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Wätzolds Woche Junge Dummion

Dass die Besetzer des Hauses in der Oberen Masch 10 und der DGB sich über den Kauf des Hauses geeinigt haben und das Wohnprojekt nun legalisiert wird, ist eine schöne Nachricht, gerade in Zeiten von "Freundeskreis", AfD und Söder-Geseier. Die Erklärungen der Jungen Union Göttingen dazu sind hingegen so bescheuert, dass es mich wundert, dass sich niemand öffentlich darüber aufregt. Muss ich das also wieder machen.

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Besetztes Haus OM10 in Göttingen

Quelle: Wenzel/Archiv

Er sei zwar froh, dass die Besetzung nun beendet sei, aber "jede Besetzung ist kriminell", erklärt uns JU-Pressesprecher Atkinson. Was ein Quatsch. Eine Hausbesetzung ist ja nicht per se kriminell, sondern wird es erst dann, wenn der Hausbesitzer die Polizei einschaltet, die wiederum auch erst dann aktiv werden muss. Und das war hier bekanntlich nicht der Fall, also frage ich mich, was an der Aktion kriminell gewesen sein soll; zumal das Haus ja vorher 6 Jahre leer stand, niemand zu Schaden kam und nichts zerstört wurde.

Und völlig plemplem wird es, wenn JU-Vorstandsmitglied Warning den Hauskauf als "Ausbau einer rechtsfreien und radikalen Infrastruktur" bezeichnet, denn der Kauf schafft ja gerade die fehlende Rechtssicherheit. Außerdem waren die Besetzung und alle damit verbundenen Aktionen von Beginn an transparent, öffentlich zugänglich und weit entfernt von jedem radikalpolitischen Duktus, was man - nebenbei bemerkt - über so manche mit Degen fuchtelnde Burschenschaft unseres Städtchens leider nicht sagen kann. CDU-Jungpionier Warning könnte ja einfach mal hingehen und sich anschauen was in dem Haus eigentlich passiert, statt sich derart dümmlich über die neuen Besitzer auszulassen.

Bei der Formulierung "Ausbau einer rechtsfreien und radikalen Infrastruktur" kommt mir außerdem eher das protegierende Verhalten deutscher Sicherheitsbehörden in Bezug auf neonazistische Straftäter in den Sinn als ausgerechnet die netten Leute aus der Oberen Masch.

Der Jungen Union kann man nur raten, in Zukunft ihr kleingeistiges Schwarz-Weiß-Denken mal zu reflektieren und mit der Realität abzugleichen, sonst besteht bei solchen Statements nämlich leicht die Gefahr, dass man sie mit der Jungen Alternative verwechselt.

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