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Genuss und Leidenschaft an 100 Ständen

Viani Food Festival in Göttingen Genuss und Leidenschaft an 100 Ständen

3000 Gäste haben am Sonntag das Viani Food Festival in Göttingen besucht. Rund 100 Produzenten stellt dort ihre Spezialitäten vor.

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Gut Besucht: Das Viani Food Festival in Göttingen.

Quelle: SPF

Göttingen. Für ausgezeichnetes Bier steht Italien normalerweise nicht. Dass es im Mutterland des Weins auch erstklassigen Gerstensaft gibt, ist eine der Erfahrungen, die die Gäste am Sonntag beim Food-Festival der Firma Viani sammeln konnten. Köstlichkeiten aus der kulinarischen Spitzenliga sind dort von 100 Lebensmittelhandwerkern vorgestellt worden.

3000 Besucher, das Festival war ausverkauft, strömen am Sonntag auf das Gelände an der August-Spindler-Straße. Zwar bildet sich vormittags eine lange Schlange am Eingang, auf der Genussmeile geht es dann aber entspannt zu. Die Besucher probierten hier ein Stück Schinken, dort einen Schluck Wein. Familie Radspieler aus Geismar ist begeistert. „Eigentlich schmeckt alles, am besten war aber die Salami“, findet Tochter Lisa Fee.  Die Eltern schwärmen auch von den Antipasti und den weißen Bohnen mit Thunfisch.
Dazu passt natürlich auch ein Gläschen Wein. Das lässt sich Familie Kühne schmecken. „Bardolino“ trinken sie. Die Kühnes sind aus Vechta angereist. Extra zum Festival? „Ja, denn unsere Tochter arbeitet bei Viani“, sagt Mutter Kühne.

Zum Festival gehören auch ein Supermercato und ein Biergarten zum Verweilen. Dort gibt es Wein, Kaffee und einige Spezialitäten zu kaufen – wie beispielsweise Pommes aus Polenta. Das ideale Frühstück für Kinder, da sind sich  Piet, Phil und Ben einig. „Die schmecken super“, sagt Phil.

Nicht nur die Gäste, auch die Produzenten der Luxus-Köstlichkeiten haben sichtlich Spaß am Festival. Loreno und Mauro präsentieren stolz ihre Craft-Biere. „32 Via dei birrai“ heißen die mal starken, mal leichten Biere, die in Italien gebraut werden. Dunkle und helle Sorten bieten sie an. Ein Fest für jeden Bierfreund. Was gut zu ihren Bieren passt: Käse. Bis zu 60 Monate lang reift in der Caseificio Gennari der legendäre Parmigiano Reggiano Riserva. San Daniele: ebenfalls ein großer Name. „Den San Daniele erkennt man daran, dass der Fuß noch an der Keule ist, beim Parmaschinken ist sie nicht mehr da“, sagt Sabine Knappe von Viani. Der Schinken schmilzt auf der Zunge. Stand an Stand reihen sich die Spezialitäten. Nicht irgendwelche. Franciacorta beispielsweise, der Champagner Italiens ist ebenso vertreten wie die Firma  Antonio Mattei & Deseo. Sie sind nicht einfach ein Keksbäcker, in Ihrem Hause wurden die Cantuccini erfunden, so Knappe. Eine weitere Legende ist an einem benachbarten Stand zu finden: Mario Fongo. Er ist der Erfinder der Schwiegermutterzunge – dem in Italien besonderes  beliebten Salzgebäck.

Originale und originelle Manufakturen – mit britischem Edelpopcorn oder Trüffelpralinen mit Matcha oder Gin-Tonic-Geschmack – präsentieren Seite an Seite ihre Produkte. Eines eint viele von ihnen: Gutes Essen, gute Weine, gute Öle, das alles hat viel mit Leidenschaft zu tun. Dann, wenn man Produkte herstellt, die an Qualität kaum zu überbieten sind.  Oder wenn man immer wieder neue findet und vertreibt. Remo Viani, Chef des Unternehmens, blickt auf sein Festival und strahlt. „Ich bin wirklich sehr zufrieden“, sagt er.

Diese Leidenschaft hat auch Gabriele Lasagni. Seine Passion sind Kapern. Ein Produkt, das in der deutschen Küche eher noch ein Nischendasein fristet. Auf der Insel Pantelleria bei Sizilien sitzt seine Firma „Bonomo & Giglio“. Dort werden die Kapern angebaut, von Hand geerntet und verarbeitet. Es gibt sie pur, als Pasten und sogar als Pulver. Seine Kapernprodukte, so erzählt Lasagni, werden beispielsweise in der internationalen Sterne-Gastronomie serviert. Er selbst, so verrät der Geschäftsführer, genieße Kapern am liebsten mit Kaninchen.
Manchmal sind es diese begeisterten Gäste, mal die Produzenten, die die Geschichten der Leidenschaft fürs Leben erzählen, für Traditionen, für Genuss.  Manchmal sind es auch die Verpackungen. So ergeben die verschiedenen Motive der Döschen mit Pastillen von „les Anis de Flavigny“, in eine Reihe gelegt eine glückliche Liebesgeschichte.

Die Geschichte des Unternehmens

Das Geschäft Viani Alimentari an der Langen Geismarstraße kennen viele Göttinger. Den  Feinkost-Großhändler im Industriegebiet kennen Kunden weniger – er beliefert den Handel. Das Unternehmen unter Leitung von Remo Viani hat sich vor allem dem Direkt-Import und Vertrieb italienischer Spitzenprodukte verschrieben. Dazu suchen und besuchen die Mitarbeiter immer wieder Produzenten vor Ort. Das Unternehmen besteht seit 1973, gegründet von Antonio Viani der das Food-Festival natürlich auch besuchte. Zunächst, so die Firmenchronik,  importierte und vertrieb er Trüffel. Bereits der Vater und Großvater von Antonio handelten mit Lebensmitteln. Firmengründer Antonio fuhr zunächst zur See. Seine große Liebe Ingrid ließ den Offizier der italienischen Handelsmarine diesen Beruf an den Nagel hängen. Das Sortiment wuchs und wuchs, Sohn Remo übernahm das Geschäft im Jahre 1995. Heute führt er es – gemeinsam mit seinem Bruder Stefano.

Der Chef

Der Chef: Remo Viani

Der Chef: Remo Viani

Quelle: Sven Pförtner

Remo Viani gründete 1989 in Göttingen zunächst die Grafikfirma Blackbit. Später beschloss er nach eigenen Angaben in das Unternehmen seines Vaters einzusteigen. Er reiste zur Vorbereitung mehrere Monate durch Italien und besuchte viele Lebensmittel-Produzenten. Der heutige Geschäftsführer ist zudem ein EU-zertifizierter Olivenölverkoster. Als Gründungsmitglied des deutschen Olivenöl-Panels prüft er dessen Qualität.

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