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Trittin: „Uranabbau vorläufig stoppen“

Gesellschaft für bedrohte Völker Trittin: „Uranabbau vorläufig stoppen“

Der Göttinger Grünen-Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin hat ein weltweites Moratorium für Uran-Abbau gefordert. Die Folgen des Abbaus seien für die Ureinwohner in Asien und Afrika verheerend.

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Mit Tuareg-Sprecher Aboubaker Akhaty: Trittin (r.).

Quelle: CM

„Das ist die schmutzige Seite der Atomkraft“, sagte Trittin am Sonntag bei der Jahreshauptversammlung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen. In einer Resolution forderte die GfbV, dass sich die Bundesregierung gemeinsam mit ihren europäischen Partnern dafür einsetzen soll, dass weltweit gleich hohe Sicherheitsstandards für den Abbau von Uran und die Lagerung von Atommüll beachtet werden.

Schon jetzt beklagten Tuareg in Niger und Lakota-Indianer in den USA die radioaktive Verseuchung ihres Grundwassers. Krebserkrankungen unter Adivasi in Indien seien weit verbreitet. Immer mehr Kinder kämen mit Missbildungen zur Welt. GfbV-Präsident Tilman Zülch sagte, durch den Uranabbau „verlieren Zehntausende ihre Kultur und Selbstständigkeit“, weil sie aus Gebieten, in denen Uran gefunden wird, vertrieben würden oder aus Mangel an anderen Verdienstmöglichkeiten in den Minen arbeiten müssten.

Trittin betonte, dass Deutschland dafür sorgen müsse, dass Uran aus Gebieten wie dem Niger oder Nordindien nicht nach Europa importiert werde. 70 Prozent des Uran-Abbaus finde in den Gebieten indigener Völker statt. Die Menschen müssten ohne Schutzkleidungen unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten. Das Uran werde in direkter Nähe der Dörfer gelagert und gefährde die Menschen. Mit der Laufzeitverlängerung für Atomenergie habe der Bund ein „schlimmes Signal“ gegeben.

Zudem kritisierte Trittin die Abschiebepolitik von Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) scharf. Die GfbV stelle sich zu Recht gegen die Massenabschiebungen osteuropäischer Roma aus Frankreich. Trittin: „Schünemann betreibt in Niedersachsen kaum eine andere Politik.“ Seit Jahren gebe es unsinnige ausländerrechtliche Regelungen. Als Konsequenz forderte Trittin ein Bleiberecht für Roma mit neuer Stichtagsregelung. Viele Roma lebten seit Jahren hier und seien ein wichtiger Teil der Gesellschaft geworden.

In einer weiteren Resolution forderte die GfbV, Deutschland und Europa sollten eine faire Volksabstimmung im Südsudan garantieren. Zuvor hatte die GfbV die Verleihung des Friedensnobelpreises an den Bürgerrechtler Liu Xiaobo als „schallende Ohrfeige“ für die chinesische Staatsführung bezeichnet. „Es ist ein Debakel für Chinas Streben nach mehr internationaler Anerkennung und nach Ruhigstellung der Opposition im eigenen Land“, erklärte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius: „Die Auszeichnung ist eine große Ermutigung für Chinas Demokraten und für alle, die sich für Menschenrechte in der Volksrepublik einsetzen, und ein Meilenstein im Kampf gegen die Zensur.“

hein/epd/dapd

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