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Trotz Gefahr: Antifaverein bleibt unerreicht

19 NSU-Zielobjekte Trotz Gefahr: Antifaverein bleibt unerreicht

Der „Verein zur Förderung antifaschistischer Kultur“ hat als ein Objekt unter 10 000 auf den Listen der rechtsradikalen Terrorzelle NSU gestanden. Das bestätigte am Dienstag das Landeskriminalamt auf Tageblatt-Anfrage. Der Verein selbst beklagt sich in einer Erklärung: „Wir sind zu keinem Zeitpunkt durch die Sicherheitsbehörden in Kenntnis gesetzt worden."

Göttingen . "Wir wundern uns über die gegenteilige Meldung des LKA Niedersachsen", so der Verein. Doch das lässt sich relativ leicht erklären: In den Trümmern der in Zwickau gesprengten Wohnung der drei NSU-Mitglieder Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe waren Listen sowie Notizen auf zahlreichen Städtekarten gefunden worden, die sich als möglicherweise ausgespähte Anschlagsziele deuten ließen.

Rund 10 000 derartige Adressen oder Namen von Parteien oder Politikern gab es. Das BKA sortierte diese und gab die Informationen zur Unterrichtung Betroffener an die Landeskriminalämter weiter. Das LKA Niedersachsen erhielt 584 Adressen.

Bereits im September wurden alle Betroffenen darüber informiert, dass sie auf der Liste standen, aber nichts auf eine noch akute Gefahr hindeute. Allein 19 Adressen gab es im Raum Göttingen. Bei zweien, so LKA-Sprecher Frank Federau, habe die Information nicht zugestellt werden können.

Neun Positionen auf Göttinger Kartenausschnitt

Auf Tageblatt-Anfrage hat das LKA klargestellt: Die 10 000-er-Liste enthielt für den Bereich Göttingen 19 Personen oder Institutionen. Unter diesen 19 Anschriften, die auch alle informiert werden sollten, befanden sich neun Positionen, welche auf einem Göttingen zeigenden Kartenausschnitt vermerkt waren.

Die namentlich aufgeführten Personen und Organisationen sind von Mitarbeitern des vierten Fachkommissariats der Polizeidirektion Göttingen aufgesucht worden. Lediglich bei zwei Vereinen konnten keine Verantwortlichen angesprochen werden, teilt Federau mit. Der türkisch-islamische Kulturverein war zwischenzeitlich umgezogen. Ein Verantwortlicher wurde nicht erreicht, wohl aber wurde der Vorstand später informiert.

Der Verein zur Förderung antifaschistischer Kultur in Göttingen sei mehrmals erfolglos aufgesucht worden. Auf eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter habe der Verein nicht reagiert. Dem Tageblatt ging es gestern übrigens genauso.

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Stadtplan mit Markierungen

Auch Göttingen ist im Visier der rechtsradikalen Mord- und Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) um Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gewesen. In der ausgebrannten Ruine ihrer Zwickauer Unterkunft befand sich auch ein Stadtplan Göttingens mit individuell eingetragenen Zielmarkierungen.

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