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Vielseitige Kartoffel

Thema des Tages Vielseitige Kartoffel

Ein dunkles Blau, ein tiefes Rot, ein kräftiges Violett – die Kartoffel kann viel mehr sein, als die einfache gelbe Knolle aus dem Supermarkt. Im Regionalen Umweltbildungszentrum in Reinhausen werden fast 50 dieser ausgefallenen Sorten angebaut – und verkauft.

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„Mehr Diversität auf dem Teller“: Im Ruz in Reinhausen werden neben der bekannten gelben Kartoffel zahlreiche ausgefallenen Sorten angepflanzt.

Quelle: Wenzel

Pflanzen, pflegen, ernten

In Reinhausen bauen Kinder alte und besondere Kartoffelsorten an

Reinhausen. Vom „blauen Schweden“ bis zur „schwarzen Ungarin“ – knapp 50 verschiedene Kartoffelsorten finden sich im Sortengarten des Regionalen Umweltbildungszentrums (Ruz) in Reinhausen. Für den Laien ist es ganz schön schwer da den Überblick zu behalten, für Kathrin Voll jedoch nicht. Voll ist gelernte und studierte Landwirtin und kümmert sich seit Jahren um den Kartoffelanbau des Ruz. Auf gut einem halben Hektar baut sie mit Schulklassen aus der Region die Knollen an. „Das geht mit den Kindern immer in drei Phasen: pflanzen, pflegen, ernten“, erklärt die Expertin. Die Kinder sollen Kontakt mit der Erde bekommen, sollen selbstständig entdecken, wie das Wachstum der Pflanze funktioniert.

Im Vergangenen Jahr hat es jedenfalls gut funktioniert. „2015 war ein sehr gutes Jahr“, meint Voll. Selbst, die Kraut- und Knollenfäule, eine Gefahr für jede Kartoffelernte, sei erst sehr spät aufgetreten. Ganz verhindern lasse sie sich aber nicht. „Wir spritzen unsere Pflanzen nicht.“ Ganz so wichtig sei der Umfang der Ernte aber auch nicht, betont Voll. Bei der aktuellen Ernte wurden nicht einmal die Säcke gezählt. „Die Menge ist egal, wir machen hier Bildungsarbeit“, erklärt sie. Aber: „Eine hohe Ernte bedeutet natürlich, dass viele Kinder begeistern konnten.“

Voll selbst mag am liebsten die ausgefallenen und besonderen Sorten. Zum Beispiel die „blaue Anneliese“ mit ihrer tiefblauen Schale und einem kräftigen purpurnen Fleisch. „Es ist schön damit zu kochen, das ist dann auch was fürs Auge – sozusagen etwas mehr Diversität auf dem Teller.“ Denn darum gehe es auch bei der Züchtung: Alte Sorten erhalten und weiterzüchten.

Wer selbst einmal mehr Abwechslung auf dem heimischen Teller haben möchte, kann die besonderen Sorten des Ruz am Freitag selbst kaufen und ausprobieren. Von 16 bis 18 Uhr hat der Verkauf im Kartoffelkeller des Forstamtes in Reinhausen geöffnet.

Kartoffelstampf aus Granola

Rezept von Küchenchef Mark Albertus

Roringen. Kartoffeln, auch die alten Sorten, stehen auch bei Küchenchef Mark Albertus im Restaurant Zum Drakenberg auf der Speisekarte. Aus der Sorte Granola beispielsweise zaubert er einen Kartoffelstampf. Und as geht „für vier Knollenhungrige“ so:
1 kg geschälte Granola Kartoffeln in Stücke schneiden, in Sazwasser  garen, ausdampfen lassen und noch heiß zerdrücken.
2El weiche Butter, Salz und Muskatnuss zugeben.
1El Schnittlauch in feinen Röllchen vor dem Anrichten datauf geben.
Dazu serviert Albertus gebratenes Skreifilet in Senfsauce und Ackersalat mit Speckcroutons.
 800 g Skreifilet (Winterkabeljau) mit Salz und Pfeffer würzen, mehlieren und in nicht zu heißen Butterschmalz braten.
300ml Bechamelsauce herstellen mit Senf und etwas Zucker würzen.
1  roteZwiebel, 1 El Weinessig
1 El Gemüsefond, 2 El Olivenöl, 1Tl Ahornsirup Salz und Pfeffer zur Vinaigrette verrühren, 300g Feldsalat darin marinieren.  
2 Scheiben Toast ohne Rinde würfeln und in Butter zu Croutons braten. 4 Scheiben Bauchpeck würfeln und mit anschwitzen. Auf dem Salat verteilen und alles anrichten. bib

