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Herzlichen Glückwunsch

Wätzolds Woche Herzlichen Glückwunsch

Letzten Samstag war ich nicht in Göttingen, sonst wäre ich natürlich zum Bahnhof gegangen, um mir das Treiben rund um die Nazi-Parade des selbsternannten „Freundeskreises“ anzuschauen und meine Abscheu kundzutun.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. Vielleicht war es aber auch ganz gut, dass ich nicht da war. Schließlich attestierte mir Kolumnen-Kollege Oppermann bereits mehrfach einen Tony-Marshall-Haarschnitt. Und wo doch Gabi Andretta mit ihrer an Nana Mouskouri erinnernden Frisur schon von der Polizei mit Reizgas besprüht wurde, was hätte die dann wohl mit mir erst gemacht? Das will ich mir gar nicht vorstellen. Aber glücklicherweise war ich in Recklinghausen und blieb somit unversehrt. Außerdem hatte ich an dem Tag Geburtstag und da will man sich ja auch nicht unbedingt mit rechtsradikalen Arschgesichtern beschäftigen.

Ebenfalls Geburtstag hatte diese Woche das vor 150 Jahren als „Königliche Landesirrenanstalt“ gegründete heutige Asklepios Fachklinikum auf dem Leineberg.

Da weiß man aber gar nicht, wem man eigentlich gratulieren soll. Den Patienten sicher nicht, denn abgesehen davon, dass das grundsätzlich unangebracht wäre, hat sich deren Betreuungsschlüssel seit der Privatisierung 2007 ja deutlich verschlechtert. Uns Niedersachsen kann man auch nicht gratulieren, denn uns gehört das Krankenhaus ja gar nicht mehr, seit es die damalige Regierung für einen Bruchteil seines Wertes verscherbelt hat.

Eigentlich kann man da nur einem gratulieren, nämlich Bernhard gr Broermann. Dem allein gehört nämlich der komplette Asklepios-Konzern. Warum es der damaligen Landesregierung so wichtig war, seinen Reichtum weiter zu mehren, bleibt ihr Geheimnis. Thomas Oppermann sagte 2013 völlig zu Recht: „Wer privaten Investoren (…) soviel Geld schenkt, setzt sich dem Verdacht aus, dass dies nicht ohne Gegenleistung geschehen ist.“

Und tatsächlich trägt der Verkauf die Züge eines Mafia-Geschäftes, oder kennt jemand den Kaufvertrag? Fritz Güntzler betonte ja immer, dass der erzielte Preis nur ein nachrangiges Kriterium gewesen sei. Wichtiger sei die Bewertung des medizinischen Konzeptes. Allerdings wurde dieses Spitzenkonzept nie erläutert. War damit das Mehr von über 100 Patienten gemeint, die es dort mittlerweile gibt? Oder die Schließung des Bewegungsbades? Oder die Tatsache, dass die Küche jetzt nicht mehr selbst kocht, sondern nur noch vorgefertigten Mampf erwärmt? Muss ich Fritz bei nächster Gelegenheit mal fragen ...

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Wätzold steht nicht nur auf dem Sockel, sondern auch auf der Bühne - bei der Comedy Company. mehr