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Das war der Sommer 2016

Wätzolds Woche Das war der Sommer 2016

Tageblatt-Kolumnist Lars Wätzold zieht in dieser Woche seine persönliche Sommerbilanz für 2016.

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Schockfotos zum Sammeln - eine Alternative für Panini-Junkies?

Quelle: dpa

Sport : Das Sportereignis dieses Sommers war natürlich die Fußball-EM, die aber aus deutscher Sicht irgendwie blöd zu Ende ging. Außerdem sind die Göttinger Panini-Sammelbild-Junkies ja nun auch wieder zwei lange Jahre auf Entzug, bis wieder Tauschbörse im "Kauf Park" ist - dann für die WM. Doch Hilfe naht. Die Tage fielen mir nämlich die neu bebilderten Zigarettenschachteln auf und spontan schoss mir eine erstklassige Idee durchs Hirn: das Sammelalbum für Raucher-Schockbilder! So kann sich die Tausch-Community weiter treffen und ich freue mich schon auf Zettel am schwarzen Brett, wie "Suche Kehlkopfloch und faulendes Bein. Biete Gammelrachen und Vierzehenfuß".

Fashion : Modemäßig war Verschleierung diesen Sommer der völlige Hype und in aller Munde. Die AfD trägt den Nikab sogar im Thüringer Landtag. Komisch, dass ich in Göttingen nur ein Mal eine Frau verschleiert und im Ganzkörpersack gesehen habe - und das schon vor Jahren. Dabei tun alle so, als wäre das gerade der ultimative Trend. Ich erinnere mich übrigens noch viel besser an den Mann, der damals neben ihr ging. Der sah mit seinen ollen Badelatschen und dem ausgeleierten Jogginganzug so bekackt aus, dass ich mir gewünscht habe, er trüge die Burka.

Lifestyle : Das Spiel dieser Saison war natürlich Pokémon Go. Leider ist mein Smartphone nicht das neueste und so stehe ich oft stundenlang mit dem nötigen Adapter an der Pokemon-Aufladestation der Volksbank am Geismar Tor, jage Bisaflor und Glurak und streite mich mit Fünftklässlern, die auch mal wollen und einfach keine Achtung vorm Alter haben.

Auch sehr beliebt war und ist in weiten Teilen des Landkreises "Nazis weg brüllen". Das macht zwar eigentlich gar keinen Spaß, erzeugt aber deutlich mehr Adrenalin im Kopf. Außerdem ist der Spielerfolg nicht virtuell, sondern real; jedenfalls tauchen die Nazis mittlerweile immer seltener auf und werden dabei auch immer weniger. Gut möglich, dass es in Göttingen heute bis auf weiteres zum letzten Mal gespielt wird. Ich bin jedenfalls wieder mit dabei. Und morgen, wenn die Nazis weg sind, mache ich drei Kreuze.

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