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Zu Gast bei Rolf

Wätzolds Woche Zu Gast bei Rolf

Mein erster fester Termin im Jahr ist stets der Neujahrsempfang unseres Oberbürgermeisters. Die Zusammensetzung der Gäste ist wirklich einmalig und verspricht jedes Mal Kurzweil und unterhaltsame Unterhaltungen. Dass Bier und Wein für lau ausgeschenkt werden, sorgt natürlich für zusätzlichen Schwung.

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Quelle: ch

Doch der Reihe nach: Zunächst lauschten wir der üblichen Ansprache unseres Stadtvaters Rolf. Er erlaubte uns ausdrücklich, Anregungen bei der Erstellung des Flächennutzungsplans beizusteuern.

Beim Thema Kunstquartier hingegen hat er nur informiert, aber nicht um Vorschläge gebeten. Komisch, hatte er im Wahlkampf doch stets gepredigt, dass man die Bürger bei Großprojekten einbeziehen und mitnehmen müsse. Beim Kuqua ist davon aber gar keine Rede mehr, anscheinend plant er das komplett selbst. Vielleicht ist es aber auch einfach kein Großprojekt. Kriegt ja nicht mal Fenster …

Im Laufe des Abends wurde die Stimmung dann bierselig und man begann sich gegenseitig zu foppen. Ich selbst wurde wegen meiner Frisur von einem Angetrunkenen doch tatsächlich als „Tony-Marshall-Verschnitt“ bezeichnet. Als ich ihn kammgeschwellt zur Rede stellte, sagte er lapidar: „Ich wollte nur mal in deiner Kolumne erwähnt werden.“ Aber das kann er knicken. So nicht!

In einer Gesprächsrunde fragten wir uns, warum es mit dem Kragenbär-Denkmal eigentlich nicht voran geht. Da zeigte ein stadtbekannter Diskutant auf den herannahenden Ratsherr Hans Otto Arnold und rief „Guckt mal, da kommt der Kragenbär persönlich!“ Auch nicht nett.

Die lebhafteste Diskussionsrunde aber bildeten fünf ältere Herren und eine Horde Kinder-Punks aus gutem Hause. (Ich habe nichts gegen Punks, aber gepflegt müssen sie sein.) Die Männer waren hoch engagiert bei der Sache und ließen gar nicht mehr von den Jungs ab, sodass die mir Leid taten und ich rüber ging und fragte, ob die alten Männer sie belästigen würden.

Die Antwort lautete „Nee, alles in Ordnung. Wir sind hier zum Bier trinken und Spießer provozieren.“ Der Plan ging erstklassig auf und vielleicht wäre das ja auch eine Strategie für die Jusos, um frischen Wind in die „Alte-Säcke-Politik“ der örtlichen Sozis zu pusten: Irokesenschnitt auf den Kopf rasieren, „Zum Kotzen“ auf die Jacke malen, dann besoffen zur Unterbezirkstagung und ab geht die Luzie!

Gegen ein Uhr war ich dann im Bett, angeschickert und mit bester Laune.

Ich freue mich schon wie Bolle auf die zweite KW 2017!

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Wätzold steht nicht nur auf dem Sockel, sondern auch auf der Bühne - bei der Comedy Company. mehr