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„Einer Universität unwürdig“

Streit um Auftritt von Chris Tall „Einer Universität unwürdig“

Eine geplante Veranstaltung des Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Universität Göttingen hat heftige Kritik ausgelöst. Professoren, AStA-Mitglieder und Oppositionsvertreter kritisieren die Einladung des Comedians „Chris Tall“, der mit Witzen über Minderheiten polarisiert.

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Der geplante Auftritt von Chris Tall in Göttingen ist umstritten.

Quelle: dpa

Göttingen. Der Auftritt im Januar 2016 ist für den AStA-Finanzreferenten Simon Schoon (RCDS) eine „ganz normale Freizeitveranstaltung“, denn der Comedian „Chris Tall“ gilt als erfolgreich und hat mehrere Comedypreise gewonnen. Für Amina Yousaf von der Juso-Hochschulgruppe ist das Ganze hingegen „einer Universität unwürdig“. Denn nach dem Prinzip „darf er das?“ macht Tall Witze über Afrikaner und über Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen.

 Am Mittwoch hat die Einladung für Streit im Studierendenparlament gesorgt. AStA-Vorsitzender Daniel Pichl (ADF) betonte, es tue ihm „natürlich schon leid, wenn sich jemand diskriminiert fühlen würde.“ Absagen will er die Veranstaltung nicht, schließlich sei das Ganze durch die Kunstfreiheit gedeckt. Sein Kollege im AStA, Sozialreferent Enrico Zienke, ärgert sich hingegen, dass er „Blut und Wasser geschwitzt hat“, um eine Interessenvertretung für Studierende mit Beeinträchtigungen auf die Beine zu stellen. Tall einzuladen stehe im Widerspruch zu seiner Arbeit, so Zienke.

 Auch für Yousaf zeugt der Vorgang davon, dass es beim hiesigen AStA keine Sensibilität dafür gebe, „dass Menschen sich diskriminiert oder beeinträchtigt fühlen“. Allerdings findet Pichl, „dass man über Minderheiten lachen kann“, wie er im Studierendenparlament betonte. Für Yousaf hingegen zählt, ob sich Betroffene diskriminiert fühlen. Es sei nicht in Ordnung, dass „weiße Männer entscheiden, ob sexistische oder rassistische Witze lustig sind“, so Yousaf. Zumindest müsse es „einen Gegenpol bei dem Auftritt geben.“ Pichl vertraut aber darauf, dass es bei der Veranstaltung am 20. Januar keine Ausfälle geben werde, man wolle das Ganze „im Nachgang kritisch betrachten“.

 Unterdessen hat sich nach Tageblatt-Informationen die Kulturanthropologin Prof. Sabine Hess an das Universitätspräsidium gewandt. Sie empfindet es angesichts der Bemühungen der Hochschule um eine „anti-diskriminatorische Diversitätstrategie“ als Skandal, dass der AStA eine solche Veranstaltung plane. Auf Nachfrage hat sich das Universitätspräsidium von der Veranstaltung distanziert, weil Tall mit diskriminierenden Stereotypen arbeite und „Ressentiments gegen diskriminierte Gruppen bedient und verstärkt“, so Pressesprecher Romas Bielke. Zugleich betonte er, dass dem AStA die Räumlichkeiten der Universität zur Verfügung stehen, dieser aber die Verantwortung für die Veranstaltung trage.

AStA und Stupa

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) ist die Vertretung der Studierenden an der Universität Göttingen. In Niedersachsen regelt das Hochschulgesetz, dass Universitäten selbstverwaltet sind. Der AStA hat die Aufgabe die Interessen der Studierendenschaft gegenüber der Universitätsleitung und der Politik zu vertreten. Der AStA wird vom Studierendenparlament (StuPa) gewählt, dass die Studierenden jeweils im Januar wählen.

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