Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 11 ° wolkig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Auf Umwegen zum Göttinger Jurastudium

#unistartgoe: Studentenleben 2015 Auf Umwegen zum Göttinger Jurastudium

Enrico Zienke ist mit seinen 37 Jahren älter als der Durchschnittsstudent. Der gelernte Einzelhandelskaufmann studiert im sechsten Semester Jura. „Meinen Schulabschluss hab ich 1996 an der Realschule gemacht. Ich bin über den zweiten Bildungsweg ins Studium gekommen“, erzählt er bei einem Treffen in seinem Büro im Gebäude des Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA).

Voriger Artikel
Willkommensgrüße aber auch Kritik bei der Begrüßung der Erstsemester
Nächster Artikel
Schlüsselqualifikationen an der Uni Göttingen

Enrico Zienke

Quelle: Engler

Göttingen. Damit gehört Zienke nicht zu den 35 Prozent der Studierenden bundesweit, die direkt nach dem Abitur mit dem Studium beginnen.

 

„Ich bin zu alt für die Wirtschaft“, begründet er seinen Berufswechsel. Als Anwalt möchte er nach dem Studium eine eigene Kanzlei eröffnen. Wirtschafts- und Handelsrecht interessieren ihn besonders. Diese Vorliebe hat er schon in seinen vorigen Berufen entdeckt. „Ich hab einen guten Draht zu Vorschriften. In der Wirtschaft geht es ja auch häufig um Vertragsgestaltung“, erklärt Zienke. Gerade hat er ein Praktikum beim Landgericht Göttingen absolviert. Dort konnte er beobachtend an Gerichtsverhandlungen teilnehmen. „Das war schön. Interessanter als das Studium an sich“, bewertet Zienke diese Erfahrung.

 

Als Sozialreferent des AStA organisiert Zienke zum Beispiel das Elterncafé für Studierende mit Kind und unterstützt Erstsemester bei der Wohnungssuche: „Im Moment ist die Wohnraumsituation noch entspannt. Dass Leute unter der Brücke schlafen müssen, haben wir hier nicht.“ Nebenbei arbeitet er bei der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) als Tutor und vermittelt Grundlagen des privaten und öffentlichen Rechts.

 

Geboren in Berlin, als Lkw-Fahrer durch ganz Europa getourt, wohnt Zienke jetzt in Reyershausen. Er habe keine Lust mehr in Göttinger Wohngemeinschaften zu wohnen oder in Nachbarschaft feierwütiger Studierenden. „Ich bin zu alt für einige Sachen und bin ein bisschen ruhiger geworden“, erklärt der 37-Jährige die Wahl seines Wohnortes außerhalb von Göttingen.

 

Von Jorid Engler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Thema des Tages: Neue Pläne für altes Museum