste auf A-Körbchen. „Erst habe ich über eine Bruststraffung nachgedacht“, erinnert sich die Göttingerin und fügt an: „Dann habe ich erfahren, dass Implantate, die unter den Brustmuskel eingesetzt werden, besser sind, wenn ich noch ein zweites Kind haben und stillen will.“

Daher entschied sich die 32-Jährige für Implantate unter dem Brustmuskel. Drei Wochen nach dem Abstillen ließ sie sich operieren. „Ich bin von der Narkose aufgewacht und plötzlich waren meine Brüste groß“, sagt die junge Mutter. Seither trägt sie Körbchengröße D. Eine Woche lang nahm sie Schmerzmittel und trug sechs bis acht Wochen lang einen speziellen Stütz-BH. Sie bereue nichts: „Es war ein langjähriger Wunsch von mir, den ich mir erfüllt habe. Ich fühle mich jetzt wohl in meiner Haut und stehe auch zu diesem Eingriff.“aa

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