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Wie fühlt sich die Kreisfusion an?

Thema des Tages Wie fühlt sich die Kreisfusion an?

Als was fühlen sich die Einwohner des neuen großen Landkreises Göttingen? Identität stiftet ein bürokratisches Gebilde wie ein Landkreis nicht. Was ist es dann? Darauf gibt es einige Antworten.

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Quelle: GT

Bernd Lesser, Camingplatzbetreiber:

Bernd Lesser

Quelle: Hinzmann

„Ich fühle mich als Harz-Weserbergland-Südniedersachse“. Der Chef des Dransfelder Campingplatzes ist ein Befürworter des Großkreises. „Dass ich Dransfelder bin, ergibt sich ja von selbst“, sagt der Mann, der in Hann.Münden geboren wurde und in Kassel aufgewachsen ist.

Jasmin Grube, Gänseliesel:

Jasmin Grube

Quelle: Hartwig

Ich fühle mich als Göttingerin wohl und Zuhause in unserer Stadt.Göttingen ist jung und modern und hat gleichzeitig eine spannende und langjährige Geschichte. Es macht Spaß, abends aus zu gehen,aber auch am Tag durch die Stadt zu bummeln.  

Jacqueline Amirfallah, TV-Köchin vom Restaurant Gauss:

Jacqueline Amirfallah

Quelle: r

Ich fühle mich nicht nur als Göttingerin, ich bin auch Göttingerin, ich bin hier geboren, zwar nicht hier aufgewachsen, lebe aber seid über 30 Jahren mit einigen Unterbrechungen in unserer schönen Stadt. Ich liebe Göttingens ungezwungene Atmosphäre, die bunt gemischte Bevölkerung, die vielen unkonventionellen Begegnungen, den wissenschaftlichen Geist, die überschaubare Größe, die kurzen Wege, den alten botanischen Garten, die schöne Umgebung, und vieles mehr. Göttingen hat alle Vorzüge einer Großstadt ohne die lästigen Wege und den Verkehr. Ich fühle mich hier verwurzelt und lebe gerne hier.  

Wolfgang Thielbörger, Göttinger Leichtathlet:

Wolfgang Thiebörger

Quelle:

„Ich fühle mich als Groner, durch und durch. Dann kommt Niedersachse und dann erst Göttinger.“ 1938 zog der gebürtige Holtenser im Alter von vier Jahren nach Grone. Sein ganzes Leben lang  hat er dort gelebt - bis auf ein Jahr in Frankfurt. „Ich bin ein heimatliebender Mensch.“

Hansjörg Küster im Interview

Interview mit Hansjörg Küster, Präsident des Niedersächsischen Heimatbundes und Professor am Institut für Geobotanik an der Universität Hannover

Hansjörg Küster

Quelle: r

Welche geografischen Einheiten eignen sich als Identitätsstifter?

Nur solche, die in der Bevölkerung populär sind. Sie werden von der Bevölkerung eher von ihrem Standpunkt aus definiert als von Grenzen. Man kann sich zum Harz, zum Solling oder zum Eichsfeld bekennen, nicht aber zum "Westlichen Harzvorland" oder zum "südlichen Leinegraben".
 
Eignen sich behördliche Gebilde wie ein  Landkreis, Metropolregioner etc dafür?

Ein Landkreis oder eine Metropolregion ist eine Verwaltungseinheit, aber kein Identitätsstifter. Man hat aus einem Duderstädter durch die Landkreiserweiterung keinen Göttinger machen können, und das wird mit einem Osteroder ganz  ähnlich werden. Innerhalb von Landkreisen gibt es immer mehrere Identitäten. 

Ist es eine Frage der Zeit, bis beispoielsweise aus einem noch-Osteroder ein Göttinger wird?

Ein Noch-Osteroder wird niemals zum Göttinger. Und das ist auch keineswegs schlimm. Die Verwaltungseinheit eines Landkreises ist etwas ganz anderes als Identitäten, die, nebenbei gesagt, auch über Landkreisgrenzen hinweg bestehen können. Da fühlt sich dann ein Osteroder im Geiste eher mit Bewohnern von Harzgemeinden verwandt als mit einem Göttinger oder Dransfelder.
Warum ist die lokale Identifikation in einigen Regionen besonders ausgeprägt  - besipielsweise in Franken  und gibt es so etwas auch in Niedersachsen?

In einigen Gegenden waren die Menschen aus unterschiedlichen Gründen stärker aufeinander angewiesen als andernorts. Das führte zur Ausprägung von deutlichen Bindungen an bestimmte Landschaften. Ein besonders gutes Beispiel  dafür, das auch noch im Landkreis Göttingen liegt, ist das Untereichsfeld. Diese Gegend ist sehr lange katholisch geprägt, der gesamte übrige Landkreis ist protestantisch. Die Menschen aus Duderstadts Umgebung mussten also besonders gut zusammenhalten gegenüber anderen Menschen, die sich in bestimmten Eigenheiten von ihnen unterschieden, aber dennoch im gleichen Landkreis lebten.
Nummernschilder wie DUD oder HMÜ sind beliebt, die Identifikation mit der Heimat wird offenbar immer wichtiger. Warum?

