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Trauerweide fällt Sturmtief Herwart zum Opfer

Levinscher Park Trauerweide fällt Sturmtief Herwart zum Opfer

Das Sturmtief „Herwart“ hat am Wochenende die mächtige Weide auf der Insel im Teich des Levinschen Parks gefällt. Lange Zeit wurde der Baum von einer Reiher-Kolonie als Nist- und Rastplatz genutzt. Die Vögel waren bereits vor dem Sturm zum Kiessee umgezogen.

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Nur der Stumpf ist von der Trauerweide geblieben.

Quelle: Christoph Mischke

Göttingen. „Am Sonnabend hat er noch gestanden“, sagt ein Anwohner aus der Nähe, der täglich mit seinem Hund im Park spazieren geht. Allerdings wundere er sich nicht, dass der Sturm dem Baum etwas anhaben konnte, denn die Weide sei total morsch und verfault gewesen. Das sei an dem abgebrochenen Stamm auch gut zu erkennen. „Hoffentlich hat der Baum keine Enten erschlagen, als er aufs Wasser gekracht ist“, sorgt sich der Mann. Der Göttinger Ornithologe Hans-Heinrich Dörrie zeigt sich beruhigt, als er erfährt, dass ein dort lebendes Nilgans-Paar mit drei Küken keinen Schaden genommen hat und am Montag schnatternd in Ufernähe nach Futter suchte.

Waschbär für Abwanderung verantwortlich?

Bis vor zweieinhalb Jahren habe die Weide noch zahlreichen Graureiher-Paaren als Nistbaum gedient, so Dörrie, aber schon damals sei die Brutsaison für die Reiher desaströs gewesen. „Nur eine Brut auf dem höchsten Ast der Weide war erfolgreich“, hatte der Ornithologe seinerzeit beobachtet. „Die meisten Reiher waren damals schon auf Schwarzerlen und andere Bäume am Rand des Gewässers ausgewichen.“

Dörrie vermutet, dass ein Waschbär, der Ostern 2015 auf der Insel gesichtet wurde, für die Abwanderung der Reiher von der Weide verantwortlich ist. „Waschbären können gut klettern und lieben Eier“, sagt er. Seit der Brutsaison 2015 hätten die Graureiher den Baum seiner Kenntnis nach überhaupt nicht mehr als Nistplatz genutzt, sondern nur noch sehr vereinzelt als Rastplatz oder für später abgebrochene Brutversuche.

30 kleine Reiher am Kiessee

Die komplette Reiher-Kolonie sei, so Dörrie, an den Kiessee umgezogen. Dort nistete die Population zuletzt in mehreren Pappeln, die, um ein zukünftiges Gedeihen der Population zu gewährleisten, seiner Meinung nach höchst schutzwürdig seien. Mindestens zwölf Paare der Schreitvögel brachten dort in dieser Brutsaison rund 30 kleine Reiher zum Ausfliegen.

Das Ende des Kapitels Levinpark für die Graureiher hatte Dörrie schon vor Jahren vorausgesehen: „Zentnerschwer lasteten die zahlreichen Nester samt Jungvögeln auf den morschen Ästen der Weide und der Kot der Vögel hat den Baum von Jahr zu Jahr mehr geschädigt.

Wer mehr über die Göttinger Vogelwelt erfahren möchte, wird unter www.ornithologie-goettingen.de fündig.

Von Christoph Mischke

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