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Tricksereien mit Billig-Boxen und falschem Gold

Billige Imitate statt hochwertiger Geräte Tricksereien mit Billig-Boxen und falschem Gold

Die Betrügereien in der Region mit angeblich hochwertigen Elektrogeräten haben jetzt auch auswärtige Ermittler hellhörig gemacht. Das Kriminalkommissariat Rheinberg in Nordrhein-Westfalen sucht für derartige Betrugsfälle auch hiesige Zeugen.

Seit gut zwei Jahrzehnten, sagt Bernd Wiemann, Mitarbeiter des Kriminalkommissariats Rheinberg, ist er den Akteuren und Drahtziehern derartiger betrügerischen Maschen auf der Spur. Jetzt wurde er aufmerksam auf einen Tageblatt-Bericht vom März dieses Jahres über irische Landfahrer, die auf dem Göttinger Schützenplatz einem 32-Jährigen einen angeblich hochwertigen Diesel-Stromgenerator andrehten. Das Gerät sollte nur 250 Euro statt 2200 Euro kosten. Tatsächlich handelte es sich um ein nicht betriebssicheres, leistungsschwaches Billig-Benzingerät (Tageblatt berichtete).

Für derartige Vorgänge sucht Wiemann jetzt Zeugen – vor allem solche, die sich Autos und Kennzeichen gemerkt haben. Die Täter, erläutert der Ermittler, „benutzen nämlich immer wieder dieselben Fahrzeuge“.

Der Rheinberger Ermittler Wiemann recherchiert bundesweit auch in Fällen, in denen versucht wird, gutgläubigen Bürgern angeblich wertvolle Goldringe oder hochwertige Lautsprecherboxen, Lederjacken oder Kettensägen zu verkaufen. Oft werde dann den potenziellen Opfern erzählt, es handele sich um Messe- oder Ausstellungsstücke und die Anbieter seien gerade in der Klemme und bräuchten dringend Bargeld, beispielsweise für Benzin. Allen Gegenständen ist eins gemeinsam: Es handelt sich durchweg um billige, manchmal wertlose Imitate. Wiemanns Einschätzung nach zwei Jahrzehnten Erfahrung: „Mir sind keine seriösen Händler auf der Straße bekannt.“

Die Göttinger Polizei weiß: Den für Geschäfte auf der Straße eigentlich notwendigen Reisegewerbeschein hat niemand. Wer sich trotz aller Risiken für ein solches Angebot interessiert, sollte sich wenigstens dieses Dokument zeigen lassen. Darauf müssen unter anderem der Firmensitz und das ausstellende Ordnungsamt vermerkt sein.
Ein weiteres Ermittlungsfeld Wiemanns: Betrügereien mit Reisen, zurzeit eine gängige Masche. Betrügerische Anbieter kassieren Vorabzahlungen und verschwinden mit dem Geld. Tatsächlich gebucht wird nichts, die bezahlten Reisen können nicht angetreten werden.

Nach wie vor beliebt: Ambulante Angebote für vermeintlich preiswerte Dachdecker- und Asphaltierungs-Arbeiten. Außerdem seien unseriöse Handwerker unterwegs, die Fliesenleger- oder Terrassenreinigungsarbeiten anbieten. Die erbrachten Leistungen, sagt Wiemann, seien durchweg mangelhaft und meistens dann doch viel zu teuer.
Weiterhin warnt der Ermittler vor allen Versuchen von Unbekannten, in Privatwohnungen zu gelangen. Zurzeit seien viele angebliche Mitarbeiter von Strom- und Wasserunternehmen unterwegs, die tatsächlich gar keine sind.

Wer Wiemann Hinweise geben will, kann dies unter Telefon 02843/9276-2779 tun. Ebenfalls erwünscht sind Hinweise an die Göttinger Polizei unter Telefon 0551 / 4 91 10 13.

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