Aus Gunda wird Baumkuchen

Rezept von Küchenchefin Katja Burgwinkel

Nörten-Hardenberg. In der Küche des Burghotels Hardenberg arbeitet Küchenchefin Katja Burgwinkel auch mit alten Kartoffelsorten. „Ich verwende beispielsweise gerne die Sorten Gunda und Ditta“, sagt die Spitzenköchin. Für Tageblatt-Leser verrät sie ihr Rezept für einen Kartoffelbaumkuchen. Den serviert die Köchin gerne mit einem schönen Stück Reh, Topinambur und Fingermöhren.
Kartoffelbaumkuchen:
400g Kartoffeln (mehlig, beispielsweise Sorte Gunda)
Gewürzsäckchen(Salz,Kümmel, Lorbeer,Thymian)
artoffeln gar kochen, abdämpfen, pressen, passieren
60g Butter (flüssig) und 100g Creme fraîche vermischen und dann mit fünf  Eigelb unter die Kartoffelmasse heben
Mit Salz Pfeffer Muskat abschmecken
 Fünf Eiklar zu Schnee schlagen unter die fertige Kartoffelmasse heben
Den Teig in 8 Portionen aufteilen und mit der Grillfunktion/ Oberhitze im Herd bei 160 Grad jede einzelne Schicht nach und nach braun backen
 Form ausbuttern
8 Schichten legen; bei der 7. Schicht eine Schicht geriebenen Parmesan mitbacken
 Abkühlen lassen, stürzen und genießen. bib

Bamberger Krumbeere: Die Kartoffel mit der auffälligen, länglichen Form wurde schon 1870 in Deutschland angebaut. Die festkochende Bamberger Krumbeere hat einen besonders würzigen Geschmack.

Blaue Anneliese: Die dunkelblaue, fast schwarze Schale umhüllt bei der blauen Anneliese ein violettes Fleisch. Die Kartoffel ist vorwiegend festkochend und hat einen milden, cremigen Geschmack.

Heideniere: Die Heideniere hat ein klassisch tiefgelbes Fleisch mit einer gelben Schale. Erstmals 1954 in Deutschland gezüchtet, verfügt diese Knolle über einen feinwürzigen, speckigen Geschmack.

Pommern Rot: Allzu viele Informationen sind über diese Kartoffel nicht vorhanden. Einzig das Herkunftsland Deutschland gilt als gesichert. Selbst die genauen Kocheigenschaften variieren bei der Pommern Rot.

Rosalinde: Die Rosalinde stammt aus Deutschland und wird seit 2007 gezüchtet. Sie ist festkochend und hat neben der rosafarbenen Schale ein rosa-rötliches Fleisch. Der Geschmack ist cremig und leicht speckig.

Rote Emmalie: Wird seit 2004 in Deutschland angebaut. Sie ist vorwiegend festkochend, hat rotes Fleisch, eine glatte, rote Schale und ist für einen würzigen Geschmack bekannt. Besonders ist noch die hellviolette Blüte der roten Emmalie.

Skerry Blue: Diese Kartoffel wurde bereits im Jahr 1846 in Irland angebaut. Sie hat die, für alte Sorten typischen, tiefen Kerben, genannt Augen. Das Fleisch der Skerry Blue ist gelb, während die Schalde blau und violett variiert.

Violetta: Der Name der Violetta, die in Deutschland erstmals im Jahr 2004 angebaut wurde, bezieht sich auf das violette Fleisch. Die Schale ist tiefblau, die Blüte hellblau. Die festkochende Knolle hat einen kräftigen Geschmack.

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