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Der Lenz ist da

Wätzolds Woche Der Lenz ist da

Bis letzte Woche hieß das Frühlingsmotto ja "Niemand soll frieren, ohne nass zu werden". Aber glücklicherweise ist das nun anders, die Sonne lacht und das Grün sprießt allerorts.

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Der Kampf geht weiter

In unserem Garten hat das Schilf sogar Wurzelsperre und Betonbegrenzung durchbohrt, um nun zwischen den Steinen, mitten auf dem Weg zu wachsen. Toll, wozu die Natur imstande ist.

Ganz anders in der Groner Straße, da wurde sie bekanntlich weitgehend amputiert. Nach der Fällung der Robinien sieht es dort gerade jetzt ziemlich trostlos aus. Aber dieser Kahlschlag war ja alternativlos, die Göttinger Baumkrankheit hatte mal wieder zugeschlagen, da kann man nichts machen. Ich könnte nun natürlich ein Stück Schilfwurzel abstechen und der Stadt feierlich zur Ersatzpflanzung schenken. Das Zeug wächst schnell und zuverlässig, hab’ ich gute Erfahrungen mit gemacht!

Das Pflanzenwachstum hat aber auch seine Schattenseiten. Wenn das Gras wächst, sieht man die Hundehaufen nämlich nicht mehr, die überall in den Grünstreifen an den Gehwegen liegen. Und wenn dann der städtische Mäher kommt, wird die ganze braune Kacke flächendeckend verteilt; als Rasen-AfD quasi.

Da lobe ich mir doch die Hundehalter, die ihre Vierbeiner mitten auf den Bürgersteig koten lassen. Da sieht man die Tretminen wenigstens. Und die sind zahlreich. Entweder lassen alle Göttinger Hundehalter ihre Fiffis bei uns in der Südstadt ihre Notdurft verrichten, oder der Frühling treibt den Stoffwechsel unserer bellenden Freunde ungemein an. Viele Hunde sind ja auch kastriert, denen bleibt nur noch die Verdauung zum Lustgewinn.

Ab und zu sieht man aber tatsächlich Hundebesitzer, die den Haufen mit einem Tütchen entsorgen. Ich sage denen dann immer, wie gut ich das finde, damit die sich freuen und das weiterhin tun. Außerdem mag ich Exoten. Wenn ich Zeuge eines Ignoranten werde, den die Hinterlassenschaft seines Bellos ungerührt lässt, pflege ich eigentlich zu sagen: "Ich kack gleich daneben." Mach ich aber nicht mehr. Es gibt einfach zu viele Hundehalter, die dann so einen seltsamen, lustvoll verklärten Blick bekommen.

Von Lars Wätzold

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