Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Göttinger Gartenzwerge

Wätzolds Woche Göttinger Gartenzwerge

Alle Jahre wieder lacht uns Uli Holefleisch in seinem Kratzepulli aus der Zeitung an und bläst mit seinem grünen Fraktionschef Rolf Becker zum Frontalangriff auf unbescholtene Kleingärtner. Die beiden wollen nämlich mal wieder die städtischen Gartenkolonien zerstören und als Neubaugebiete nutzen.

Voriger Artikel
Göttinger Gurkentruppe
Nächster Artikel
Linke Burschen

Lars Wätzold

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Und direkt loslegen wollen sie „An der Walkemühle“. Da sollen dann wohl ähnliche Gruselbauten entstehen, wie im benachbarten Windausweg: DDR-Architektur für A6-Fahrer.

Geradezu „unanständig“ sei es, bei der derzeitigen Wohnungsnot, „nicht darüber nachzudenken“, so poltern sie. Da sind also mal wieder alle doof, die es nicht so sehen, wie Rolf und Uli. Denn wer die Kolonien erhalten will, wie seinerzeit Ex-OB Meyer, dem wird nicht etwa eine eigene Meinung zugestanden, sondern einfach „Schiss“ vor den Laubenpiepern unterstellt. Holefleisch und Becker hingegen sind mutig. So mutig, dass sie aller Welt zeigen, welch beachtlicher Vogelreichtum sich in ihren Köpfen tummelt. Fast so beachtlich, wie der in der Südstadt. Der wiederum speist sich zu einem guten Teil aus den vielen Kleingärten, die Lebensraum für zahlreiche Tierarten bieten (wenn da mal nicht auch Molche bei sind …), als innerstädtische Klimaanlage dienen und in denen pittoreske Hütten und seltene Obstbäume alter Sorten zu finden sind. Nicht zuletzt werden die Gärten liebevoll gehegt und dienen vielen Familien als preiswerter und wohnungsnaher Erholungs- und Erlebnisraum. Dementsprechend lang sind die Wartezeiten in manchem Gartenverein. Am Stadtrand wollen die Grünen Ersatzflächen schaffen, während Neubaugebiete mitten in der Stadt entstehen sollen. Wäre da nicht ein Neubaugebiet auf den Schillerwiesen ökologisch viel sinnvoller? Da würde wenigstens nur Rasenfläche vernichtet ...

Wenn die Grünen nun unbedingt Grünes zerstören wollen, sollten sie wenigstens so konsequent sein und mit ihrem eigenen Namen anfangen. Stadtratsfraktionsumbenennung wird ja eh gerade trendy! Und da das markanteste Merkmal von Becker und Holefleisch die schier unbändige Freude am behelmten Fahrradfahren ist, beantrage ich hiermit beim Oberbürgermeister die Umbenennung der Grünen in „Die mit dem Helm“.

Und für diese neue Fraktion habe ich folgende indigene Weissagung recherchiert: „Erst wenn der letzte Obstbaum einem wärmeisolierten Wohnkarton gewichen ist, werdet ihr merken, dass Bienen aus Polystyrol keinen Honig machen.

Von Lars Wätzold
Den Autoren  erreichen Sie unter redaktion@goettinger-tageblatt.de

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Wätzold steht nicht nur auf dem Sockel, sondern auch auf der Bühne - bei der Comedy Company. mehr