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Radtour auf ehemaliger Grenze

Unter Uns Radtour auf ehemaliger Grenze

Eine besondere Radtour hat Gunnar Fehlau zurückgelegt: Knapp 1300 Kilometer legte er auf dem Mountainbike entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze zurück. Die Fahrt ging über den Kolonnenweg, der früher von Patrouillen- und Versorgungsfahrzeugen der DDR-Grenztruppen genutzt wurde.

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Auch durchs hohe Gras: Gunnar Fehlau morgens um 6.20 Uhr auf dem Kolonnenweg.

Quelle: EF

Eine besondere Radtour hat Gunnar Fehlau zurückgelegt: Knapp 1300 Kilometer legte er auf dem Mountainbike entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze zurück. Die Fahrt ging über den Kolonnenweg, der früher von Patrouillen- und Versorgungsfahrzeugen der DDR-Grenztruppen genutzt wurde.

Göttingen. „Zur gemütlichen Kleintierschenke“ – der Name der Zielankunft steht in Kontrast zu der abenteuerlichen Fahrt, die sich Fehlau vorgenommen hat. Ausgestattet mit weniger als zehn Kilo Gepäck nahm der 36-Jährige im Sommer die Grenzstrecke mit seinem Rad in Angriff. Er begegnete Füchsen und Rehen, hatte dreimal einen Platten, kämpfte sich durch ziemlich zugewachsene Kolonnenwege, durchfuhr hochstehende Brennnesseln und schob sein Rad Steigungen von mehr als 20 Prozent hinauf.

Fehlau nahm die Strecke aber nicht als einziger in Angriff. Er hatte vielmehr eine Grenzsteintrophy ins Leben gerufen, bei der 18 Teilnehmer in Lübeck an den Start gingen. Nur sieben kamen am Ende an. Einige Teilnehmer hatten allerdings von vornherein geplant, nicht die ganze Strecke zu fahren. Fehlau selbst legte die 1300 Kilometer in knapp sieben Tagen zurück und war damit der erste, der ankam.

Doch um Sieg und Platz ging es bei der Trophy nicht, wie der 36-Jährige betont. Ziel sei vielmehr ein „maximales Abenteuer“ bei einer Selbstversorgertour gewesen. Bei der großen sportlichen Herausforderung mit kleinem Budget war es verboten, Hotels oder auch Termine in Fahrradläden vorzubuchen oder sich unterwegs von Bekannten helfen zu lassen. Dahinter stehe eine Idee von Sport, bei der es um den ganzen Menschen und nicht um das beste Material und Tuning gehe, so Fehlau.

Er machte Grenzerfahrungen im wörtlichen Sinne – etwa wenn nach einer landschaftlich schönen Strecke plötzlich ein Grenzturm und damit die Architektur der Tötung auftauchte. Überhaupt sei die Tour von einer grundsätzlichen Spannung geprägt gewesen: Unterschiedliche Einzelgänger hätten Selbstverwirklichung und Freiheit entlang einer Strecke gesucht, deren Sicherung früher Inbegriff der Kasernierung und der Gleichschaltung gewesen sei. Und unterwegs wies auch mal ein Schild auf ein „erhöhtes Restrisiko von Minen“ hin.

Fehlau sucht immer wieder die extreme Herausforderung auf zwei Rädern. Er ist zahlreiche Radmarathons gefahren. 2007 hat er den Klassiker Paris – Brest – Paris absolviert, 1229 Kilometer fast nonstop. 2011 will er die Strecke noch einmal angehen, dann auf dem Tandem mit seinem nicht minder radsportbegeisterten Bruder Axel, einem Weltrekordler im Dauer-Liegeradfahren. Auch beruflich ist das Fahrrad Fehlaus Leidenschaft: Er hat sich selbstständig gemacht mit einem Pressedienst zum Thema Fahrrad.

Fehlau berichtet über seine Fahrt am Donnerstag, 3. Dezember, um 19.30 Uhr bei Velo Voss, Lange Geismarstraße 73. 2010 ist wieder eine Grenzsteintrophy geplant, diesmal in Süd-Nord-Richtung. Starttermin ist der geschichtsträchtige 17. Juni. Anmeldung per E-Mail unter info@grenzsteintrophy.de.

Von Jörn Barke

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