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Werkzeug des Redakteurs: Computer, Stift und Kamera

Schulaktion Werkzeug des Redakteurs: Computer, Stift und Kamera

Das harmonische „Guten Morgen, Herr Zeitungsmann“ und „Herr Fotograf“, das die Kinder der Klasse 4 a der Göttinger Hölty-Grundschule zur Begrüßung flöten, weicht bald der Erkenntnis: Hier sitzt eine Klasse mit kritischen Zeitungslesern. Da sind die technischen Fakten (Zeitungen pro Tag? 43000. Anzahl der Mitarbeiter? Insgesamt zirka 200. Wie wird eine Zeitung gedruckt? Im Offsetverfahren) schnell verhandelt und die wichtige Fragen kommen zur Sprache.

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„Was war ihre spannendste Arbeit?“: das wollte Kersten wissen.

Quelle: JV

Das fängt bei grundlegenden Dingen an: „Wie entsteht ein Bericht? Und was muss da drin stehen“, will Jonas wissen. Dass die sechs W-Fragen (Wer? Was? Wo? Wie? Warum? Wann?)  das Fundament eines Textes bilden sollten, erscheint ihm höchst einleuchtend. Aber auch andere journalistische Darstellungsformen regen zu Fragen an. „Wird ein Interview-Text verändert“, will Annika erfahren. – Nur in möglichst geringem Maße, beispielsweise um sprachliche Fehler zu beseitigen oder in Form von Kürzungen. Das scheint ihr akzeptabel. 

„Fahrt ihr auch in den Dschungel“, fragt Max. Doch leider ist der Wirkungskreis der anwesenden Reporter und Fotografen nicht ganz so groß,  wie vielleicht erwartet. Doch die Abschlussfrage schließlich läßt sich uneingeschränkt bejahen: „Kommen auch mal unglaubliche Dinge ins Tageblatt?“ – Selbstverständlich. 

Knalltüten und Albträume

Der Gebrauch einer Zeitung beschränkt sich in der Parallelklasse 4 b nicht nur aufs Lesen. Justus beispielsweise findet eine alte Zeitung auch ganz praktisch, um Müll zu entsorgen. Leon hingegen, um Knalltüten zu basteln. Und Max verscheucht auch schonmal Fliegen mit ihr. „Ich lese aber gerne, um zu erfahren, was in der Welt so passiert“, erzählt ihre Mitschülerin Mercedes. Mitgenommen hat die Schüler besonders der entflohene Sexualstraftäter: „Erlaubt es die Polizei, wenn du Fotos von der Suchaktion machst“, fragt Leon den Fotografen. Er erklärt ihm, dass das Tageblatt oft eng mit der Polizei zusammenarbeitet. 

Auch die psychische Verfassung der Redakteurin interessiert: „Hast Du manchmal Albträume von einigen Themen“, möchte Mercedes wissen. Und Kira fragt, ob die Redaktion untereinander „befreundet ist“. „Aber was passiert, wenn du mal was Falsches schreibst“, interessiert Emma. Dass dann eine Richtigstellung unter dem Stichwort „Korrektur“ abgedruckt wird, imponiert ihr. Hannah hat zudem schnell erkannt, dass auf der Titelseite der Zeitung besonders spannende Themen erwähnt werden. „Damit werden die Leser neugierig gemacht“, stellt sie fest. „Welche Schulnote gibst du deiner Arbeit“, möchte sie zum Schluß noch wissen. Eine zwei plus, ist die Antwort.

Sport und Schweinegrippe

„Na klar!“ rufen die 22 Kinder der Klasse 4 a in Rhumspringe, als sie gefragt werden, ob sie das Tageblatt lesen. Welcher Teil der Zeitung der Interessanteste ist, darüber sind sich so gut wie alle einig – „natürlich Sport“. Viele haben sich selbst bereits in Sportberichten wiedergefunden. Aber auch andere Nachrichten haben die Grundschüler in den letzten Tagen verfolgt. Besonders der Artikel zum Schweingrippe-Fall in Göttingen habe die Klasse beschäftigt, berichtet Klassenlehrerin Monika Adam. Dass sich seine Schwester, darüber aufregt, wenn ihr Name falsch geschrieben wird, weiß ein Schüler zu berichten. Schnell sieht die Klasse aber ein, dass auch Redakteure im hektischen Arbeitsalltag Rechtschreibfehler machen können. 

Auf die Frage, welches die wichtigsten Arbeitsgeräte von Journalisten sind, wissen die Schüler einige Antworten: Computer, Fotoapparat, Stift und Zettel und das Telefon. Dass manchmal auch Mikrofon und Videokamera zum Einsatz kommen, ist einigen Viertklässlern bekannt. Sie haben an einem Plattdeutsch-Wettbewerb teilgenommen, von dem ein Podcast (eine Art Radiosendung im MP3-Format) und ein Video auf der Internetseite www.goettinger-tageblatt.de zu finden sind.

Aktuelle Informationen

Besonders die Bilder sind bei der Auswahl der Artikel wichtig. „Ansonsten wirken sie uninteressant“, sagt Rike aus der 4 b der Grundschule Rhumspringe. Die Viertklässler wissen genau, was sie von den Zeitungsartikeln erwarten: Informationen aus ihrem Sportverein, aus der Region, über Kinofilme und was in Niedersachsen passiert. Und aktuell müssen sie sein. „Aber woher wissen sie, dass die Informationen richtig sind“, will Max wissen. Dass Journalisten nicht alles ungeprüft schreiben und veröffentlichen dürfen, ist den Schüern neu. Neben vielen Fragen zum Arbeitsalltag, wird das Privatleben der Redakteurin nicht verschont: Fragen, ob sie verheiratet ist oder Kinder hat und was sie im Monat verdient, wollen beantwortet werden. Nach gut zwei Schulstunden steht für einige der Viertklässler ein neuer Berufswunsch fest: Redakteur. Denn: „Man lernt viel“ (Antonia), „das hört sich spaßig an“ (René) und „man bekommt als erster die Informationen“ (Valentin).

Von Erik Westermann, Corinna Berghahn, Björn Dinges und Dörte Janßen

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