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Kommunalwahl in Göttingen Was packen Sie zuerst an...

Für das Amt des Landrates des künftigen Großkreises Göttingen treten sechs Kandidaten an. Vom Öffentlichen Nahverkehr über die Breitbandversorgung bis hin zum Kreishaushalt: Wir haben die Kandidaten von SPD, CDU, FDP, Die Linke und Alfa  gefragt, was sie, im Fall der Wahl, als erstes anpacken wollen.

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Am 11. September ist Kommunalwahl in Niedersachsen.

Quelle: dpa (Symbolbild)

... Bernhard Reuter?

Göttingen. Bernhard Reuter.

Quelle: Archiv

„Das erste Thema,  das ich nach der Wahl anpacken will, ist  das schnelle Internet“,  sagt Amtsinhaber und SPD-Kandidat Bernhard Reuter.  Wichtig sei ihm dieses Projekt, „weil alle Menschen einen Breitband-Internetzugang benötigen“. Die Mittel dafür seien im Kreishaushalt enthalten. Reuter: „Das Projekt ist finanziert. Bis 2018 ist die flächendeckende Versorgung erreicht“, so sein Versprechen. Das schnelle  – Internet komme endlich und zwar für rund 190 000 Haushalte im neuen Landkreis. Reuter: „Ab Frühjahr 2017 rollen die Bagger.

2018 ist die flächendeckende Versorgung erreicht.“ Jede Ortschaft und jede Gemeinde werde nach Abschluss des Ausbaus darüber verfügen. Für kleinere Lücken, die sich  etwa in Randlagen ergeben, will Reuter eine Anlaufstelle schaffen, die über alternative Möglichkeiten informiert. Die Kosten für den Ausbau, die im zweistelligen Millionenbereich liegen, trage der Landkreis.

Öffentlicher Personennahverkehr ist das Thema, das Reuter als zweites nennt. „Busse und Bahnen sollen flexibler und billiger werden“, so Reuter. Kein Ticket nach Göttingen soll mehr als fünf Euro kosten. „Damit werden wir 2017 beginnen“, sagt er. Finanziert werden könne der Plan durch Ausgleichsmittel des Landes. Dadurch werden laut Reuter eine Million Euro mehr in den neuen Landkreis fließen.“Wir wollen außerdem die Einführung eines günstigen Sozialtickets prüfen“. Gleichzeitig will er den ÖPNV flexibilisieren. Das Projekt Ecobus, das über das Südniedersachsenprogramm läuft,  soll Erkenntnisse liefern.

„Ich werde zügig den Kreishaushalt 2017 aufstellen, damit der neue Kreistag diesen rechtzeitig beraten und beschließen kann“, so Reuter über seinen dritten Schritt. Das sei wichtig, damit in Schulen, in Kindertagesstätten und Familienzentren investiert werden kann. Reuter: „Nur so kommen wir zügig voran mit unserem großen Ziel: Kein Kind soll zurück bleiben.“ bib

...Ludwig Theuvsen?

Ludwig Theuvsen.

Quelle: R

„Wer erwartet, gleich zu Beginn meiner Amtszeit würden sofort Bagger rollen, den muss ich enttäuschen“, sagt der Landratskandidat der CDU.
Deshalb nennt er als erstes Projekt „ die Kreisfusion durch Beteiligung gestalten“. Bei interaktiven Treffen (Townhall Meetings) will der Kandidat Mitarbeitern und Bürgern die Möglichkeit geben, aktiv an der Kreisfusion mitzuwirken.

„Die Kreisfusion ist für die meisten Menschen keine Herzensangelegenheit geworden“, so Theuvsen. Vielerorts gebe es Sorgen, abgehängt zu werden. „Mit mehr Partizipation baue ich diese Ängste ab und gestalte die Kreisfusion durch Beteiligung“, sagt er. Die Kosten dafür seien gering.
Einen „Runden Tisch Verkehr“ nennt der CDU-Mann als zweiten Punkt.

Damit solle der Verbesserungsbedarf im Straßennetz und im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) heraus gefunden werden. Daraus soll dann ein Maßnahmenplan entwickelt werden. Denn: „Der neue Landkreis ist groß“, so Theuvsen. „Zurzeit bestehen noch Mängel.“ Für die Umsetzung der Maßnahmen seien Landes- und Bundesmittel notwendig
Theuvsens drittes Projekt nennt er „innovative Verwaltung“.

Dabei geht es um die Weiterentwicklung der Kreisverwaltung zum „kundenfreundlichen“ Dienstleister. Anlaufstellen zur Unterstützung  von Ehrenämtlern und für Entbürokratisierung sollen hinzukommen. Geschäftsprozesse in der Kreisverwaltung seien zu langsam. Investitionen und vieles mehr kämen dadurch nicht voran. Theuvsen will in der Kreisverwaltung „einen grundlegenden kulturellen Wandel“ auf den Weg bringen. Um das Ehrenamt zu stärken ist es ihm wichtig,  eine Anlaufstelle zu haben, die rund um Fragen des Ehrenamtberät. Der CDU-Kandidat: Die Verwaltung muss künftig zum „Möglich-Macher“ werden und nicht zum „Verhinderer“. bib

... Eckhard Fascher?

Eckhard Fascher.

Quelle: R

Abschaffung von Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger, neue Integrierte Gesamtschulen und mehr Geld für Reinigungskräfte: Wenn Eckhard Fascher von den Linken Göttinger Landrat wird, stünden diese Themen auf seiner Prioritäten-Liste ganz oben.

