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Göttinger Gurkentruppe

Wätzolds Woche Göttinger Gurkentruppe

Heute geht es um eine Truppe, die sich offenbar in einem so erbärmlichen Zustand befindet, dass ihr Absturz in die Zweitklassigkeit unabwendbar scheint.

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Lars Wätzold

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Die Rede ist ausdrücklich nicht von der BG, die nun zwar auch nicht unbedingt einen Traumstart in der Liga hingelegt hat, aber mit dem ersten Heimsieg (Glückwunsch!) bewiesen hat, dass der Erfolg sich einstellt, wenn man konzentriert arbeitet, den Glauben in die eigene Stärke bewahrt und vor allem Teamgeist beweist. Von diesem Teamgeist sind die Deppen der Woche nämlich weit entfernt.

Denn während im Advent in jedem Häuschen eine Kerze brennt, steht bei den Göttinger Linken das ganze Haus in Flammen. Die drei Ratsherren Akad, Humke und Wucherpfennig verstoßen „tief enttäuscht“ ihre eigene Basis, die mehr „gegeneinander als miteinander gearbeitet“ habe. Der Ortsverband der Linken bezeichnet Humke wiederum als „Narzissten“ und wirft ihm gar ein „onanistisches Politikverständnis“ vor. Bei dieser verstörenden Formulierung wäre mir ja spontan eher Silvio Berlusconi in den Sinn gekommen.

Nun ist es ja erstmal völlig in Ordnung, wenn die drei Ratsherren das Handtuch werfen und ihre verhasste Wählergemeinschaft verlassen. (Die Fans der BG wären mir als Basis ja auch lieber als die örtliche DKP.) Aber anstatt den Stadtrat zu verlassen, firmieren sie jetzt einfach unter einem anderen Fraktionsnamen. Neu ist der allerdings auch nicht, denn die „Antifaschistische Linke“ gibt es mit dem - für stramm Linke obligatorischen - Zusatz „International“ ja bereits in Göttingen. Nachvollziehbar, dass sich deren Begeisterung über diese Anbiederung aus dem Rathaus in Grenzen hält. „Die drei von der Zankstelle“ wäre ja auch viel passender gewesen.

Ich frage mich nun, mit welcher Legitimation die drei überhaupt ihre Mandate behalten. Wäre ein geschlossener Rücktritt nicht der demokratisch korrekte Weg gewesen, sodass die Wählergemeinschaft Ersatzleute benennen kann?
Wir Unbeteiligten dürfen jetzt aber vor allem gespannt sein, wie sich diese Provinz-Polit-Posse weiter entwickelt. Rufen die drei als nächstes kurzerhand die „Räterepublik Göttingen“ aus? Wird die linke Wählergemeinschaft während einer Humke-Rede den Ratssaal stürmen, dabei lautstark „Wir sind das Volk!“ skandierend? Oder ernennt sich Wucherpfennig noch vor Weihnachten selbst zum Oberbürgermeister? Da geht noch was!

Von Lars Wätzold

Den Autoren  erreichen Sie unter redaktion@goettinger-tageblatt.de

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