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Die letzten Tage im alten Weender Freibad

Umbau beginnt nach der Saison Die letzten Tage im alten Weender Freibad

Die Geschichte des alten Weender Freibades geht zu Ende. Noch ein paar Tage gibt es die Gelegenheit, dort zu schwimmen, noch einmal wird dort am Wochenende ein großes Fest gefeiert – und dann beginnt bald der Umbau. Erst 2018 soll das Bad wieder öffnen – mit einem ganz neuen Gesicht.

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Zehn-Meter-Turm, strahlende Gesichter und auch mal eine Portion Pommes: die Weender lieben ihr Freibad.

Quelle: Jan Vetter

Weende. Dafür haben die Weender lange, hart und ausdauernd gekämpft, denn vor vier Jahren stand das Bad vor dem Aus. Verwaltung und Politik in Göttingen überlegten, die Einrichtung zur Konsolidierung des städtischen Haushaltes zu schließen. Als Reaktion gingen 2012 bei zwei Demonstrationen rund 3000 Menschen auf die Straße, um gegen die Pläne zu protestieren. Zahlreiche Leserbriefe, in denen die Erhaltung des Bades gefordert wurde, erreichten das Tageblatt. Der öffentliche Druck sorgte dafür, dass die Schließung abgewendet und stattdessen ein Umbau des Bades geplant wurde. Über dessen Ausgestaltung wurde mehr als zwei Jahre lang erbittert gerungen. Besonders die Erhaltung des Zehn-Meter-Turms lag den Weendern am Herzen. Im Zuge der Proteste entstand ein Förderverein für das Freibad, der schnell auf 700 Mitglieder anwuchs. Durch Arbeiten und Spenden hat der Verein in den vergangenen Jahren jährlich Leistungen in Höhe von 30 000 Euro erbracht. Die Mitglieder haben die fast 22 000 Quadratmeter große Anlage gepflegt, Schwimmkurse für Kinder auf die Beine gestellt und besondere Veranstaltungen organisiert. Dazu zählten Weihnachtsmärkte im Freibad, Modellbau-Schauen, Frühstücke und Bogenschieß-Aktionen. Die evangelische Kirche feierte im Bad Jugendgottesdienste – Segen vom Zehnmeterturm inklusive.

Zeiten

Das Freibad ist montags bis freitags von 6.30 bis 20 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Eine Übersicht über alle Schwimmbäder der Region finden Sie hier.

Im Mai 2014 beschloss der Rat der Stadt Göttingen einstimmig ein Kompromiss-Konzept für den Umbau des Bades. Vorgesehen ist in Zukunft ein Naturbad mit verkleinerter Wasserfläche. Die soll sich in einem ganzjährig zugänglichen Park mit zusätzlichen Freizeitangeboten befinden. Der Zehn-Meter-Sprungturm soll erhalten bleiben, ein Sandstrand angelegt werden.
Die Stadtverwaltung will in den Umbau maximal zwei Millionen Euro stecken. Außerdem soll zur Finanzierung der Arbeiten ein Grundstück im Süden des Geländes verkauft werden. Dort darf laut Alexander Frey, Chef der Göttinger Sport und Freizeit GmbH, allenfalls ein nicht störendes Gewerbe angesiedelt werden. Am jetzigen Standort des Vereinshauses vom SC Weende soll ein multifunktionales Gebäude entstehen.

"Für mich kann es besser als so gar nicht sein. Ich finde die Ursprünglichkeit schön, und die Einbindung in die Natur." Axel Rebel

"Für mich kann es besser als so gar nicht sein. Ich finde die Ursprünglichkeit schön, und die Einbindung in die Natur."
Axel Rebel

Quelle: Jan Vetter

Einige Wochen nach dem Ratsbeschluss feierten 1400 Besucher den 60. Geburtstag des 1954 eröffneten Freibades. Nach einer längeren Planungsphase mit weiteren Debatten wurden die Umbauarbeiten im April 2016 ausgeschrieben. Der Auftrag soll laut Frey in naher Zukunft vergeben werden. Die Bauarbeiten sollen im nächsten Jahr weitgehend abgeschlossen sein und das Bad dann 2018 wieder öffnen.