„Ich habe mir extra keine extrem dicken Bretter herausgesucht, sondern etwas was man gleich am Anfang umsetzen kann“, erklärt der Landratskandidat der Linken. Für Hartz-IV-Empfänger will er Sanktionen abschaffen. Die würden gegen die Menschenwürde und körperliche Unversehrtheit verstoßen, da beim Existenzminimum der betroffenen Personen gekürzt werde, sagt Fascher.

Dem Landkreis entstünden dadurch keine Mehrkosten.
Die Einrichtung neuer Integrierter Gesamtschulen steht ebenfalls ganz oben  auf der Agenda des Linken-Politikers. Die würde Fascher für Münden und Dransfeld realisieren wollen. In Göttingen und dem Umland habe jedes Kind die Möglichkeit, eine Gesamtschule zu besuchen.

„Ganz anders sieht es im Westkreis aus“, sagt Fascher. Um Mehrkosten zu vermeiden, würde er die neuen Gesamtschulen in bestehenden Gebäuden realisieren.
„Einen gewissen Dringlichkeitsbedarf“ sieht Fascher auch darin, Reinigungskräften des Landkreises mehr Lohn zukommen zu lassen. Neu eingestellte Reinigungskräfte bekämen seit Jahren eine Entgeldstufe weniger als vorgesehen. Dies sei für die hart arbeitenden Frauen nicht gerecht: „Sie sollen von ihrem Gehalt auch leben können“, findet der Landratskandidat.

Die jährlichen Mehrkosten von rund 120 000 Euro, die dadurch entstünden, könnten bei der zurzeit günstigen Haushaltslage problemlos aufgebracht werden. wes

... Felicitas Oldenburg?

Felicitas Oldenburg.

Quelle: R

Die Infrastruktur  wie  „schnelle  Datenverbindungen und vernünftige Verkehrsverbindungen“ setzt Felicitas Oldenburg auf Platz eins ihrer Prioritätenliste. Die Landratskandidatin der FDP will dafür „nachdrückliche Verhandlungen mit Land und Anbietern“ voranbringen. Die  Kosten müsse nicht die Kommune tragen, sie moderiere den Prozess. „Moderation und Kooperation kosten nichts extra,“, sagt Oldenburg. Die Netzentwicklung sei über einen Zuschuss abgedeckt.

Oldenburgs nennt als zweite Aufgabe      „die Ausbildung verbessern –  durch Schwerpunktangebote mit modernen Berufsbildern an Berufsschulen“. Dadurch, so die FDP-Frau, könne der Landkreis mehr junge Leute anziehen. „Der Landkreis soll attraktiv für alle sein, die beruflich etwas erreichen wollen.“ Denn: „Betriebsansiedlungen stehen und fallen mit Auszubildenden.“ Dafür möchte sie ein modernes Konzept für alle Berufsschulen entwickeln. Das Konzept will Oldenburg als Landrätin gemeinsam mit den gewählten Abgeordneten, die aus der Praxis kommen, mit Berufsschullehrern, Betrieben und der Fachverwaltung erstellen.

Dritte Punkt auf ihrer Liste ist die Wirtschaftsförderung. Und zwar „gezielt nach Schwerpunkten, von der Messtechnik, Feinmechanik und Verpackung bis hin zur  Gesundheitswirtschaft und dem Tourismus“. Als Landrätin will sie die Moderation übernehmen und einen Rahmen für die Ideenentwicklung setzten. Als Beispiel nennt Oldenburg ein studentisches, modernes Tourismuskonzept, das die alten Kurortaspekte durch Aktivitätenorientierung und Erlebnisurlaub anreichere. Das könne durch Zusammenarbeit mit Betrieben und Universitäten erreichen.     bib

... Michael Täuber?

Michael Täuber.

Quelle: R

„Für den Altkreis Göttingen bedarf es dringender Schaffung von Wohnraum, da der Zuzug von Menschen aus Kriesengebieten sicherlich anhalten wird“, so der Landrats-Kandidat der Alfa (Allianz für Fortschritt und Aufbruch), Michael Täuber.  Göttingen sei eine Studentenstadt und günstiger  und für Studenten bezahlbarer Wohnraum werde dringend benötigt.

Für den Altkreis Osterode müssen laut Täuber die Verkehrsanbindungen besser werden – „ohne aber teurer zu werden“, so der Alfa-Kandidat. „Bus und Bahn müssen erschwinglich bleiben
Für den Harz stuft er die Tourismusförderung ganz oben an. „Der Trend geht derzeit, auch wegen der internationalen Gefahrenlage, hin zum Urlaub in Deutschland“. Das müsse der Harz nutzen. „Wir müssen auf dieses Pferd aufspringen und dürfen den Anschluss an den Ostharz nicht verpassen“, saht Täuber.

Diese Themen, so erklärt der Kandidat, seien ihm persönlich am wichtigsten, weil sie direkt die Menschen, deren Zukunft und  ihre Arbeitsplätze betreffen.
Wie der seine Projekte finanzieren will? „Finanzierungen sind immer ein Thema für sich, hier muss gezielt, gerade im Bereich Tourismus nach privaten Geldgebern für Projekte gesucht werden.“ Dazu müssten von den Kommunen attraktive Angebote geschaffen werden, um Investoren anzulocken. bib

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