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Theoretisch möglich: 77 Windräder im Leinetal

Vorranggebiete Theoretisch möglich: 77 Windräder im Leinetal

Für Windkraft-Skeptiker klingt die Zahl bedrohlich: Bis zu 77 Windräder könnten auf den Flächen gebaut werden, die allein die Gemeinden Friedland und Rosdorf im Leinetal ausweisen könnten – theoretisch. Und die Betonung liegt auf „könnten“.

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Windpark Deiderode: Hier darf wegen der nahen Rotmilan-Brutplätze kein neues Windrad entstehen.

Quelle: Bernd Reuter

Friedland/Rosdorf. Denn erklärtes Ziel in beiden Gemeinden ist es, im Flächennutzungsplan-Verfahren geeignete Vorranggebiete für Windkraft auszuweisen, um an anderen Stellen der Gemeinde den Bau von einzelnen Windrädern zu verhindern.

In diesen Tagen befinden sich beide Gemeinden in exakt derselben Phase der Planung: Jeweils in den Bauausschüssen hat das Planungsbüro Puche sogenannte Weißflächenanalysen vorgelegt. Das sind Karten mit eingezeichneten Tabu- und Restriktionsflächen, in denen Windräder nicht oder nur unter ganz besonderen Bedingungen gebaut werden können.

Die übriggebliebenen (weißen) Flächen sind jetzt überdeckt worden mit den Schutzzonen für den Rotmilan – jeweils ein Radius von 1250 Metern um jeden festgestellten Horst. Übrig blieben in beiden Gemeinden Flächen (in Friedland fünf, in Rosdorf acht), auf denen Windräder ohne Einschränkungen gebaut werden können. Politisches Ziel ist es, in jeder Gemeinde eine oder zwei dieser Flächen als Vorranggebiet auszuweisen, damit – auch das eine politische Willenserklärung in beiden Räten – Bürgerwindparks entstehen können.

Flächen für 16 bis 43 Anlagen

In Friedland sieht das so aus: Die fünf geeigneten Flächen liegen zwischen Stockhausen und Groß Schneen, südlich des Wendebachstausees, westlich und nordöstlich von Niedernjesa sowie zwischen Friedland und Klein Schneen. Letztgenannte Fläche ist winzig und deshalb ungeeignet. Je nach Abständen und Größe der Windräder eigneten sich die Flächen für 16 bis 43 Anlagen.

Das bisher schon ausgewiesene Windenergiegebiet in Deiderode jedoch, in dem bisher galt, mindestens drei Anlagen könnten noch gebaut werden, ist jetzt für Neubauten tabu. Hier gibt es so viele Rotmilan-horste, dass keine neue Anlage genehmigungsfähig wäre – jedenfalls nicht, wenn es bei der Schutzzone von 1250 Metern um jeden Horst bleibt, wie der Landkreistag empfohlen hat.

Die aussichtsreichsten Flächen im Friedländer Gebiet liegen im Norden der Gemeinde im Leinetal, die größte grenzt an eine ebenfalls geeignete Fläche der Gemeinde Rosdorf. Deren Bauausschuss hat das Planungsbüro am Dienstag vorgestellt, was im Rosdorfer Gebiet möglich ist. Acht Flächen sind es hier, davon sechs so winzig, dass jeweils ein einziges Windrad möglich wäre. Nur der Bereich südlich und östlich von Volkerode entlang der A 7 sowie eine große Fläche zwischen Rosdorf und Sieboldshausen (südlich Biogasanlage) bieten sich zur Ausweisung an.

Strombedarf der Gemeinde

Allen im Leinetal, also angrenzend an das Friedländer Gebiet, wären zwölf bis 34 Windräder theoretich möglich. Bei Volkerode wären es vier bis 13. Jedoch betonen die Planer, dass für jede einzelne Anlage ein eigenes Genehmigungsverfahren nötig sei. Das Gesetz fordere aber eine „angemessene“ Fläche für Windkraftnutzung. Was angemessen ist, darüber werden sich Ratsmitglieder beider Gemeinden noch zu unterhalten haben. Nehme man zum Beispiel Stromautarkie zum Maßstab, so rechnete Planer Dirk Puche vor, würden für Rosdorf acht Windräder reichen, um den Strombedarf der Gemeinde zu decken.

Allerdings: Allein für das Friedländer Gebiet liegen jetzt schon 17 Anfragen von Investoren vor. Und im Rosdorfer Bereich, so ein Ratsmitglied, sollen bereits große Energieunternehmen Vorverträge mit Landbesitzern gemacht haben. Da werde es schwer, die Vorrangflächen so auszuweisen, dass Bürgerwindparks noch eine Chance haben.

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Acht von neun Göttinger Ortsräten unterstützen Pläne der Stadt, vorzeitig bestimmte Flächen für Windräder festzulegen. Die Beschlüsse seien überwiegend einstimmig gefallen, informierte Stadtplaner Hans-Dieter Ohlow den Umweltausschuss des Rates. Dieses Ergebnis überrascht nach Protesten gegen bereits avisierte Standorte im Vorfeld. Auch im Umweltausschuss kritisierten Bürger erneut die Pläne der Stadt – vor allem aus der Siedlung Deppoldshausen und aus Groß Ellershausen.

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