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Überfall mit Bart, Pistole und Schockgerät

Drei Jahre Haft Überfall mit Bart, Pistole und Schockgerät

Die Szene war filmreif: Mit angeblich günstigen Mercedes-Gebrauchtwagen wurde ein Kaufinteressent samt Bargeld auf den Göttinger Schützenplatz gelockt.

Dort erwartete ihn zwar das ersehnte Auto, aber auch ein Elektroschocker und eine Schreckschusspistole. Der vermeintliche Verkäufer war gar keiner, sondern nur auf die 22 000 Euro für den Mercedes aus.

Allerdings: Der Überfall im Juli 2010 ging schief. Der Attacke mit dem Elektroschockgerät wich das avisierte Opfer aus, und die Schreckschusspistole konnte der Zollbeamte – somit ein berufsmäßiger Waffenträger – schnell als solche erkennen. Er setzte sich zur Wehr und schlug den Angreifer in die Flucht. Bevor der Täter mit dem Mercedes davonraste, konnte der Zöllner sogar noch seine Tasche mit dem Geld aus dem Auto reißen. Kurze Zeit später nahm die Polizei den Flüchtenden fest.

Während ein Film jedoch im Regelfall mit der Festnahme des Täters endet, folgt in der Realität die – meist weniger spannende – Gerichtsverhandlung. Die begann gestern mit einiger Verzögerung, weil sich Staatsanwaltschaft, Gericht und Verteidiger zusammensetzten, um über ein umfassendes Geständnis des Angeklagten und ein daraus folgendes mildes Urteil zu beraten.

Das funktionierte: Der Angeklagte, ein 31-jähriger Handwerker, räumte den in der Anklage geschilderten Tathergang in allen Details ein und der Staatsanwalt forderte drei Jahre und sechs Monate Haft. Verteidiger Jürgen Ahrens wollte es bei runden drei Jahren belassen wissen.

Die verabredete Milde folgte denn auch auf dem Fuße: Zwar ließ das Gericht einen im Internet bestellten falschen Bart, das zweimalige Ausleihen des angeblich zu verkaufenden Autos und die Verwendung von gleich zwei Waffen als professionelle Tatvorbereitung in die Negativ-Waagschale fallen, fand aber dennoch glatte drei Jahre für ausreichend. Weil der Mann seit der Tat in Untersuchungshaft sitzt, könne der Freiheitsentzug bei guter Führung zudem überschaubar ausfallen.

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