"Ich frage mich, ob die familiäre Atmosphäre erhalten bleibt." Nils Klusmann, mit Sohn Tristan

"Ich frage mich, ob die familiäre Atmosphäre erhalten bleibt."
Nils Klusmann, mit Sohn Tristan

Quelle: Jan Vetter

Die Schwimmer, die an diesen Tagen noch im alten Weender Freibad unterwegs sind, sehen den kommenden Umbau mit gemischten Gefühlen. „Für mich kann es besser als so gar nicht sein“, meint etwa Axel Rebel, der seit drei Jahren dort schwimmt: „Ich finde die Ursprünglichkeit schön und die Einbindung in die Natur.“ Er fürchtet, dass das Freibad durch den Umbau anderen Bädern zu ähnlich wird.

"Ich hoffe, dass man in den vier Bahnen gut schwimmen kann, dass das Freibad beheizt ist und dass es viele nutzen werden." Manuela Rehbein

"Ich hoffe, dass man in den vier Bahnen gut schwimmen kann, dass das Freibad beheizt ist und dass es viele nutzen werden."
Manuela Rehbein

Quelle: Jan Vetter

Manuela Rehbein ist nach eigener Aussage seit 25 Jahren Stammgast im Freibad. Auch sie schwärmt von dem schönen Gelände mit der Wiese und den Bäumen. Es sei schon toll, dass der Sprungturm erhalten bleibe, aber die Verringerung der Wasserfläche sieht sie mit Skepsis. Wie genau das Bad nach dem Umbau aussehe, wisse man ja noch nicht, aber: „Ich hoffe, dass man in den vier Bahnen gut schwimmen kann, dass es beheizt ist und dass es viele nutzen werden.“ Der Weender Nils Klusmann, mit dem dreijährigen Sohn Tristan im Bad, sorgt sich vor allem um die Ausgestaltung des Nichtschwimmerbereichs: „Ich frage mich, ob die familiäre Atmosphäre erhalten bleibt.“ Auch ihm ist es ein wichtiges Anliegen, dass das Bad beheizt ist. Er hofft, dass der angekündigte Umbau nun auch so umgesetzt wird, „dass man angenehm überrascht ist und sich dann jeder wohlfühlt mit Kindern“. Wie immer bei einem Abschied von etwas Vertrautem sei nun auch in den letzten Tagen des alten Freibades „eine gewisse Wehmut“ dabei, erklärt Eberhard Gramsch, der Vorsitzende des Fördervereins. Zugleich könnten aber auch alle Weender „ein bisschen stolz sein“, dass das Bad erhalten bleibe. Mit dem neuen Freibad werde es auch neue Möglichkeiten geben, vor allem im Bereich der Freizeitaktivitäten. Für die Ausgestaltung von Details des künftigen Bades liefen noch Gespräche. „Wir blicken positiv in die Zukunft“, so Gramsch.

Freibad-Fest mit Arschgranaten-Contest

Ein großes Freibad-Fest wird noch einmal am Sonnabend, 20. August, von 13 bis 22 Uhr gefeiert. Der Förderverein kündigt eine Beach-Party mit Abschluss-Feuerwerk um 21.45 Uhr an. Die Kostümierung für den Arschgranaten-Contest beginnt um 13 Uhr.
Außerdem sind Aqua-Fitness für Jedermann sowie Spaß und Spiel für Kinder zu Wasser und zu Land angekündigt. Eine Kampfsport-Vor­führung steht ebenso auf dem Programm wie Action-Painting oder Tauchübungen.
Eine Hip-Hop-Gruppe, ein Zauberer und Power Drummer treten während des Festes auf. Darüber hinaus ist unter anderem Live-Musik von drei Bands angekündigt. bar

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Live-Musik, Bühnen-Programm und Arschgranaten-Contest
Keanu und Nea sind verkleidet zum Freibadfest nach Weende gekommen.

Große Fontänen beim Arschgranaten-Contest, Live-Musik und Vorführungen hat es beim Freibad-Fest in Weende am Sonnabend gegeben. Knapp 900 Besucher nutzten die Gelegenheit, das Freibad vor der vorübergehende Schließung noch einmal zu besuchen. Auch ein Bischof und glamouröse Ladys waren da.

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