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Das geht nicht

Wätzolds Woche Das geht nicht

Heute geht es um einen Vorfall, der sich schon vor knapp zwei Wochen ereignet hat, für den sich aber bis heute kaum jemand zu interessieren scheint.

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Göttingen. Die Rede ist von dem Brandanschlag auf den Schuppen eines Verbindungshauses, bei dem die Täter ihre pseudorevolutionäre Bräsigkeit allen Ernstes mit einem Hammer-und-Sichel-Graffiti dokumentiert haben.

Ich finde es richtig, mit zivilen Mitteln gegen reaktionäre Verbindungen vorzugehen und auch, sie zu schmähen und zu verlachen. Aber Burschenschafter haben doch wohl grundsätzlich das gleiche Recht auf körperliche Unversehrtheit, wie alle anderen Stadtbewohner. Und die Menschen, die zufällig neben ihnen wohnen natürlich auch. Bei denen zehrten die Flammen nämlich bereits an Dachstuhl und Fassade, als die Feuerwehr kam. Ich habe mich diese Woche mit einer noch immer aufgelösten Bewohnerin unterhalten.

Mit den richitgen Worten

Und obwohl hier sogar völlig Unbeteiligte ernsthaft bedroht waren, hat sich bisher niemand aus der Stadtpolitik zu dem Anschlag geäußert, außer CDU-Mann Scherer und OB Köhler. Der tat es zwar erst eine Woche nach der Tat, aber dann mit den richtigen Worten.

Ich bin völlig bei Scherer, wenn er empört auf das Schweigen der anderen Parteien reagiert, zumal bei Antifaschistischer Ratsfraktion ebenso wie bei Jusos und Grüner Jugend regelmäßig die Schnappatmung einsetzt, wenn irgendein Burschi 'nen braunen Furz lässt.

Ein Hakenkreuz am Nachbarhaus

Scherer hat völlig Recht, wenn er vermutet, dass es im Fall anderer Opfer sehr wohl eine Reaktion gegeben hätte. Stellen wir uns doch mal vor, der Geräteschuppen einer Flüchtlingsunterkunft wäre angesteckt worden und die Täter hätten ein Hakenkreuz ans Nachbarhaus geschmiert. Da hätte es sicher Empörung ohne Ende und eine Riesendemo gegeben. Und vermutlich wäre ich mitgegangen.

Wenn aber in diesem aktuellen Fall Achselzucken die einzige Reaktion auf einen Brandanschlag ist, dann ist das einfach nicht in Ordnung. Ich möchte jedenfalls nicht in einer Stadt leben, in der es niemanden juckt, wenn Burschenschaftern die Laube abfackelt wird und das Nachbarhaus gleich mit.

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