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Wätzolds Woche: Göttingen - Stadt, die Bauten schafft

Neue Tageblatt-Kolumne Wätzolds Woche: Göttingen - Stadt, die Bauten schafft

Mit einem neuen Format startet das Tageblatt ins Wochenende: „Wätzolds Woche“. In dieser Kolumne nimmt der Kopf der Göttinger „Comedy Company“, Lars Wätzold, das politische und gesellschaftliche Geschehen in der Stadt Göttingen unter die Lupe und aufs Korn: pointiert, subjektiv und unterhaltsam. Und das an jedem Wochenende.

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Wätzolds Woche: Sie sind unter uns!

Lars Wätzold

Quelle: GT

Die Grünen befürworten zwar den Bau des neuen Basketballzentrums, aber Uli Holefleisch befürchtet als sportpolitischer Sprecher und bekennender Fahrrad-Fanatiker, dass die GöSF für die Veilchen-Ladies wohl kaum das gleiche Engagement aufbringen würde.

 
Nun ist der gute Uli also auch noch Gleichstellungsbeauftragter der Grünen. Warum er nicht einfach vorgeschlagen hat, dass die Ladies die neue Halle mitbenutzen dürfen sollen, bevor die Entscheidung für den Bau gefallen ist, bleibt sein Geheimnis.

 
Ebenso ein Geheimnis bleibt, wie bei 3,5 Millionen Baukosten, die die GöSF komplett bezahlt, deren finanzielles Risiko gegen Null tendiert, wenn man die Halle an die BG für meinetwegen 150 000 Euro pro Jahr vermietet. Und zwar das Geheimnis vom Aufsichtsratvorsitzenden der GöSF Rolf-Georg Köhler himself. Aber der kommt ja aus der Baubranche und wird schon wissen, wo die Kohle herkommt, wenn die Mietzahlung der BG irgendwann in den nächsten mindestens 23 Jahren mal ausbleibt. Wegen Abstieg oder so.

 
Die Welt gerät zusehends aus den Fugen, und so werden Flüchtlingsunterkünfte zukunftssicher nachgefragt werden. Oder Köhler traut sich irgendwann, den Weendern ihr marodes Freibad zu schließen, und stattdessen kriegen die dann eine Schwimmhalle. So weit weg von Weende ist der Schützenplatz gar nicht. Mit dem Fahrrad bequem in 15 Minuten zu schaffen, Uli Holefleisch braucht natürlich nur sechs.

 
Außerdem ist der Bedarf für eine Golfstätte ja auch weiterhin vorhanden. Jetzt, wo aus dem genossenschaftlichen Golfplatz in Geismar doch nichts wird, weil eine Naturführung zu dem Ergebnis gekommen ist, dass da, wo Schnaken leben, die Natur so schützenswert ist, dass Golf nicht geht. Das hat CDU und FDP dann auch überzeugt gegen den Golfplatz zu sein, was Fritz Güntzler nun aber traurig stimmt, denn der fand die Idee eigentlich ganz gut. Wahrscheinlich ist Fritz der einzige aus der Truppe mit einem akzeptablen Handicap.

 
Aber schließlich hat sich Alexander Frey den Golfplatzbedarf ja nicht ausgedacht, sondern dieser wurde von den Göttinger Sporttreibenden bei einer Wünsch-Dir-was-Befragung hundertfach an ihn herangetragen.

 
Und wenn alle Stricke reißen, sollte man die Halle unbedingt Bischof Trelle anbieten. Schließlich gelingt es dem Mann, 700 Leute an der Rhumequelle zusammenzutrommeln, um sich gemeinsam an die eigene Taufe zu erinnern, obwohl die in der Regel in einem Alter stattfindet, an das man gar keine Erinnerung hat. Außerdem sagt der Bischof selbst, dass die Dreifaltigkeit „nie ganz zu erklären und zu verstehen ist“. Wie viele Leute werden da erst zusammen kommen, wenn Trelle ganz zentral und wettersicher überdacht auf dem Göttinger Schützenplatz zu etwas Verständlichem einlädt. Oder Massenhochzeiten abhält. Und wer den Brautstrauß in den Korb wirft, wird von der Kirchensteuer befreit, bei voller Segnung!

 
Der einzige, der gegen den Hallenbau ist, ist Patrick Humke, aber der ist ja sowieso immer gegen alles.

 
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass man es in Göttingen gut mit der Bauwirtschaft meint.

 
Und wenn Häuser gebaut werden, die niemand nutzt, kann man ja immer noch hübsche Folien mit Leuten drauf an die Fenster kleben. So wie auf dem Stadtbad-Areal. Schade, dass die Decken da so niedrig sind …

 
Sie erreichen den Autor unter redaktion@goettinger-tageblatt.de.

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