Hätte es diese Nummernschilder in den letzten Jahrzehnten auch schon gegeben, hätten bestimmte Autofahrer sie damals schon verwendet. Insofern glaube ich nicht, dass das ein neuer Trend ist. Lesbar sind diese Nummernschilder  allerdings nur für diejenigen, die die Autokennzeichen kennen. Sieht man sich die Nummernschilder näher an, findet man darauf das Siegel des Landratsamtes in Göttingen und keine Erklärung, was "HMÜ" bedeutet.

Theo Sommer (Gieboldehausen):

Theo Sommer

Quelle: r

 
„Mein Herz ist eindeutig Eichsfelder – und da schließe ich auch die Obereichsfelder mit ein. Ich persönlich halte das für eine historische Chance, auch dem Armenhaus Osterode unter die Arme zu greifen. Auch früher haben die Fusionen erst geknirscht, aber Sie werden sehen, dass sich die Harzer mit dem Großkreis kennenlernen werden. Persönlich hätte ich auch nichts gegen eine Fusion mit einem Landkreis Eichsfeld in Niedersachsen, halte das aber nicht für realisierbar. Die Chancen zur Zusammenarbeit muss der HVE machen.“
 
  
 
Arne Behre (Samtgemeindebürgermeister Radolfshausen, SPD):

Arne Behre

Quelle: Hinzmann

„Persönlich sehe ich mich als Randeichsfelder, meine Frau ging in Duderstadt zur Schule, ich in Göttingen. Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen und sehe Radolfshausen künftig als Herzstück des neuen Kreises. Wir sollten da ganz positiv rangehen.“
 
  
Frank Kosching (Osterode, parteilos):

Frank Kosching

Quelle: r

 
„Ich fühle mich als Osteroder. Mit Göttingen habe ich keine Probleme, aber wie das Prozedere – SPD und Grüne hatten versprochen, die Einwohner in einem abschließenden Bürgerentscheid das letzte Wort über die Fusion sprechen zu lassen – ablief, fand ich sehr undemokratisch. Die Alternative, eine Fusion mit Goslar, wurde von der Osteröder Seite nicht weiter geprüft. Der Südharz ist eine strukturschwache Region und künftig am weitesten entfernt vom Oberzentrum Göttingen: Statt 35 Kilometer nach Osterode werden es künftig 75 Kilometer bis Göttingen. Osterode wäre als Landkreis nicht lebensfähig gewesen, aber die Unterschiede zu Goslar und in bestimmten Regionen auch der Identität als Harzer, wären geringer. Fragen Sie doch mal einen Göttinger, wo Zorge liegt? Uns liegt etwa auch die TU Clausthal näher als die Uni Göttingen – trotz Fusion.
 
  
Susann Heddergott (Agraringenieurin und Personaltrainerin, Esplingerode):

Susann Heddergott

Quelle: r

„Das Eichsfeld ist für mich mit seinen Werten mein Zuhause. Fusionen muss es geben, um Bürokratie abzubauen und an vielen Ecken sparen zu können. Wir werden bei der demographischen Entwicklung halt nicht mehr.“

Sigrid Jacobi (CDU-Kreistagsabgeordnete, Bilshausen):

Sigrid Jacobi

Quelle: r

"Ich habe gleichermaßen eine verwurzelte eichsfelder und eine europäische Identität. Weil  in meiner eichsfelder Heimat die europäischen Werte stark sind."

Manfred Hempfing, Rosdorfer Ortsheimatpfleger:

Manfred Hempfing

Quelle: r

"Ich bin überzeugter Rosdorfer, weil ich hier geboren bin und sehr an meinem Geburtsort und seiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hänge. Meine Gemeinde und die Natur hier sind für mich unverzichtbar."

Uwe Fanelli, Göttinger Filmemacher:

Uwe Fanelli

Quelle: r

"Ich fühle mich in Göttingen wohl, weil man in Göttingen im Gegensatz zu echten Großstädten sicher, ruhig und entspannt leben kann. Auch wegen der Universität haben wir in unserer Stadt außerdem ein hohes Bildungsniveau, was mir sehr wichtig ist."

Bernd Neander, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD inn Hann.Münden:

Neander Bernd

Quelle: r

"Ich fühle mich als Mündener und Südniedersachse weil ich meine Heimat liebe. Hann. Münden ist meine Geburtsstadt.  Ich möchte, dass Hann. Münden in seiner einzigartigen Struktur, eingebettet zwischen den drei Flüssen, erhalten bleibt. Dass die Bürger und die Besucher dies erkennen, dafür engagiere ich mich."

Andreas Sadowsky, Filialleiter Sporttreff Hann. Münden und Vorstandsmitglied der Mündener Gilde:

Andreas Sadowski

Quelle: Wesche

"Ich sehe mich als Hann. Mündener und nicht als Südniedersachse. Mein Wirken findet aber in Hann. Münden statt. Ich engagiere mich hier vor Ort für den Einzelhandel. Grundsätzlich sind Fusionen aber zu begrüßen, solange die neuen Strukturen keine negativen Auswirkungen für den einzelnen Bürger haben."
 
 
Thorsten Schmook, Inhaber Foto Schmook Hann Münden, Gästeführer und Darsteller Dr. Eisenbart :

Thorsten Schmook

Quelle: Wesche

"In erster Linie bin ich Mündener. Aber in vielen Bereichen gibt es durchaus große Vorteile wenn sich kleinere Gremien vernetzen. Dazu zählt auch der Tourismus. Durch einen großen Landkreis hat man eine stärkere Stimme weil man deutlich mehr Menschen und Fläche repräsentiert." Fotoquelle: Wesche
 

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