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Von Super Mario bis Johann Strauss

Pop meets Classic Von Super Mario bis Johann Strauss

Wenn sich völlig unterschiedliche Musikstile miteinander verbinden, entwickelt sich ein einzigartiger Klangteppich, wie er nur bei einem Event wie „Pop meets Classic“ (PMC) entstehen kann.

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Pop meets Classic in der Lokhalle.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Die musikalische Großveranstaltung mit Künstlern aus Göttingen und der Region sowie national und international bekannten Musikern, begleitet vom Göttinger Symphonie Orchester (GSO), feierte am Freitagabend eine fulminante Premiere vor 3000 Zuschauern in der Göttinger Lokhalle.

Gänsehaut in der Lokhalle

Von Anfang an herrscht Gänsehautstimmung vor der beeindruckend mit Lichteffekten illuminierten Bühne, auf der sich das GSO unter der Leitung von Dirigent Jason Weaver, die PMC Allstars Band und die jeweiligen Künstler zu einem professionell agierenden Team verbinden. Schon der Opener „Hello“, dialogisch von Sascha Münnich und Christiane Eiben in der Version von Lionel Richie und in der Version von Adele präsentiert, macht neugierig auf die weiteren Darbietungen.

Emotionsgeladen geht es weiter, als die gebürtige Göttingerin Anna Naklab, bekannt geworden durch ihr Reamonn-Cover „Supergirl“, ebenjenen Hit gefühlvoll singt - mit einer Stimme, die zumindest anfangs an Adele erinnert. Dass Göttingen, wie Moderator Dennie Klose anmerkt, „viel zu bieten“ hat, zeigt sich auch in dem Auftritt von Felix Klieser. Der unter anderem mit dem Echo Klassik Preis in der Kategorie „Nachwuchskünstler des Jahres im Horn“ ausgezeichnete, in Göttingen geborene 25-Jährige sorgt mit seinem Auftritt für erstaunte Blicke, denn Klieser - ohne Arme geboren - spielt sein Horn mit den Füßen. Seine Darbietung des Konzertes für Horn und Orchester Nummer vier von Mozart hinterlässt einen bleibenden Eindruck - nicht zuletzt auch aufgrund der Leichtigkeit, die der Titel vermittelt.

"Land unter"

Mit PMC überwinde man Grenzen, sagt Klose, und findet so eine charmante Überleitung zum Auftritt des Imagine-Projektes von Christiane Eiben und Hans Kaul. 16 junge Menschen stehen auf der Bühne, nicht nur aus Göttingen, sondern aus vielen Teilen der Welt. Sie singen ein Medley aus Songs auf Deutsch, Dari, Arabisch und Tigrinya - eingebettet in Herbert Grönemeyers „Land unter“ - und sammeln schnell Sympathiepunkte beim Publikum.

Weiter zeigen der TSC Schwarz-Gold Göttingen und das GSO, dass „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauss erst in der Kombination von Tanz und Musik richtig Spaß macht und als dann noch Dirigent Weaver als Super Mario verkleidet das GSO zum Thema des gleichnamigen Videospiels dirigiert, gibt es kein Halten mehr. Einziger Wermutstropfen: Sänger Teesy musste wegen Krankheit kurzfristig absagen; ein Video, in dem er sich für sein Fehlen entschuldigte, wurde auf der großen Leinwand in der Lokhalle gezeigt.

Pop meets Classic

2003 zum 1050-jährigen Jubiläum der Stadt Göttingen ins Leben gerufen, ist Pop meets Classic (PMC) mittlerweile zu einer regionalen Institution geworden. Mittelpunkt der Show sind eigens produzierte Arrangements, die das Göttinger Symphonie Orchester gemeinsam mit über hundert verschiedenen Musikern präsentiert – bejubelt von bisher über 60 000 Konzertbesuchern. Auch am heutigen Sonnabend, 28. Mai, können Besucher noch einmal in den Genuss von PMC kommen. Dies gilt jedoch nur für Ticketbesitzer, denn die Veranstaltung ist ausverkauft.

Man kann nicht jeden Künstler nennen, der an diesem Abend seinen Beitrag zu einer rundum gelungenen Veranstaltung geleistet hat. Ein Queen-Medley, vorgetragen vom Universitäts-Chor Unicante und der sich darin mündende Auftritt des Ensembles des Jungen Theaters, das unter anderem „You can‘t always get what you want“ von den Rolling Stones performt, sorgen ebenso für Beifall wie der Beitrag von Sarah Schuster, die das bombastische „Rise like a Phoenix“ von der ESC-Gewinnerin 2014, Conchita Wurst, dramatisch präsentiert. Am Ende steht das Finale, bei dem alle Künstler noch einmal gemeinsam auf der Bühne stehen, um ein bunt zusammengesetztes Medley zu singen. An diesem Abend zeigt sich einmal mehr, welche kulturellen Perlen die Stadt zu bieten hat. Oder wie die Band Flooot feststellt: „Göttingen, du hast mein Herz eingenommen.“

Von Maren Iben

Begeistertes Publikum bei Pop meets Classic

"Ich fand Sascha Münnich ganz toll", sagt Dagmar Behrendt. Sie war zum ersten Mal bei Pop meets Classic und ist begeistert von Münnichs zwei Auftritten mit den Songs "Hello" von Adele und "Bright Lights bigger City " von CeeLo Green. "Das ist ein super Typ mit einer super Stimme", so ihr Fazit, Münnich gehöre einfach auf Veranstaltungen wie diese in Göttingen.

Hauke Reißig

Quelle: Scheiwe

Zuschauer Hauke Reißig hingegen, der ebenfalls zum ersten Mal auf der Veranstaltung war, ist enttäuscht. Der Klassikliebhaber sei offen für alles gewesen, "aber das ist nicht mein Geschmack", sagt er über die Kombination aus Pop und Klassik.

Erich Henfling

Quelle: Scheiwe

Erich Henfling wirkt wesentlich zufriedener: "Ich fand den jungen Mann mit dem Horn ganz fantastisch", schwärmt er von dem Auftritt von Felix Klieser, der keine Arme hatte und mit seinem Fuß ein Stück von Mozart spielte. Henfling ist bereits zum zweiten Mal auf der Veranstaltung und findet sie "ausgezeichnet". Derselben Meinung ist Stefanie Hasert. "Ich gehe eigentlich jedes Jahr zu Pop meets Classic", erzählt sie.

Besonders ansprechend fand sie diesmal das Imagine-Projekt, eine Musikgruppe Jugendlicher aus verschiedenen Nationen und Kulturen. "Das passt auch zur momentanen Zeit", meint sie und verweist damit auf die Flüchtlingskrise. Auch wenn es ihr teilweise etwas zu dunkel gewesen sei, findet sie: "Die ganze Aufmachung war wunderschön."

Von Hannah Scheiwe

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Das Tanz-Team des TSC-Schwarz-Gold Göttingen