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Good bike, bad bike

Wätzolds Woche Good bike, bad bike

Vor wenigen Wochen beklagte ich mich an dieser Stelle noch darüber, dass der "Extra Tipp" bei uns nicht zugestellt wird. Und was soll ich sagen? Prompt fand ich am vorigen  Samstag ein Exemplar im Briefkasten. Besten Dank dafür! Neugierig stöberte ich durch das Blatt, das mir durch jahrelange Abstinenz doch fremd geworden war.

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Göttingen. Auf Seite drei fand ich einen Kommentar mit der Überschrift "Eine Schneise für Chaoten". Wow, schoss es mir durch den Kopf, sie sind politisch geworden. Wahrscheinlich geht es um den G 20-Gipfel, denn da werden ja genug Chaoten erwartet; schließlich kommt Trump samt Delegation.

Allerdings waren lediglich unsere Radfahrer gemeint, denn es ging um den Göttinger Fahrradschnellweg. Der wurde nämlich vom Kampagnenbüro "200 Jahre Fahrrad" in seine Reihe "Innovation der Woche" aufgenommen, was die Kommentatorin Stefanie Arndt nun gar nicht nachvollziehen kann.

Sie fragt sich, ob Göttingen "wirklich auf diese Schneise stolz sein kann?" Schließlich käme es an Knotenpunkten nicht nur zu Konflikten mit Fußgängern, sondern auch unter Radfahrern, "zur heimlichen Freude der Fußgänger". Ach ja. Offenbar verabredet sich Frau Arndt regelmäßig mit Gleichgesinnten an Knotenpunkten, um sich schadenfroh, aber heimlich, über Konflikte zwischen Fahrradfahrern zu freuen.

Vielleicht gibt es ja sogar eine entsprechende Facebook-Gruppe. Liebe Frau Arndt, in Göttingen sind Fußgänger, Rad-, Motorrad- und Autofahrer unterwegs. Und bei allen gibt es gute und schlechte. Dies gilt natürlich auch für alle anderen Kategorien, es ist ein geradezu universelles Naturgesetz.

Schon Eugène Ionesco ließ in "Das heiratsfähige Mädchen" den Mann sagen, dass es den guten und schlechten Film ebenso gibt, wie den guten und schlechten Deutschen. Apropos guter Deutscher: Am Mittwoch war im GT ein Leserbrief abgedruckt, der absolut überfällig war. Es ging um die finanziellen Probleme von Boris Becker, die nach der Meinung von Herrn Brickmann aus Varmissen unser aller Probleme sind.

Bekanntlich wird Bobbele von einer englischen Richterin Zahlungsunfähigkeit attestiert, was Brickmann zu Folgendem veranlasste: "Nagt er am Hungertuch? Das sind unerträgliche Fragen für jeden anständigen Deutschen." Und zwar so unerträglich, dass die Frage gleich zum Plural erhoben wird.

Denn "Die schönsten Stunden haben wir ihm zu verdanken". Und da hat Brickmann nun wirklich uneingeschränkt Recht. Ich erinnere mich noch ganz genau: mein erstes Mal, Weihnachten '92, das legendäre Studiumsabschluss-Besäufnis; Boris war immer dabei.

Von Lars Wätzold

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Wätzold steht nicht nur auf dem Sockel, sondern auch auf der Bühne - bei der Comedy Company. mehr