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Nicht meine Freunde

Kolumne Nicht meine Freunde

Nazibünde wie der selbsternannte „Freundeskreis“ tragen ihre nazistischen und rassistischen Positionen weit ins bürgerliche Lager hinein und haben so mit dafür gesorgt, dass diese mittlerweile salon- und sendefähig sind. Da muss man sich nicht wundern, wenn rechtsextreme Gewalt Hochkonjunktur hat.

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Lars Wätzold

Quelle: CH

Als der braune Mob dann am Sonntag auch noch ausgerechnet am Albaniplatz aufmarschierte, fand ich es nachvollziehbar, dass bei einem großen Teil der Gegendemonstranten eine aggressive Grundstimmung herrschte.

Auf einen Nazi kommen locker zehn Demonstranten

Glücklicherweise kommen bei uns auf einen Nazi locker zehn Demonstranten. Es gibt aber auch Gegenden in Deutschland, da ist es andersrum; da agieren Rechtsextreme offen und ungeniert und es traut sich niemand mehr, überhaupt noch dagegen aufzutreten. Davon sind wir in Göttingen glücklicherweise weit entfernt. Und zwar nicht zuletzt, weil es hier eine aktive antifaschistische Szene gibt. Es ist gut und wichtig, dass sich Nazis in Göttingen nicht sicher fühlen und ungestört auftreten können, denn für „Wehret den Anfängen“ ist es ja ohnehin schon zu spät.

Ebenso ist es völlig in Ordnung, den „Freundeskreis“ nieder zulärmen, auch wenn mir das Kuhglockengedängel eines Demonstranten heute noch im Kopf klingelt.

Unsinnige Beschimpfung von Polizisten

Unsinnig, kontraproduktiv und überhaupt nicht in Ordnung ist es allerdings, dass von Beginn an die anwesenden Polizisten beschimpft und provoziert wurden. Denn die sind ja gar nicht Mitglieder des „Freundeskreises“, sondern kamen lediglich der undankbaren Aufgabe nach, diverse Grundrechte zu schützen. Und die gelten eben auch für Rechtsextreme mit dem Zeichen der ekelhaften „Identitären Bewegung“ auf dem Banner. Auch, wenn das weh tut.

Aus dem Ruder lief die Situation allerdings erst, als sich ein polizeilicher Stoßtrupp durch die komplette Demo rempelte. Selbst wenn der Einsatz stattfand um jemanden festzunehmen, muss man sich hinterher doch fragen, ob es das wert war. Deeskalation sieht jedenfalls anders aus.

Von Lars Wätzold

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Wätzold steht nicht nur auf dem Sockel, sondern auch auf der Bühne - bei der Comedy Company. mehr