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Trainer aus Göttingen unterrichten Gewaltfreie Kommunikation

Kraft der Empathie Trainer aus Göttingen unterrichten Gewaltfreie Kommunikation

Da hat man ein einziges Mal kein passendes Kleingeld für ein Ticket dabei und schon fängt der Busfahrer an zu zetern. Freundlichkeit auf beiden Seiten? Fehlanzeige. Denn der Ärger über Mitmenschen mischt sich schnell mit dem wohligen Gefühl, eigentlich im Recht zu sein.

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Kommunikationstrainer: Mariß und Rothhaupt.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Konflikte sind menschlich und unvermeidbar, der Umgang mit ihnen will aber erlernt sein.

Die Kommunikationstrainer Sabine Mariß und Gerhard Rothhaupt haben das zu ihrem Beruf gemacht. In einem Netzwerk aus Trainern in der Region Göttingen vertreten sie das Konzept der „Gewaltfreien Kommunikation“ (GFK). Ihre Arbeit wird nicht nur von Studenten und Managern in Anspruch genommen, auch die Bundeswehr und Polizei erhoffen sich durch die Methode ein besseres Betriebsklima – und sind dafür sogar bereit, sich Handpuppen überzustreifen.

„Giraffe und Wolf sind aber nicht das Zentrum unserer Arbeit, sondern dienen lediglich als Symbole für zwei grundlegende Modi menschlicher Kommunikation“, sagt Mariß. Der US-amerikanische Psychologe und Gründer der GFK Marshall Rosenberg unterscheidet, um wissenschaftlichen Fachtermini aus dem Weg zu gehen, zwischen Wolfs- und Giraffensprache.

Erstere ist durch impulsives Handeln gekennzeichnet: Befehle, Zuweisungen und Urteile richten wir meist unbewusst an unsere Kommunikationspartner – mit meist negativen Folgen. Die Giraffensprache steht dagegen für eine Form der Kommunikation, die das eigene Empfinden in den Mittelpunkt stellt.

Auf den Punkt gebracht

Rothhaupt bringt es mit dem Beispiel aus dem Bus auf den Punkt: „Die Ansicht, dass der Busfahrer ein Blödmann ist, muss dem Eingeständnis weichen, dass unsere Wut entsteht, weil wir uns selbst schlecht fühlen und unsere Bedürfnisse nicht erfüllt werden.“ Das Ziel der GFK besteht darin, sich seinem eigenen Empfinden bewusst zu werden und es in Konfliktsituationen stärker nach außen zu tragen – entgegen der landläufigen Ansicht, dass das verletzbar macht.

Natürlich: Für detaillierte Gefühlsäußerungen ist ein voller Bus sicherlich nicht der geeignete Ort, aber allein die Bewusstwerdung des eigenen Ärgers mache uns unabhängiger vom Verhalten anderer, meint Rothhaupt: „Es geht nicht darum, nett zu sein, sondern echt“. Damit könne beim Gegenüber Empathie erzeugt werden, die die Kommunikation für beide Seiten erfolgreicher mache, erklärt Mariß.

Das gesellschaftliche Vertrauen in die Kraft der Empathie scheint dennoch groß: GFK-Gründer Rosenberg vermittelte seinen Ansatz unter anderem in Kriegsgebieten auf dem Balkan oder in Afghanistan.

GFK-Trainer aus der Region bieten am Sonnabend, 29. März, zwischen 9.30 und 19 Uhr einen Informationstag zur Gewaltfreien Kommunikation an. Ort ist die Wassermühle Friedland, Leinestraße 10. Anmeldung unter 05 51 / 7 90 94 43. Einen Einführungsvortrag gibt es zwei Tage davor am Donnerstag, 27. März. Beginn ist um 20 Uhr im Gemeindesaal der evangelisch-reformierten Gemeinde Göttingen, Untere Karspüle 11.

Von Jonas Rohde

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