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Wätzolds Woche: Göttingen - Stadt, die Bauten schafft Ich reg mich auf!

Wätzolds Woche Ich reg mich auf!

Über das „Thema des Tages“ zur Legalisierung von Cannabis habe ich mich so aufgeregt, dass ich zur Beruhigung erstmal was kiffen musste. Es gibt so viele fiskalische, medizinische, politische, juristische und ökologische Gründe für die Legalisierung, dass man allein damit eine komplette GT-Ausgabe füllen könnte. Leider findet sich nicht einer davon in der Pro-Prohibitions-Berichterstattung.

Göttingen. Im letzten Absatz wird es dann richtig grell, denn da wird Hans-Jürgen Fromm (Verkehrspsychologe des Tüv Nord) die Frage gestellt, warum man zwar als Alkoholkonsument am nächsten Morgen schon wieder Auto fahren kann, es aber 2 Tage nach dem letzten Joint noch gefährlich sei. Die Antwort ist verblüffend: „Weil wir Jahrtausende Erfahrung mit Alkohol haben und jeder damit umgehen können muss.“ Ach so.

Dann waren die rund 15000 offiziellen jährlichen Alkoholtoten also einfach zu blöd zum Saufen. Das wird deren Angehörigen aber ein gewaltiger Trost sein. Offenbar kann man auch mit veritablem Dachschaden als Psychologe beim Tüv noch gutes Geld verdienen. Fromm zur Info: Bereits vor rund 5500 Jahren wurde im heutigen Deutschland Cannabis konsumiert.

Und das außerdem von Fromm beklagte Problem, dass der THC-Gehalt von Haschisch unberechenbar ist, gibt es ja nicht trotz des Cannabisverbotes, sondern genau deswegen. Wäre der Verkauf legal, gäbe es ja Qualitätskontrollen, wie bei Alkohol und Tabak.

Es ist doch schon ziemlich gaga, einerseits Cannabis zu verbieten, aber andererseits über alle Medien und an jeder Ecke zum Alkoholkonsum aufzurufen.

Noch mehr aufgeregt habe ich mich diese Woche darüber, dass der Straßensozialarbeit 23000 Euro gestohlen wurden. Geld, das sie treuhänderisch für ihr Klientel verwaltete. Das ist mal richtig schäbig. An dieser Stelle sei der Stadt ausdrücklich gedankt, dass sie sofort unbürokratisch ausgeholfen hat. Danke!

Trotzdem fehlt das Geld ja jetzt. Um an dieser Stelle zu helfen, wurde deshalb gestern folgendes beschlossen: Alle, die glaubhaft machen können, dass sie der Straso mindestens 30 Euro auf ihr Konto 155044 bei der Sparkasse überwiesen haben, bekommen eine Freikarte für eine Improshow im Lumière.

Den Autor erreichen Sie unter
redaktion@goettinger-tageblatt.de

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