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go!ettinger Wortzpiele

Wätzolds Woche go!ettinger Wortzpiele

Weil es stinklangweilig und völlig altbacken ist, das Städtische Museum „Städtisches Museum“ zu nennen, muss es anders heißen! Also wird städtisches Geld in die Hand genommen, um nicht nur ein neues Konzept, sondern auch noch einen peppigen Namen zu bekommen. Das Ergebnis sieht auf den ersten Blick aus, als wäre jemandem versehentlich etwas auf die Tastatur gefallen: „das neue go!ettingen Museum“.

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Göttinger Gurkentruppe
Quelle: CH

Beim Denkmal ein "X" zu wenig und beim Museum ein "!" zu viel, könnte man meinen, doch schauen wir genauer hin: "go!" als Aufforderung hinzugehen, das leuchtet mir dann doch ein und Anglizismen gehen immer. (Um auch museal interessierte Sachsen anzulocken, wäre „gö!“ allerdings noch besser gewesen.) Ich geh also hin, weil das Ausrufezeichen es gebietet. Was aber bekomme ich dann dort zu sehen? Ich lese weiter und stutze: "ettingen Museum" Ach was.

 

Nun ist für ein Museum ja das Alleinstellungsmerkmal ganz wichtig. Und sicherlich ist es bundesweit einmalig, sich in einem Städtischen Museum "ettingen" anschauen zu können. Ich bin mir nun zwar nicht sicher, ob es bei uns genug "ettingen"-Interessierte gibt, um das Museum rentabel betreiben zu können. Und wenn ich ehrlich bin, hatte ich selbst noch nie das Bedürfnis, eine "ettingen"-Ausstellung zu besuchen. Aber ich bin ja weiß Gott nicht das Maß aller Dinge und so wünsche ich den Verantwortlichen viel Erfolg bei der Umsetzung dieser ungewöhnlichen Idee.

 

In der Goethe-Allee bin ich auf einen weiteren Tippfehler gestoßen. Das „Göttinger Pils“ wirbt dort plakativ: Ein junger Mann liegt mit 2 schlafenden Frauen im Bett. Sie kuscheln sich selig lächelnd an ihn während er uns verschmitzt mit einer Bierflasche zuprostet. „Das Pils für danach“ ist ebenso zu lesen wie der Wortspiel-Kracher „Glücks-Pils“. War da etwa dieselbe Agentur am Werk, die im Sommer schon die Kampagne für die Kreishandwerkerschaft ersonnen hat?

 

Ich war jedenfalls sofort elektrisiert, denn schließlich bin ich ein Mann, habe Bedürfnisse und möchte auch unbedingt ein "Glücks-Pils" sein. Und da dieses Bier offenbar besser wirkt als KO-Tropfen und anscheinend auch noch soviel Tinte auf den Füller gibt, dass man zwei Frauen in einem Abwasch begatten kann, habe ich mir selbstverständlich sofort eine Kiste gekauft.

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Wätzold steht nicht nur auf dem Sockel, sondern auch auf der Bühne - bei der Comedy Company. mehr