Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Staatsfeinde

Wätzolds Woche Staatsfeinde

Vor ein paar Tagen rieb ich mir verwundert die Augen, denn eine Schlagzeile auf der SAT1-Videotext-Übersichtsseite lautete "Erdogan bereit für Todesstrafe". Nun wissen wir zwar, dass es in der Türkei gerade hoch her geht, aber damit hatte ich nicht gerechnet. Schließlich hat Erdogan doch jüngst erst das Allmachts-Mandat gewonnen und jetzt das. Wie kann das angehen? Vielleicht hat er sich ja einfach selbst als Staatsfeind verurteilt. Das wäre allerdings wirklich mal originell und von geradezu Macbeth'scher Tragikomik.

Voriger Artikel
Film ab
Nächster Artikel
Ach ja

Walldurchgang zur Hospitalstraße am Juzi

Quelle: Hinzmann/Archiv

In Göttingen hingegen gilt einigen nach G 20 das JuZI mal wieder als Hort von Staatsfeinden, das man daher schließen sollte. Das war nach Hamburg natürlich zu erwarten, ist aber wenig sachdienlich. Andererseits bin ich aber ganz bei der CDU, wenn sie Anstoß an dem am JuZI meterhoch frischgesprühten Schriftzug "ACAB" (All Cops Are Bastards) nimmt. Denn der ist völlig indiskutabel, strohdoof und schlicht falsch. Ich kenne nämlich Polizisten persönlich, die gar keine Bastarde, sondern recht nette Leute sind. Außerdem muss man echt einen an der Waffel haben, wenn man die undifferenzierte Aufforderung "Solidarität mit allen Gefangenen des G-20“ daneben sprüht. Denn damit solidarisiert man sich nicht nur mit grundlos Verhafteten, sondern auch mit denen, die im Schanzenviertel völlig sinnlos und brutal gewütet haben.

Zum Staatsfeind des Vatikans wiederum könnte demnächst Propst Bernd Galluschke (immerhin Bischöflicher Kommissar des Untereichsfeldes) avancieren. Denn obwohl der Vatikan "Unverfälschtheit" bei der Herstellung von Hostien fordert und betont, dass glutenfreie Hostien deshalb nicht erlaubt sind, bietet Galluschke genau die beim Abendmahl an, um Allergiker nicht auszuschließen. Vermutlich meint man aber im Vatikan, dass Gott genau diejenigen mit einer Glutenunverträglichkeit ausstattet, die er beim Abendmahl einfach nicht dabei haben will, so wie er denjenigen eine Lichtallergie verpasst, die er tagsüber nicht auf der Straße sehen will. Und das wäre doch auch sein gutes Recht. Ich lade ja auch nicht Hinz und Kunz zum Essen ein. Folglich gilt die Verwendung glutenfreier Hostien bei der zuständigen Kongregation wohl als Blasphemie. Und wo soll das denn auch hinführen, wenn jede Kirchengemeinde selbst entscheidet, was beim Abendmahl verputzt wird? Nicht, dass da im Eichsfeld demnächst Schlachteplatten im Gottesdienst gereicht werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Wätzold steht nicht nur auf dem Sockel, sondern auch auf der Bühne - bei der Comedy Company. mehr